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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Spanisches Rohr - Spanish Stripes

sehr nahe stehende Dialekt der Landschaft Bierzo (Bergidum), der der Landschaft Orbigo und der von Astorga, auch maragato genannt; dieser dem Castilianischen schon sehr nahe verwandten Mundart hat sich der Dichter des Alexanderliedes bedient. Die Nationalsprache zu bearbeiten fing man erst im 15. Jahrh. an: Alonso de Palencias lat.-span. Lexikon erschien 1490, 1492 das viel gebrauchte lateinisch-spanische und spanisch-lateinische des Humanisten Antonio de Lebrija, sowie desselben "Tratado de gramática sobre la lengua castellana". Ein anonymer "Dialogo de la langua", dem Valdes zugeschrieben (1540), einige Arbeiten von Aldrete und andern sammelte 1782 Mayans y Siscar und schrieb selbst "Origines de la lengua española" (hg. von Hartzenbusch und Mier, Madr. 1873). Gesetzgebend für Grammatik und Wörterbuch ward das "Diccionario" der Spanischen Akademie (zuerst 1771, dann in immer neuen Auflagen, deren letzte (12.) von 1884). Dieses bereicherte mit vielen Zusätzen und Verbesserungen Salvá, der auch die beste span. Grammatik für Einheimische und nach dem gegenwärtigen Sprachgebrauche schrieb. Dagegen mangelt es den Spaniern noch an einer histor. Grammatik. Das Beste ist Baists Artikel in Gröbers "Grundriß der roman. Philologie". Für Deutsche sind die brauchbarsten Hilfsmittel die Grammatik von Wiggers (Lpz. 1860; 2. Aufl. 1884), Fesenmaier (3. Aufl., Münch. 1884), Schilling (10. Aufl., Lpz. 1894), die Wörterbücher von Franceson (3. Aufl., 6. Abdr., ebd. 1884), von Booch-Arkossy (7. Aufl., ebd. 1887) und von Tolhausen (3. Aufl., 2 Bde., ebd. 1897). Den Versuch eines etymolog. Wörterbuchs machten Covarrubias (Madr. 1611), Cabrera (ebd. 1837) und Monlau (ebd. 1859; 2. Aufl. 1882) und neuerdings R. Barcia (5 Bde., ebd. 1883) und L. Eguilaz (Granada 1880); die span. Synonymik bearbeiteten Huerta und March, die Orthographie die Akademie in einem besondern "Tratado", der jetzt als Anhang der Grammatik beigefügt wird, doch auch getrennt und stets mehr vereinfacht immer wieder erschienen ist, zuletzt 1876.

Spanisches Rohr, s. Rohr, Arundo und Calamus.

Spanisches Rot, s. Carthamus.

Spanisches System, s. Kaserne.

Spanisches Wachs, s. Siegellack.

Spanische Wand, zusammenlegbare, überall aufstellbare Wand, die zum Schutz gegen Wind in Gärten und auf Balkonen, sowie in Zimmern zur Abtrennung eines Raumes dient. Sie besteht aus einzelnen, mit Scharnieren verbundenen Rahmen, die mit buntem Zeug oder Tapete überspannt sind und oft in ihrer Fläche künstlerische Ausschmückung zeigen. Am bequemsten sind die Rollschutzwände, die wie Rolljalousien aus einer Menge mit den Längsseiten scharnierartig aneinander gereihten Holzstäben bestehen und leicht jede beliebige Krümmung annehmen.

Spanische Weide, Pflanzengattung, s. Ligustrum.

