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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sonnenschirm - Sonnenuhr

Sonnenschirm, s. Schirmfabrikation.

Sonnenspektrum, s. Spektrum.

Sonnenspiegel, Instrument, s. Heliotrop.

Sonnenstäubchen, s. Staub.

Sonnenstein, ein trikliner Feldspat (Oligoklas) von Tvedestrand in Norwegen, dem eingewachsene blitzende Täfelchen von rotem Eisenglanz einen sehr schönen Schiller verleihen und der als Schmuckstein verschlissen wird.

Sonnenstein, Irrenanstalt, s. Pirna.

Sonnenstern, s. Seesterne.

Sonnenstich, s. Hitzschlag.

Sonnenstillstandspunkte, s. Sonnenwenden.

Sonnenstrahlung, soviel wie Insolation (s. d.).

Sonnensystem, die aus der Sonne (s. d.) als Centralkörper und den sie umkreisenden Planeten (s. d.) mit ihren Monden bestehende Gruppe von Himmelskörpern. Ferner sind dazu zu rechnen die sich in elliptischen Bahnen ebenfalls um die Sonne bewegenden Kometen (s. d.) und Meteorschwärme (s. Sternschnuppen). Die zahlreichen sich in parabelähnlichen Bahnen bewegenden Kometen und unzählige vereinzelte Meteore bilden wahrscheinlich nur vorübergehend Bestandteile unsers S. Auch das Zodiakallicht ist höchst wahrscheinlich als zu unserm S. gehörig anzusehen. Alle diese Körper sind durch die allgemeine Anziehung an die Sonne gebunden, deren Masse mehr als 800mal größer ist als die Gesamtmasse aller sie umkreisenden Körper. Dem unsern ähnliche S. existieren wahrscheinlich noch in ungeheurer Menge im Weltraum und jedenfalls sind fast alle Fixsterne als besondere S. zu betrachten, die nur wegen ihrer enormen Entfernung als ein einziger Körper erscheinen. Die Karte: Sonnensystem zeigt die Lage der Bahnen der hauptsächlichsten zu unserm S. gehörigen Weltkörper. Die Bahnen der beiden äußersten Planeten Neptun und Uranus sind zu ausgedehnt, um in diesem Maßstab eingezeichnet zu werden.

Sonnentafeln, astron. Tafeln, aus denen man den jeweiligen Ort der Sonne für jeden Zeitpunkt berechnen kann. Sie beruhen auf den Beobachtungen der Sonne in Verbindung mit den theoretischen Untersuchungen über die Bahn der Erde. Ältere S. rühren her von Euler (1746), Lacaille (1758), Tobias Mayer (1770), Zach (1804), Delambre (1805) und Carlini (1810). Letztere, zu denen Bessel Korrektionstafeln berechnet hat (1827), waren lange in Gebrauch. 1853 gaben Hansen und Olufsen S. heraus. Die neuesten S., die jetzt den astron. Rechnungen zu Grunde liegen, sind die von Leverrier in den "Annales de l'Observatorie de Paris", Bd. 4 (Par. 1858), veröffentlichten.

Sonnentag, s. Sonnenzeit und Tag.

Sonnentau (Drosera L.), Pflanzengattung aus der Familie der Droseraceen (s. d.) mit gegen 100 in der Alten und Neuen Welt sehr verbreiteten Arten, kleine, zarte, ausdauernde Kräuter mit merkwürdig gestalteten, in eine grundständige Rosette gestellten Blättern, die zum Insektenfang eingerichtet sind (s. Insektenfressende Pflanzen). Aus der Blattrosette erheben sich zarte Blütenschäfte, die in eine Wickeltraube kleiner, aus einem fünfblätterigen Kelch und einer fünfblütterigen weißen Blumenkrone bestehender Blüten endigen. Die Frucht ist eine einfächerige, mit 3-5 Klappen aufspringende Kapsel. Die wenigen in Europa vorkommenden Arten wachsen auf Torfboden in den Polstern der Torf- oder Wassermoose. Die verbreitetste Art ist der früher als Herba Rorellae offizinelle rundblätterige S. (Drosera rotundifolia L., s. Tafel: Insektenfressende Pflanzen, Fig. 2), ein Pflänzchen mit 8-15 cm hohen Blütenschäften.

