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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Spanish Town - Spannungserscheinungen

Spanish Town (spr. spännisch taun), früher Santiago de la Vega, Stadt auf der brit. Insel Jamaika in Westindien, rechts am Cobrefluß, an der Eisenbahn Kingston-Old Harbour, welche hier nach Angel abzweigt, zählt (1891) 5019 E. und war bis 1871 Hauptstadt der Insel.

Spanish Town (spr. spännisch taun), Stadt auf der brit. Insel Trinidad (s. d.).

Spannbalken, Konstruktionsteil beim Hängewerk (s. d.) und beim Sprengwerk (s. d.).

Spanne, Bergwerksmaß, s. Gräpel.

Spanne, die Raupe des Frostschmetterlings (s.d.).

Spanner (Geometridae), eine aus etwa 2000 Arten bestehende Familie der Nachtschmetterlinge, von meist geringer oder mittlerer, selten bedeutender Größe und unscheinbarer Färbung, wenn auch oft sehr eleganter Zeichnung, mit borstenförmigen, häufig, namentlich bei den Männchen, gekämmten Fühlern, immer ohne Nebenaugen, mit schmächtigem Körper, großen und breiten, aber zarten Flügeln, die in der Ruhe meist flach ausgebreitet aufliegen. Bei den Weibchen einiger Gattungen sind die Flügel verkümmert oder fehlen gänzlich, während bei wenigen andern die Hinterflügel scheinbar doppelt (mit einem flügelartigen Anhang versehen) sind. Die Raupen sind meist nur zehnfüßig und ihr Gang ist infolge des Fehlens der mittlern Bauchfüße eigentümlich spannmessend (s. Tafel: Raupen, Fig. 9, 10 u. 14) und hat die deutsche und lat. Benennung der Tiere veranlaßt. S. finden sich auf der ganzen Erde, aber mehr in gemäßigten Klimaten, manche Arten gehen weit nach Norden und hoch ins Gebirge hinauf, und einzelne stiegen bei uns dem entsprechend sehr zeitig oder sehr spät im Jahre, so im November der höchst schädliche kleine (Cheimatobia brumata L.) und große Frostspanner (Geometra s. Hibernia defoliaria L., s. Tafel: Schädliche Forstinsekten II, Fig. 6a, b, c, Bd. 6, S. 999). Einige einheimische Arten sind grün, wie das sog. grüne Blatt (Geometra papilionaria L., s. Tafel: Schmetterlinge II, Fig. 17), ein bis 50 mm klafternder, im Juni erscheinender Schmetterling, dessen grüne, mit gelb und rot gezeichnete Raupe im Mai auf den Birken lebt. Einheimische Formen sind ferner: der Schwalbenschwanzspanner (Urapteryx sambucaria L., Fig. 25), dessen Raupe auf Holunder u. s. w. lebt, Cidaria hastata Tr. (Fig. 27), Cidaria sagittata Tr. (Fig. 21), die schöne im Frühling und zum zweitenmale im Sommer fliegende Lythria purpuraria L. (Fig. 6) und Lygris reticulata Tr. (Fig. 19).

Spannfedern, technisch, s. Feder.

Spannkraft, s. Energie.

Spannmuskel der Aderhaut, s. Ciliarmuskel.

Spannnagel, Bolzen am Wagen (s. d.).

Spannnerv, s. Torsionswurfmaschinen.

Spannriegel, Konstruktionsteil beim Hängewerk (s. d.) und beim Sprengwerk (s. d.).

Spannrolle, s. Riementrieb.

Spannsäge, s. Sägen.

Spann- und Trockenmaschine, s. Appretur.

Spannung, in der Physik der elastische Zustand, in welchem sich Fäden, Darmsaiten, Metalldrähte u. s. w. befinden, wenn man Gewichte daran hängt und dadurch die gegenseitige Lage ihrer Teile verändert, ohne sie zu zerreißen. Nicht nur bei der Ausdehnung, sondern auch bei der Zusammendrückung der elastischen Körper tritt S. auf. Man bezeichnet mit dem Namen S. auch die Kraft, die bei der Dehnung oder Pressung eines Körpers auftritt und dieser entgegenwirkt. (S. Dehnbarkeit und Elasticität.)

