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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schweidnitzer Gebirge - Schweighofer
Das ehemalige unmittelbare Fürstentum S.
umfahte etwa 2420 ykm und gehört jetzt teils zum
Reg.-Bez. Breslau (Kreise S., Rcichenbach, Strie-
gau und Waldenburg), teils zum Reg.-Bez. Liegnitz
(Kreise Bolkenhain und Landeshut). Es war mit
dem Breslauer Fürstentum eng verbunden. Erst nach
dem Tode des Herzogs Heinrich IV. (1290) erhielt es
eigene Landesherren. Der erste war Volko I., dessen
Linie in unmittelbarer männlicher Erbfolgebis 1368
regierte. Infolge des mit König Karl I. von Böh-
men (Kaiser Karl IV.) 1353 abgeschlossenen Vertrags
gehörte das Fürstentum nun zur Krone Böhmen,
bis es 1741 an Preußen abgetreten wurde.
Schweidnitzer Gebirge oder Hochwald-
gebirge, eine reizende Berglandschast in den Su-
deten, im N. des Glatzer Gebirges (s. d.), mit dem
Heidelberg (950 m), dem ^pitzberg (876 m) und
Hochwald (841 m); östlich von Schwcidnitz erhebt
sich die isolierte Kuppe des Zobten (718 m).
Schweidnitzer Wasser, s. Weistritz.
Schweifaffen oder Sakis (I^ituecia), eine Gat-
tung südamcrik. Affen von ziemlich plumpem Bau,
mit starker, dunkler Behaarung und einem buschigen
Schwänze. Die häufigste der sieben Arten ist der
Satans äffe (litiiecia äatana" AeoF>., s. Tafel:
Affen der Neuen Welt, Fig. 4), mit 40cm langem
Körper und 35 cin langem Schwanz, einer dichten
Behaarung des Oberkopfes und einem starken das
Antlitz umrahmenden Backenbart; er ist ein Be-
wohner des äquatorialen Südamerikas. Der etwas
größere ^itliLcia. inonNckuL <76oF>. oder Mönchs-
affe, mit dichtem, oben grauschwarzem, unterhalb
ins Rötliche ziehendem Pelz, bewohnt Peru und den
obern Amazonenstrom.
Schweifbiber, s. Sumpfbiber.
Schweifen, in der Bleicherei die Zeuge in Wasser
spülen; in der Weberei soviel wie Scheren; in der
Metallbereitung die Mündung von Hohlkörpern,
z. V. eines Vlechgefähes, durch Hämmern vasen-
artig erweitern; in der Tifchlerei die Hölzer bogen-
artig ausschneiden.
Schweiffeilen, s. Feile (Bd. 6, S. 634a).
Schweifgrind, s. Hautkrankheiten (der Haus-
Schweiflori, s. Pinselzüngler. stiere).
Schweiffäge, Art der Spannsäge, s. Sägen.
Schweiftauben (Nctopiäteg), eine durch den
langen stufigen Schwanz gekennzeichnete Taubengat-
tung. Die bekannteste Form derselben sind die Wan-
dertaube (s. d.) aus Nordamerika und die kleinste
aller Tauben, die lerchengroße Kaptaube.
Schweigebefehl, s. Öffentlichkeit und Münd-
lichkeit der Rechtspflege.
Schweiger-Lerchenfeld, Amand, Freiherr
von, Reiseschriftsteller, geb. 17. Mai 1846 in Wien,
besuchte die Militärakademie zu Wiener-Neustadt,
trat 1865 als Osfizier in die Armee, machte den
Feldzug 1866 in Italien, speciell die Schlacht von
Custozza mit und nahm 1871 seinen Abschied. Hier-
auf unternahm er mehrere weit ausgedehnte Stu-
dienreisen, die er in einer Reihe von Werken be-
schrieb. Hervorzuheben sind: "Unter dem Halb-
mond" (Jena 1876), "Armenien" (ebd. 1878), "Bos-
nien" (Wien 1878; 2. Aufl. 1879), "Zwischen Pon-
tus und Adria" (ebd. 1879), "Serail und Hohe
Pforte" (anonym, ebd. 1879), "Arab. Landschaften"
(ebd. 1879), "Das Fraucnleben der Erde" (ebd.
