Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

56

Sonnenvögel - Sonnewalde

der Äquinoktialuhr alle gleich weit voneinander entfernt, bei allen andern S. hängt ihre Lage gegen die Mittagslinie von der geogr. Breite des Ortes ab und muß daher durch Rechnung oder Konstruktion gefunden werden. Eine Vertikaluhr ist eine solche S., deren Ebene auf dem Horizont vertikal steht; sie heißt eine Mittags- oder Mitternachtsuhr, wenn ihre Ebene genau von Osten nach Westen geht, und eine Morgen- oder Abenduhr, wenn ihre Ebene von Süden nach Norden gerichtet ist, während der Zeiger stets der Erdachse parallel sein muß. Die zuletzt erwähnten vier S. sind gewöhnlich auf den senkrechten vier Seiten eines Würfels verzeichnet, dessen horizontale obere Seite dann eine Horizontaluhr enthalten kann. Die Horizontaluhren sind die einzigen, die das ganze Jahr hindurch alle Stunden, solange die Sonne überhaupt scheint, zeigen. Eine Mittagsuhr kann nur im Winterhalbjahr alle Stunden des Tages, solange die Sonne scheint, zeigen, im Sommerhalbjahr zeigt sie höchstens die Stunden von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends; eine Mitternachtsuhr zeigt im Sommerhalbjahr die ersten Morgen- und letzten Abendstunden, im Winterhalbjahr gar keine Stunden; eine Morgenuhr zeigt nur die Vormittags-, eine Abenduhr nur die Nachmittagsstunden. - Vgl. Sonndorfer, Theorie und Konstruktion der S. (Wien 1864).

Sonnenvögel (Eurypygidae) oder Sonnenrallen, eine aus 1 Gattung und 2 Arten bestehenden Familie der Stelzvögel. Die bekanntere Art (Eurypyga helias Illig, s. Tafel: Stelzvögel II, Fig. 5) ist ein 22-24 cm langer Bewohner des nördl. Südamerikas, von reiherähnlichem Habitus, mit auffallend reichem, sehr bunt gerändertem Gefieder. Auch ein zu den Drosselmeisen gehöriger, im Himalaja vorkommender Singvogel, Pekingnachtigall (Leiothrix lutea Blyth), von der Größe des Rotschwänzchens, mit grauer Färbung, die sich auf der Kehle sehr schön zu Orange erhöht, wird Sonnenvogel genannt. Die Männchen dieser zierlichen Vögel haben einen sehr schönen Pfiff; sie gehören jetzt zu den beliebtesten Stubenvögeln und werden alljährlich in größeren Mengen auf den Markt gebracht und je nach dem Gesange mit 5 M. und mehr bezahlt. In der Pflege gleichen die S. den Drosseln und nehmen neben Weichfutter auch Hirse, Canariensamen u. dgl. Endlich heißen S. auch die Nektarinien (s. d.).

Sonnenwalde, s. Sonnewalde.

Sonnenweite, die mittlere Entfernung der Erde von der Sonne. Die Entfernungen der Körper unsers Sonnenkörpers giebt man gewöhnlich in S. an. Eine S. beträgt 148 154 000 km.

Sonnenwende, Pflanze, s. Heliotrop.

Sonnenwenden, auch Sonnenstillstandspunkte, Solstitien oder Solstitialpunkte, die beiden Punkte der Ekliptik, die vom Äquator am weitesten (23° 27') entfernt sind. Der eine derselben, auf der Nordseite des Äquators, heißt Sommersolstitium oder Sommerpunkt, weil für die nördl. Halbkugel der Erde der astron. Sommer beginnt, sobald die Sonne in diesem Punkte steht, was um den 21. Juni der Fall ist; der andere dieser Punkte heißt aus gleichem Grunde Wintersolstitium oder Winterpunkt (um den 21. Dez.). Zur Zeit der Sommersonnenwende sind auf der nördl. Erdhälfte die Tage am längsten, zur Wintersonnenwende am kürzesten. Auf der südl. Erdhälfte ist es umgekehrt. Nicht selten versteht man unter Solstitien auch die Zeitpunkte, in denen die Sonne in diesen beiden Punkten steht (um den 21. Juni und 21. Dez.). (S. Ekliptik.)