Spanische Weine, die in Spanien erzeugten Weine. Im allgemeinen steht zwar die Kultur der Rebe und namentlich die Weinbehandlung noch auf tiefer Stufe, indessen wird ihr in den Hauptproduktionsgebieten doch hinlängliche Sorgfalt gewidmet; ausgezeichnet sind besonders die Orte Tarragona, Malaga und Jerez de la Frontera; dort sind ausländische Firmen und Kapitalien stark bei der Produktion beteiligt. Der Reichtum der letztern ist größer als in irgend einem andern Lande, und die Qualität durchläuft alle Grade der Klassifikation. Schon der span. Landwein (Vino comun) liefert in vielen Lagen ganz vorzügliche Sorten, so z. B. den Spottorno von Cartagena, den Alelia von Barcelona, die Weine von Reus, Alava, Taya, Saragossa, Huesca, Tarragona, Logrono, der Hauptstadt der Rioja, den Xarello von Villafranca u. s. w. Es werden darunter ebenso viele Rotweine (Tinto) als Weißweine erzeugt. Der dunkelrote Wein von Alelia wird nach einigen Jahren hell und dem besten Sherry ähnlich. Von Edelweinen sind zu nennen: vor allen der Sherry (s. d.) in seinen verschiedenen Abstufungen, ferner der Alicantewein (s. d.), der Pedro-Ximenes-Wein (s. d.), der rote Valdepeñas aus der Mancha, die Malagaweine (s. d.), der süße Garnachawein aus Cariñena, der Albillo von Villafranca, der fast schwarze Benicarlo (s. d.), die Palmaweine der Balearen, der barcelonische Tarrasa, der granadinische Tinto di rota u. s. w. Viele der S. W. gehören zu den besten Liqueurweinen der Erde. Auch moussierender Wein (Vino espumoso) wird in verschiedenen Fabriken, namentlich in Barcelona erzeugt. Nicht alle S. W. sind feurig und süß, geschätzt sind im Lande am meisten die trocknen Weine, wie Manzanilla und Valdepenas; der gewöhnliche Tischwein (Vino de mesa) ist säuerlich (acidulo), und auch der Vino secco, der Trockenwein, herb, doch voll Feuer, und wohl der den Spaniern am meisten zusagende Wein. Der Vino dulce (z. B. Lagrimas in Malaga) ist als Damenwein beliebt. Große Massen S. W. geringerer Gattung gehen alljährlich nach Frankreich, wo sie, namentlich in der Stadt Cette, umgeformt und unter beliebiger Etikette in den Handel gebracht werden. Außerdem geht der Export vornehmlich an Sherryweinen zumeist nach England, Rußland, Nordamerika und Brasilien. Doch ging die Ausfuhr in den letzten Jahren, infolge des allzu reichlichen Zusetzens von (aus Deutschland bezogenem) Alkohol, zurück, weshalb 1894 der Zusatz von Industriespiritus zum Wein verboten wurde. In den Weingegenden Malagas hat sich seit 1878 die durch franz. Händler eingeschleppte Reblaus in verderblichem Grade gezeigt und besonders die Rosinentrauben zerstört. Die Hauptweinhandelsplätze in Spanien sind: San Lucar de Barameda und Cadiz, Malaga, Tarragona und Barcelona. Über Produktion und Handel s. Spanien.

Spanische Wicke, Pflanze, s. Lathyrus.

Spanischfliegenkollodium, s. Collodium cantharidatum.

Spanischfliegenöl (0lem cantharidatum), zur Anfertigung von Spanischfliegensalbe dienendes Öl.

Spanischfliegenpflaster, s. Spanische Fliege.

Spanischfliegensalbe, Fontanellsalbe (Unguentum Cantharidum), besteht aus 3 Teilen Spanischfliegenöl und 2 Teilen gelbem Wachs. Es wird als Hautreizmittel gebraucht.

Spanischgelb, soviel wie Auripigment (s. d.).

Spanisch-Portugiesischer Befreiungskrieg, s. Französisch-Spanisch-Portugiesischer Krieg von 1807 bis 1814.

Spanisch-ungarische Ordonnanz, s. Fechtart.

Spanischweiß, s. Blanc d'Espagne.

Spanish Port (spr. spännisch), Nachahmung des Portweins (s. d.).

Spanish Stripes (engl., spr. spännisch streips), ein im Orient und in der Levante vielfach verwendetes leichtes, dünnes Tuch aus Zephyrwolle in vorzugsweise hellen Farben.