1881), "Der Orient" (ebd. 1882), "Die Orientreise
des Kronprinzen Rudolf" (anonym, 1882), "Grie-
chenland in Wort und Bild" (Prachtwerk, Lpz. 1882),
"Die Adria" (Wien 1883), "Abbazia, Idylle von der
Adria" (ebd. 1883), "Das eiferne Jahrhundert"
(ebd. 1884), "Von Ocean zu Ocean" (ebd. 1885),
"Im Kreislauf der Zeit" (ebd. 1885), "Die Araber
der Gegenwart" (Weim. 1885), "Afrika" (Wien
1886), "Aus unfern Sommerfrischen" (ebd. 1886),
"Zwifchen Donau und Kaukafus" (ebd. 1886), "Füh-
rer an den ital. Alpenseen und an der Rivicra" (ebd.
1888), "Das Mittelmeer" (Freib. i. Br. 1888), "Die
Erde in Karten und Bildern. Atlas und Tertwerk"
(Wien 1889), "Führer durch Griechenland" (Würzb.
1890), "Das neue Buch der Natur" (2 Bde., Wien
1891-92), die Reisebilder "Unterwegs" (9 Bde.,
ebd. 1891-94), "Alpenglühen. Naturansichten und
Wanderbilder" (Stuttg. 1892-93), "Vom rollenden
Flügelrad. Darstellung der Technik des heutigen
Eisenbahnwesens" (Wien 1894), "Die Donau" (ebd.
1895). Außerdem veröffentlichte S. eine Erzählung
"Tauerngold" (Wien 1891).
Schweigger, Joh. Salomo Christoph, Physiker
und Chemiker, geb. 8. April 1779 zu Erlangen, wo
er studierte und sich 1800 als Privatdocent habili-
tierte. Im Okt. 1803 wurde er Professor der Ma-
thematik und Physik am Gymnasium in Bayreuth
und 1811 in Nürnberg an der Polytechnischen Schule.
1816 reiste er nach England, lebte dann ein Jahr in
München als Mitglied der königl. Akademie, wurde
hierauf Professor der Physik und Cbemie in Er-
langen, 1819 in Halle, wo er 6. Sept. 1857 starb.
S.s Physik. Arbeiten beziehen sich vorzüglich auf elek-
trische Gegenstände. Er hatte schon 1808 ein Elek-
trometer zur Messung der elektrischen Kraft durck
magnetische konstruiert; unmittelbar nach Örsteds
großartiger Entdeckung erfand er den elektromagne-
tifchen Multiplikator, der feinen Namen führt. Seit
1811 hatte er die Herausgabe von Geblens "Jour-
nal" übernommen. Sein als Fortsetzung desselben ,
gegründetes "Jahrbuch für Chemie und Physik"
überließ er fpäter dem Adoptivfohn feines Bru-
ders, dem Professor der Medizin Franz Wilhelm
Schweigger-Seidel (geb. 16. Okt. 1795 zu
Weißenfcls), der es 1834 mit Erdmanns "Journal
für praktische Chemie" verband, aber schon 5. Juni
1838 starb. S. veröffentlichte noch "Einleitung in
die Mythologie auf dem Standpunkte der Natur-
wissenschaft" (Halle 1836), "Über naturwissenschaft-
liche Mysterien in ihrem Verhältnis zur Litteratur
des Altertums" (ebd. 1843), "über das Elektron
der Alten" (Greifsw. 1848), "Über die stöchiometr.
Reihen" (Halle 1853).
Schweigger, Karl, Augenarzt, Sohn des
vorigen, geb. 29. Okt. 1830 zu Halle, studierte in
Erlangen und Halle Medizin und widmete sich seit
1858 'in Berlin ausschließlich dem Studium der
Augenheilkunde untcr Albr. von Graefes Leitung,
dessen Assistent er bis 1865 war. 1868 wurde er
Professor der Augenheilkunde und Leiter der Augen-
klinik zu Göttingen, 1871 Graefes Nachfolger als
Professor der Augenheilkunde in Berlin und Direktor
der Universitätsklinik für Augenkranke. Außer zahl-
reichen Abhandlungen in Graefes "Archiv für
Ophthalmologie" und im "Archiv für Augenheil-
kunde" von Knapp und S. fchrieb er: "Vorlesungen
über den Gebrauch des Augenspiegels" lVerl. 1864),
"Klinische Untersuchungen über das Schielen" (ebd.
1881), "Handbuch der speciellen Augenheilkunde"
(ebd. 1871; 6. Aufl. 1893).
Schweighofer, Felix, Komiker, geb. 20. Nov.
1842 zu Vrünn, sollte zuerst Kaufmann werden,