Sonnenwender, Instrument, s. Heliotrop.

Sonnenwirbel, Berg, s. Keilberg.

Sonnenzeit, die durch die scheinbare Bewegung der Sonne gemessene und bestimmte Zeit. Der Zeitraum, der zwischen zwei aufeinander folgenden Mittagen oder (obern) Kulminationen der Sonne verfließt, heißt ein Sonnentag; er würde aber als Zeiteinheit oder Zeitmaß nur dann geeignet sein, wenn er immer gleiche Länge hätte. Teils der Umstand, daß die Erde nicht immer gleich weit von der Sonne entfernt ist und sich je nach der geringern oder größern Entfernung schneller oder langsamer bewegt, teils die Neigung der Ekliptik, in der sich scheinbar die Sonne bewegt, gegen den Äquator haben eine Ungleichheit der wahren Sonnentage zur Folge, die zwar an sich nicht bedeutend ist, indem der Unterschied zwischen dem längsten und kürzesten derselben im ganzen Jahre noch keine volle Minute beträgt, aber doch bedeutend genug, um störend zu sein. Man denkt sich daher statt der wahren Sonne eine mittlere, die sich nicht in der Ekliptik, sondern im Äquator, und zwar mit völlig gleichmäßiger Geschwindigkeit bewegt, und nennt den Zwischenraum zwischen zwei aufeinander folgenden Kulminationen dieser gedachten Sonne, der das Mittel aus allen wahren Sonnentagen im ganzen Jahre ist, einen mittlern Sonnentag. Daher unterscheidet man auch wahre und mittlere Zeit; die erstere wird von den Sonnenuhren angegeben, nach letzterer sind die im bürgerlichen Leben gebräuchlichen Taschen- und Pendeluhren reguliert. Beide Zeiten oder Zeitangaben weichen zweimal im Jahre ungefähr eine Viertelstunde voneinander ab, nämlich um den 11. Febr., wo der wahre Mittag um 14¼ Minuten später, und um den Anfang des Novembers, wo er um 16¼ Minuten früher fällt als der mittlere; viermal im Jahre stimmen sie überein, nämlich um den 15. April, 15. Juni, 1. Sept. und 25. Dez. Der Unterschied zwischen beiden Zeiten heißt Zeitgleichung. über die Beziehung zwischen mittlerer Zeit und Sternzeit s. Sternzeit.

Sonnenzirkel oder Sonnencyklus, ein Zeitraum von 28 Jahren, nach dessen Verlauf die Ordnung der Wochentage bleibend wieder auf dieselben Monatstage fällt, was jedoch strenggenommen nur im Julianischen Kalender stattfindet, während im Gregorianischen Kalender, wo in den Säkularjahren der Schalttag ausfällt (s. Kalender), sich dieses Verhältnis ändert. Addiert man zu einem gegebenen Jahre der christl. Zeitrechnung die Zahl 9 und dividiert die Summe durch 28, so ist der Rest dieser Division der gesuchte S., d. h. er giebt an, das wievielste Jahr eines S. das gegebene Jahr ist. So war für 1894 der S. 27, also fallen 1896 die Wochentage auf dieselben Monatstage wie 1868. Von Bedeutung ist der S. für die Bestimmung des Sonntagsbuchstabens (s. d.).

Sonneratshuhn, s. Hühner.

Sonnewalde, auch Sonnenwalde, Stadt im Kreis Luckau des preuß. Reg.-Bez. Frankfurt, an der Linie Berlin-Elsterwerda (Station Brenitz-S. 4 km entfernt) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1895) 1092 meist evang. S., Post, Telegraph; Brauerei und Landwirtschaft. Nahebei der Flecken S. (110 (5.), Standesherrschaft mit Schloß des Grafen zu Solms-Sonnewalde.