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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Schwedisch-Polnisch-Brandenburgisch-Dänischer Krieg von 1655 bis 1660; Schwedische Sprache; Schwedische Wage; Schwedisches Moos; Schwedisches Recht; Schwedisches Vorland

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Schwedisches Moos - Schwedisch-Polnisch-Brandenburgisch-Dänischer Krieg

gen bei Karlskrona, die Befestigungen bei Waxholm und Oskar-Frederiksborg, in der Nähe von Stockholm. Regimentsschulen bestehen im besoldeten Heere bei allen Korps. Höhere Militärunterrichtsanstalten sind die Kriegsschule im Schloß Karlberg bei Stockholm, eine Kriegsakademie, eine vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule und ein Gymnastisches Institut in Stockholm, eine Reitschule im Schloß Strömsholm, westlich von Stockholm. Das Budget der Armee betrug 1893 im Voranschlag 25037318 Kronen, darunter 3559200 Kronen ordentliche Ausgaben.

Die Flotte umfaßte (1894) 3 Panzerturmschiffe, 4 Panzermonitore, 9 Panzerkanonenboote, 3 Korvetten, 9 Kanonenboote erster, 5 zweiter Klasse, 1 Torpedokreuzer, 11 Torpedoboote erster, 9 zweiter Klasse, 5 andere Torpedoboote, 1 Schulschiff und 2 Transportschiffe. Das Personal der Flotte besteht aus 218 Offizieren und Beamten, 412 Mechanikern, 263 Unteroffizieren und 3122 Matrosen. Hierzu kommen 2500 Indelta-Matrosen, 107 Offiziere, 5 Ingenieure, 89 Unteroffiziere der Reserve und etwa 20000 Mann Seewehr. Hierzu kommt noch 1 Artilleriekorps von 4 Compagnien, die bei der Mobilmachung in Karlskrona gebildet werden.

Schwedisches Moos, s. Lecanora.

Schwedische Sprache. Die S. S. gehört zu den nordgerman. Sprachen, von denen sie mit dem Dänischen den östl. Zweig ausmacht. (S. Nordische Litteratur und Sprache.) Das Schwedische der ältesten Zeit ist von den andern nordischen Sprachzweigcen nicht verschieden. Ein charakteristisches Bild bietet erst die umfängliche Litteratur des 13., 14. und 15. Jahrh. Das Altschwedische, wie man die Sprache dieses Zeitraums im Gegensatz zu dem seit der Reformation sich entwickelnden Neuschwedischen nennt, zeigt im Vergleich zum Altnorwegisch-Isländischen anfangs zwar in lautlicher, grammatischer, lexikalischer Beziehung wenig Verschiedenheit, nur daß ihm sowohl ein geringerer Umfang des Umlauts als auch ein Vorherrschen langer Vokale statt der im Altnorwegischen gebliebenen Diphthonge eigentümlich ist. Bald jedoch machen sich äußere Einflüsse geltend, welche die Sprache von ihrer ursprünglichen Gestalt immer mehr entfernen. War bereits durch die Annahme des Christentums (nach 1050) und die dadurch herbeigeführte Kenntnis der lat. Sprache, deren Schrift statt der bisher hauptsächlich für Steininschriften benutzten Runen nicht ohne wesentlichen Belang für die Lautbezeichnung sein konnte, der Wortschatz nach Form und Inhalt erweitert, so muhte dies, freilich auf Kosten der Reinheit, noch in bei weitem höherm Grade geschehen, als seit der Mitte des 13. Jahrh. das Deutsche durch den regen Verkehr mit den deutschen Ostseeküsten, seit Ende des 14. Jahrh. das Dänische infolge der Kalmar-Union viele neue Bestandteile zuführten. Versetzt mit einer Menge so verschiedener und fremdartiger Wörter und Redeweisen, in ihren Flexionsendungen abgeschwächt und durch die willkürlichste Orthographie entstellt, war die Sprache allmählich in einen Zustand der Verwilderung geraten, der seinen Höhepunkt in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. erreichte. Es war die Übergangszeit zur neuschwed. Sprache. Auf ihre Gestaltung übten neben der neu hinzutretenden franz. Sprache die deutsche und die dänische, erstere namentlich durch die Reformation und den Dreißigjährigen Krieg sowie durch die ununterbrochene Nachahmung deutscher Litteratur und Wissenschaft, sehr bedeutenden Einfluß. Dagegen wirkten die sprachreinigenden Bemühungen verdienstvoller Männer, wie Laur. Andreä und der Gebrüder Petri durch ihre Bibelübersetzungen, wie ferner Stjernhjelms u. a. im 17. Jahrh., Dalins u. a. im 18. Jahrh., ja der Könige des Landes selbst von Gustav I. Wasa bis auf Gustav II. Adolf, endlich das Aufblühen einer namentlich durch den Gotenbund gehobenen Nationallitteratur und die grammatische Behandlung der Sprache intensiv und anhaltend genug, um die Entwicklung der Sprache wieder in eine ihrer ursprünglichen Natur entsprechende Bahn einzulenken, auf der sie dann seit dem Beginn des 18. Jahrh. zu einem hohen Grade von innerer Kraft und Reife gediehen ist.

