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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Sonorlaut; Sonrhay; Sonsbeck; Sontag; Sonthofen; Sontius; Sontra; Sonzogno; Sooden; Soole; Soonwald; Soor

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Sonorlaut - Soor

Tepehuana-Gruppe; dazu die Sprachen der Tepehuana, die im Staate Durango, östlich von den Acaxee wohnen, und der Julime im Staate Chihuahua. 4) Die Tarahumara-Gruppe; dazu die Sprachen der Tarahumara im Staate Chihuahua, der Tubar im Quellgebiet des Rio Fuerte, an der Grenze von Sinaloa, der Guazapar, Varogio und Pachera. 5) Die Cahita-Gruppe; dazu das Tehueco, gesprochen von den Sinaloa und andern Stämmen im Gebiet des Rio del Fuerte in Sinaloa, und die Sprache der Mayo und Hiaqui oder Yaqui in Sonora. 6) Die Opata-Gruppe; dazu das Opata oder Tegüima, das Eudeve und Ova oder Jova. Alle drei in Sonora. 7) Die Pima- oder Nevome-Gruppe, gesprochen von den Stämmen der Pimeria baja, die südlich von den Opata am untern Rio Sinaloa wohnen, und von den Stämmen der Pimeria alta, die nördlich von den Opata bis zum Rio Gila sich erstrecken. 8) Die San Bernardino-Gruppe, d. h. die Sprachen Chimehueve, Quechi, Netela, Cahuillo, Kizh des südl. Kaliforniens. 9) Die Shoshoni-Gruppe; dazu gehören die Comanches (s. d.), die Caihua (Kiowa) in Texas, die Moqui in Arizona. die Pa-yute (Pah-Utah) in der Sierra Nevada, die Yu-in-tetso (Utah) am Großen Salzsee und die Shoshoni (s. d.). - Vgl. Buschmann, Das Lautsystem der S. S. (in den "Veröffentlichungen der Akademie der Wissenschaften", Berl. 1862); Orozco y Berra, Geografia de las lenguas de México (1864).

Sonorlaut, s. Laut.

Sonrhay, Negerstamm, s. Songhay.

Sonsbeck, Stadt im Kreis Mörs des preuß. Reg.-Bez. Düsseldorf, 15 km von der niederländ. Grenze und 10 km südwestlich vom Rhein, in einer von der Ley, der Roten Ley und dem Mühlenbache durchflossenen Ebene, hat (1895) 1885 E., darunter 124 Katholiken und 41 Israeliten, Post, Fernsprechverbindung, evang. und kath. Kirche; Sammet-, Plüsch- und Schuhwarenindustrie, vier Lohgerbereien, zwei Töpfereien, Dampfmolkerei, Holz- und Lohehandel. In der Nähe ein großes Krankenhaus und eine Irren- und Idiotenanstalt (unter Leitung von Franziskanerinnen). Nördlich von S. der Balberger Wald und der Hochwald.

Sontag, Henriette, Sängerin, geb. 3. Jan. 1806 zu Koblenz, studierte auf dem Konservatorium in Prag und trat im 15. Jahre zum erstenmal als Opernsängerin auf. Bald nachher erhielt sie eine Anstellung bei der deutschen Oper in Wien, wo sie zugleich auch in der ital. Oper mitwirkte. 1824 gastierte sie in Leipzig und wurde in demselben Jahre, nebst Mutter und jüngerer Schwester, an das neue Königstädter Theater in Berlin berufen. Von da beginnt ihre Glanzzeit. Bald zur Kammersängerin ernannt, gewann sie durch wiederholtes Auftreten in Paris und London Weltruf. 1830 zog sie sich zuerst vom Theater, dann überhaupt von der Öffentlichkeit zurück, nachdem sie sich 1828 mit dem sardin. Gesandtschaftssekretär im Haag, Grafen Rossi, der später Gesandter in Frankfurt a. M., Petersburg und Berlin war, heimlich vermählt hatte. 1849 nahm sie die Künstlerthätigkeit wieder auf, überall mit der alten Begeisterung empfangen. Auf einer Kunstreise durch Amerika erlag sie 17. Juni 1854 zu Mexiko der Cholera. 1855 wurde ihre Leiche im Kloster Marienthal bei Ostritz in der sächs. Lausitz beigesetzt, wo auch ihr Gatte ruht. Henriette S. gehörte zu den liebenswürdigsten und begabtesten Vertreterinnen der Kunst des Gesangs, in der sie außer der Catalani keine Nebenbuhlerin hatte. Sie vereinigte die ital. und deutsche Schule durch das geistige Element, das ihre vollendete Technik durchdrang. Das Feld ihrer vorzüglichsten Wirksamkeit als dramat. Sängerin war das Lyrische und das Graziöse.

