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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sonnengeflecht - Sonnenscheinautograph

vielerlei andere Ursachen aus die Witterungsvorgänge einwirken können, daß der Einfluß der S. hier und da verschwindet. Köppen hat aus den Jahresmitteln der Temperatur berechnet, daß in den Tropen die auf Fleckenminima fallenden Jahre um 0°,4 zu warm, die auf Fleckenmaxima fallenden Jahre um 0°,3 zu kalt sind. Auch auf Niederschläge sollen die S. derart einwirken, daß die nassen Jahre mit denen großer Fleckenhäufigkeit zusammenfallen.

Sonnengeflecht, s. Ganglien, Plexus und Sympathicus nervus.

Sonnengelb, Maïs, Curcumin S, ein Azoxyfarbstoff, der beim Kochen von Paranitroluolsulfosäure mit Natronlauge entsteht (Natronsalz der Azoxystilbendisulfosäure) und Wolle und Seide rötlichgelb färbt.

Sonnenglas, ein planparalleles, dunkelgefärbtes Glas, das vor dem Okular eines Fernrohrs befestigt wird, um bei Beobachtung der Sonne deren Licht zu schwächen. Die Farbe der S. ist ganz verschieden; die schwarz aussehenden, durch welche die Sonne in ihrer natürlichen Farbe gesehen wird, nennt man Neutralgläser. (S. Helioskop.)

Sonnengleichung, die Verminderung der Epakten (s. d.) um eine Einheit.

Sonnengott, s. Helios und Sol.

Sonnenjahr, s. Jahr.

Sonnenkäfer, Vulgärname für Coccinelle (s. d.).

Sonnenkakao, s. Kakao.

Sonnenkern, s. Sonne.

Sonnenkoppe, Gipfel im Eulengebirge (s. d.).

Sonnenkultus, die Verehrung der persönlich gedachten, in die Geschicke der Menschen eingreifenden Sonne, die man bei sehr vielen Völkern findet. Ausgebildet ist der S. besonders bei den ackerbautreibenden Stämmen und in den Gegenden, wo die Natur infolge der Sonnenferne zu gewissen Zeiten des Jahres erstarrt; so bestand er z. B. bei den alten Indern, wo die Sonne als Surya und Savitar, bei den Ägyptern, wo der Sonnengott Râ (Rē) verehrt wurde, und bei vielen Stämmen Amerikas. In Japan bildet noch heute der S. den Mittelpunkt der Nationalreligion und der Politik, und in Indien, wo die Tempel der Sonne zu den schönsten Bauwerken gehören, hat er, namentlich im Süden, noch zahlreiche Anhänger. Bei dieser Verehrung wird die Sonne meist als Mann aufgefaßt; oft erscheint sie im Verein mit dem Monde, indem beide als Bruder und Schwester oder als Mann und Frau gelten. Auch die Griechen pflegten den S. (s. Helios). Ebenso verehrten nach dem Ausspruche Cäsars die alten Germanen die Sonne, wie die Skandinavier beim Wiedererscheinen der Sonne nach der Winterwende ihr größtes Fest feierten. - Vgl. Böttger, S. der Indogermanen (Bresl. 1891).

Sonnenlehn, zur Zeit des Lehnsstaates der Name für zu freiem Eigentum besessene Güter, die gewissermaßen nur der Sonne oder Gott zu Lehn gingen; jedoch auch für solche Lehnsgüter (Zinslehn) gebraucht, bei denen der Zins an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufgang zu entrichten war.

Sonnenlicht, s. Licht.