Unter den ungefähr zwanzig Dialekten, in denen das Schwedische gesprochen wird und von denen einige bereits im 13. Jahrh. zur Abfassung von Provinzgesetzen dienten, seien neben den in Svearike (d. i. den Ländern um den Mälarsee), aus denen die heutige Schrift- und Redesprache hervorgegangen ist, die der Provinz Dalarne und der Insel Gottland hauptsächlich hervorgehoben; beide tragen ein besonders altertümliches Gepräge. Die Grammatik der S. S., in älterer Zeit von Buraeus (1636), Fryxell (1824; 13. Aufl. 1865), Enberg, dem anonymen Verfasser der von der Schwedischen Akademie herausgegebenen Grammatik (1836) u. a. bearbeitet, erhielt die erste, der heutigen Sprachwissenschaft entsprechende Behandlung durch Rydquist («Svenska språkets lagar», Bd. 1-6, Stockh. 1850-83), Södervall («Hufvudepokerna af svenska språkets utbildning», Lund 1870) und Sundén («Svensk språklära», ebd. 1875). Die Lautlehre hat besonders A. Kock behandelt: «Studier öfver fornsvensk ljudlära» (2 Bde., Lund 1882 u. 1886); «Språkhistoriska undersökningar om svensk akcent» (2 Bde., ebd. 1878-85). Die Geschichte der S. S. bis ins 17. Jahrh. hat Petersen in «Det Danske, Norske og Svenske Sprog Historie» (2 Bde., Kopenh. 1830) gegeben, neuerdings Noreen in «De nordiska språken» (Upsala 1887), eine besondere Darstellung des Altschwedischen Munch (Stockh. 1849). Neuerdings hat sich ein Verein gebildet, der sich besonders mit der Erforschung der Dialekte beschäftigt und in seinen exakten «Nyare bidrag till kännedom om de svenska landsmålen och svensk folklif» seine Forschungen niederlegt. Unter den Wörterbüchern ist hervorzuheben das «Glossarium Suio-Gothicum» (Upsala 1769) von Ihre, das «Ordbok öfver svenska språket» von A. F. Dalin (Stockh. 1850-53) und das «Svensk dialektlexikon» von Rietz (Malmö 1867). Ein großes nach Grimms Vorbilde giebt gegenwärtig die Schwedische Akademie heraus: «Ordbok öfver svenska språket» (Lund 1893 fg.), ein treffliches «Etymologisk svensk ordbok» F. Tamm (Stockh. 1890 fg.). Das beste Lexikon für den praktischen Gebrauch ist das von Hoppe (Stockh. 1892), die geeignetste Grammatik für den Deutschen die von Poestion (Wien und Leipzig). Für das Altschwedische giebt gegenwärtig Södcrvall (seit 1884) ein Wörterbuch heraus; den Wortschatz der Gesetze enthält Schlyters «Ordbok til samlingen af Sveriges gamla lagar» (Lund 1877).

Schwedisches Recht, s. Nordisches Recht.

Schwedisches Vorland, s. König-Karl-Land.

Schwedische Wage, s. Besemer.

Schwedisch-Polnisch-Brandenburgisch-Dänischer Krieg von 1655 bis 1660, der erste Nordische Krieg. Als Karl X. Gustav 1654