Ihr jüngerer Bruder Karl S., geb. 7. Jan. 1828 in Berlin, widmete sich seit 1848 am Hoftheater zu Dresden der Bühne, war 1850-51 am Hofburgtheater in Wien engagiert, ging dann nach Schwerin, wo er die ersten Helden-, Konversationsliebhaber- und Bonvivantrollen gab, und vertrat seit 1859 dieselben Fächer in Dresden, seit 1862 in Hannover, aus welcher Stellung er jedoch infolge Herausgabe seiner Selbstbiographie ("Vom Nachtwächter zum türk. Kaiser", 4. Aufl., 2 Bde., Hannov. 1878) ausschied. Seitdem gastiert er ausschließlich. S. schrieb außerdem: "Frauenemancipation" (drei verschiedene Ausgaben in Berlin und Hannover), "Schimpfereien" (Berl. 1894).

Sonthofen. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez. Schwaben, hat 1004,10 qkm und (1895) 31 398 (15 453 männl., 15 945 weibl.) E. in 36 Gemeinden mit 320 Ortschaften, darunter 1 Stadt. - 2) Markt und Hauptort des Bezirksamtes S., rechts an der Iller, in den Allgäuer Alpen, von Wäldern und Wiesen umgeben, an den Nebenlinien Immenstadt-S. (8,3 km) der Bayr. Staatsbahnen und S.-Oberstdorf (13,5 km) der Lokalbahnaktiengesellschaft, Sitz des Bezirksamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Kempten) und Hüttenamtes, hat (1895) als Gemeinde 3318 E., darunter etwa 100 Evangelische, Post, Telegraph, schöne Kirchen mit alten Gemälden, Schloß, Vorschußverein; Hüttenwerk, Eisengießerei, Weberei, Käsebereitung, besuchte Viehmärkte. Nahebei die Ruine Fluchenstein und Eisenerzgruben. Nordöstlich erhebt sich der Grünten (s. d.).

Sontius, lat. Name des Isonzo (s. d.).

Sontra, Stadt im Kreis Rotenburg des preuß. Reg.-Bez. Cassel, an der rechts zur Wehre gehenden S. und der Linie Bebra-Göttingen der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Cassel), hat (1895) 1925 E., darunter 25 Katholiken und 124 Israeliten, Post, Telegraph, ein 1491 erneuertes Schloß; Hefenfabrikation, Gerberei, Schlauchweberei, Branntweinbrennerei, Molkerei, Gipsfabrik und Schwerspatmühlen.

Sonzogno, Edoardo, ital. Buchdrucker und Verlagsbuchhändler, s. Società Editrice Sonzogno.

Sooden. 1) S. an der Werra, Flecken im Kreis Witzenhausen des preuß. Reg.-Bez. Cassel, links an der Werra, gegenüber von Allendorf, in 152 m Höhe, an der Linie Bebra-Göttingen (Station S.-Allendorf) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1895) 726 meist evang. E., evang. Kirche, Salzwerke (schon 775 genannt) und ein Solbad mit Inhalatorium (1896: 1726 Kurgäste). - Vgl. Solbad S. an der Werra und seine Umgebung (Halle a. S. 1892); Lange, Zu den S. (Cass. 1897). - 2) S., Dorf in Bayern, s. Soden.

Soole, s. Sole.

Soonwald, Teil des Hunsrück (s. d.).

Soor, Mundkrankheit, s. Schwämmchen.

Soor (Sohr, auch Sorr), Dorf in der österr. Bezirkshauptmannschaft und dem Gerichtsbezirk Trautenau in Böhmen, zwischen Trautenau und Königshof, hat (1890) als Gemeinde 1106 E. und ist bekannt durch die Schlacht am 30. Sept. 1745. Friedrich d. Gr. hatte Mitte September sein 36 000 Mann starkes Heer von Jaromircz nach S. geführt.