Sonnenmaschine oder Solarmaschine, eine mechan. Vorrichtung zur Benutzung der Sonnenwärme als Triebkraft, deren Wirkungsweise darin besteht, daß durch die in Brennspiegeln konzentrierten Sonnenstrahlen Wasser in einem kleinen Dampfkessel erhitzt wird, um mittels des erzeugten Dampfes eine Maschine zu betreiben. Der dieser Erfindung zu Grunde liegende Gedanke wurde schon von Euklides, Archimedes, Hero von Alexandria sowie später von verschiedenen Gelehrten ausgesprochen; später gelang es Ericsson und Mouchot, die Frage praktisch zu lösen. Als Reflektor dient meist ein kegelförmiger Hohlspiegel, aus einem eisernen Gerippe gebildet, das innen mit silberplattierten oder galvanisch versilberten spiegelnden Kupfertafeln belegt ist. Der stets axial mit der Brennlinie aufgestellte Dampfkessel ist ein mit den gewöhnlichen Armaturen versehener, einfacher cylindrischer Kupferblechkessel, dessen Oberfläche mittels einer die Wärme absorbierenden Substanz eingeschwärzt ist; derselbe ist mit einer Glashülle umgeben, die ihn nach außen gegen Wärmeverluste schützt, ohne den Zutritt der Sonnenstrahlen zu hindern. Das Maschinengestell ist entweder für die Befestigung auf einem gemauerten Fundament oder für leichten Transport eingerichtet. Der Reflektor läßt sich nach dem Stand der Sonne einstellen. Obgleich die den Reflektor treffende Wärme gut ausgenutzt wird, ist doch der Effekt der Maschine sehr niedrig, weshalb selbst in Tropengegenden die S. wohl kaum eine größere Verwendung finden dürfte.

Sonnenmesser, soviel wie Heliometer (s. d.).

Sonnenmikroskop, ein Projektionsapparat (s. d.), bei welchem die Sonne als Lichtquelle dient.

Sonnenmonat, der zwölfte Teil des Sonnenjahres, s. Monat.

Sonnennähe, s. Perihel.

Sonnenorden, auch Löwen- und Sonnenorden, pers. Rischâne-schirre-churschid, pers. Orden, vom Schah Feth Ali Chan 1808 für Verdienste im Civil und Militär gegründet, hat fünf, den Klassen des Ordens der franz. Ehrenlegion sich anschließende Stufen. Ordenszeichen ist ein silberner Stern, in dessen rundem Mittelschild auf grünem Boden ein stehender, einen Säbel in der erhobenen rechten Pranke haltender Löwe (für Ausländer liegend und ohne Säbel), hinter dem die Sonne aufgeht. Das Band für die Ausländer ist grün, für Perser blau, rot oder weiß.

Sonnenpapagei, s. Amazonen.

Sonnenparallaxe oder richtiger Äquatorial-Horizontalparallaxe der Sonne, der Winkel, unter dem der Äquatorhalbmesser der Erde (bei ihrer mittlern Entfernung) von der Sonne aus erscheint. (S. Parallaxe.) Man erhält daher aus ihr durch eine einfache Rechnung sofort die Entfernung der Erde von der Sonne, ausgedrückt in Einheiten des Erdhalbmessers. Die Bestimmung der S. ist von so großer Wichtigkeit für die Kenntnis unsers Sonnensystems, da die mittlere Entfernung der Erde von der Sonne die Maßeinheit bildet, in der alle andern Entfernungen innerhalb unsers ganzen Sonnensystems ausgedrückt werden. So erhält man durch Vergleichung der Umlaufszeiten der Planeten mit der Umlaufszeit der Erde nach dem dritten Keplerschen Gesetz die mittlern Entfernungen der Planeten von der Sonne ausgedrückt in mittlern Entfernungen der Erde von der Sonne. Für die Bestimmung der S. sind namentlich die Venusdurchgänge (s. d.) von Wichtigkeit. Nach Newcombs Untersuchungen beträgt die S. 8'',790.

Sonnenrallen, s. Sonnenvögel.

Sonnenrauch, s. Höhenrauch.

Sonnenringe, s. Halo.

Sonnenröschen, s. Helianthemum.

Sonnenscheinautograph, s. Insolation.