Sonnentelegraph, soviel wie Heliograph (s. d.).

Sonnenthal, Adolf, Ritter von, Schauspieler, geb. 21. Dez. 1834 zu Pest, war Schneider, bevor es ihm gelang, in Wien die Aufmerksamkeit Dawisons auf sich zu lenken. Dieser veranlaßte ihn, sich für die Bühne auszubilden. Am 30. Okt. 1851 debütierte S. als Phöbus ("Glöckner von Notre-Dame") in Temesvar, blieb hier bis 1852 und wirkte dann in Hermannstadt, Graz und Königsberg. 1856 gastierte er am Wiener Burgtheater, wurde auf drei Jahre und dann auf Lebenszeit engagiert. 1870 wurde er Regisseur, 1884 Oberregisseur und Stellvertreter des Direktors. Zweimal, nach Wilbrandts Rücktritt und nach Försters Tod, führte er selbständig die Direktion. Wie am Burgtheater erzielte S. auch auf seinen Gastreisen, die ihn bis nach Amerika führten, glänzende Erfolge. Er ist in klassischen Rollen, wie Faust, Wallenstein, Lear, Nathan, Macbeth, Hamlet u. a., ebenso vorzüglich wie im modernen Schauspiel und Lustspiel. Eine seiner Glanzrollen ist der alte Risler in Daudets Schauspiel "Fromont jun. und Risler sen.". 1881 wurde S. durch Verleihung des Ordens der eisernen Krone in den Adelsstand erhoben. - Vgl. Eisenberg, Adolf S. (Dresd. 1890).

Sonnentierchen (Heliozoa), eine kleine Ordnung von Wurzelfüßern (s. d.), die im Süßwasser wohnen und deren oft mehrere Kerne und eine pulsierende Vakuole (s. d.) aufweisender Leib zähe und starre Pseudopodien in radiärer Richtung entsendet. Ein Skelett besteht, wo es nicht ganz fehlt (Actinophryiden, z. B. Actinophrys sol Ehrbg.), aus Kieselerde und hat feine Stacheln (Acanthocystiden) oder eine gegitterte Kieselschale (Clathruliniden).

Sonnenuhr, eine Uhr, bei welcher der durch die Sonnenstrahlen erzeugte Schatten eines auf einer entsprechend orientierten und eingeteilten Tafel befestigten Stabes (Gnomon) die Zeit anzeigt. Da die Sonne sich im Laufe eines Tages mit gleichmäßiger Geschwindigkeit in einem zum Äquator parallelen Kreis bewegt, so muß auch der Schatten, den ein zum Äquator senkrechter Stab auf eine dem Äquator parallele Ebene wirft, sich mit gleichmäßiger Geschwindigkeit bewegen. Auf dieser Idee beruht die Äquinoktialuhr, von allen S. die einfachste. Sie besteht aus einer dem Äquator parallel aufgestellten Scheibe, in deren Mittelpunkte senkrecht zu ihr, also der Erdachse parallel, ein Stab errichtet ist. Von dem dem Meridian des Ortes entsprechenden Mittagspunkte aus ist der Umfang der Scheibe in 24 gleiche Teile geteilt, den einzelnen Stunden entsprechend. Nach diesen Teilpunkten sind von dem Stab aus gerade Linien gezogen. Das Zusammenfallen des vom Stab geworfenen Schattens mit einer dieser Linien bestimmt dann die Zeit. Natürlich kann es sich hierbei nur um wahre Zeit (s. Sonnenzeit) handeln, deren Verwandlung in mittlere Zeit mit Hilfe der Zeitgleichung aber leicht auszuführen ist. Die gebräuchlichsten und bequemsten S. sind die Horizontaluhren. Bei diesen ist der Gnomon ebenfalls der Erdachse parallel, die den Schatten aufnehmende Ebene liegt aber dem Horizont parallel. Die vom Zeiger ausgehenden und die einzelnen Stunden bezeichnenden Strahlen sind aber nur bei