Über S. (den Druck) der Gase s. Boylesches Gesetz und Gay-Lussacsches Gesetz; über Dampfspannung s. Dampf; über die S. des Wasserdampfes in der Luft s. Dunstdruck; über Elektrische Spannung s. d. - Über S. bei Baukonstruktionen s. Festigkeit und Spannweite. - Über S. als Börsenausdruck s. Stellage.

Spannungserscheinungen der Pflanzen, Gewebespannungen, physiol. Veränderungen, die eintreten, wenn die in den Organen der höhern Pflanzen miteinander verbundenen Zellgruppen ein verschiedenartiges Ausdehnungsbestreben zeigen. Schon durch das Eigengewicht der einzelnen Pflanzenteile werden Zug- und Druckspannungen in denjenigen Teilen hervorgerufen, die dieses Gewicht unterstützen müssen; so hat ein mächtiger Baumstamm ganz bedeutende Lasten zu tragen, ein Fruchtstiel einer Kürbis- oder einer andern großfrüchtigen Pflanze hat ebenfalls beträchtliche Zugspannungen auszuhalten. Viel mannigfaltiger noch sind die Arten der Gewebespannung, die durch innere Ursachen veranlaßt werden. Man kann sie in drei Gruppen einteilen: 1) solche, die durch Turgordifferenzen entstehen, wobei also nur der Unterschied m der Größe des hydrostatischen Drucks, der in zwei benachbarten Zellgruppen besteht, S. hervorruft; 2) solche, die bei ungleichem Wachstum zweier benachbarter Zellgruppen entstehen, und 3) solche, bei denen Ursache der Spannungen die verschiedene Imbibitionsfähigkeit der einzelnen Zellwände ist. In die erste Kategorie gehören u. a. diejenigen S., die in den jungen noch wachsenden Internodien der meisten höhern Pflanzen auftreten. Die Zellen, die die nötige Festigkeit dieser jungen Pflanzenteile bewirken, sind in der Regel langgestreckt und in ihrem Innern ist kein bedeutender hydrostatischer Druck vorhanden, die übrigen Zellen dagegen, hauptsächlich die parenchymatischen Elemente des Markes und der Rinde, besitzen, wenn genügend Wasserzufuhr vorhanden ist, einen hohen Turgor, der oft bis zu 10-12 Atmosphären Druck in der einzelnen Zelle steigen kann. Durch die hieraus resultierende Gewebespannung zwischen dem Parenchym und jenen den Festigungsapparat oder gewissermaßen das Skelett bildenden Zellen wird bewirkt, daß die Internodien straff aufwärts gerichtet sind und nicht herabhängen; ähnlich wie ein Gummischlauch, in den unter hohem Druck Wasser hineingepreßt wird, sich aufrichtet und eine größere Biegungsfestigkeit erlangt, als er im ungespannten Zustande besitzt. Das Herabhängen der jungen Internodien tritt erst dann ein, wenn die Bedingungen für die Herstellung einer starken Turgescenz in den Parenchymzellen nicht gegeben sind; wenn also z. B. das nötige Wasser mangelt, wie dies beim Welken junger Pflanzenteile der Fall ist.

Zu den S., die durch Wachstum hervorgerufen werden, gehört unter anderm die Rindenspannung. Da die Rinde bei vielen Pflanzen längere Zeit erhalten bleibt, während sie in ihren äußern Partien nicht mehr wachstumsfähig ist oder doch nur langsam die durch das Dickenwachstum hervorgerufenen tangentialen Zugkräfte mittels selbständigen Wachstums ausgleichen kann, so werden zwischen dem Holzkörper und der Rinde mannigfaltige S. auftreten müssen. In den äußern Partien werden Risse, Zerklüftungen u. dgl. oder auch bloß starke Dehnungen erzeugt, wodurch die Rinde bald eine glatte, bald eine rissige Oberfläche erhält.