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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Spengler; Spenn; Spennymoor; Spenser; Spenserstanze; Speotyto; Speranskij; Speratus; Sperber

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Spengler - Sperber

Bedenken, Gutachten und Briefen über religiöse Angelegenheiten, die seit 1700 erschienen, spricht überall echt christl. Sinn, sanfte Duldung, seine Menschenkenntnis und Eifer für das Gute. Er starb 5. Febr. 1705 zu Berlin. (S. Pietisten.) S.s schriftstellerische Thätigkeit war eine sehr fruchtbare: das Verzeichnis in der Cansteinschen Lebensbeschreibung (Halle 1740) weist 108 Schriften auf. Auch ist er der Begründer der wissenschaftlichen Heraldik (s. d.) in Deutschland. - Vgl. Hoßbach, Philipp Jakob S. und seine Zeit (2 Bde., Berl. 1828; 3. Aufl. von Schweder, 1861); Thilo, S. als Katechet (ebd. 1840); Ritschl, Geschichte des Pietismus, Bd. 2 (Bonn 1884); Grünberg, Phil. Jakob S. (Bd. 1, Gött. 1893); Rade, S. in Frankfurt (Frankf. a. M. 1893).

Spengler, s. Klempner.

Spenn., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für Fridolin Karl Leopold Spenner, geb. 25. Sept. 1798 zu Säckingen in Baden, gest. 5. Juli 1841 als Professor der Botanik zu Freiburg i. Br.

Spennymoor (spr. -muhr), Stadt in der engl. Grafschaft Durham, unweit rechts des Flusses Wear, im Süden der Hauptstadt Durham, hat (1891) 6041 E.; Kohlengruben und Eisenindustrie.

Spenser, Edmund, engl. Dichter, geb. 1552 zu London, trat 1569 ins Pembroke-College zu Cambridge. Nachdem er hier 1576 die Magisterwürde erlangt hatte, fand er in London an Sir Phil. Sidney einen einflußreichen Gönner. Diesem widmete S. 1579 seinen "Shepherd's calendar", ein Hirtengedicht in 12 Eklogen, aber voll von theol. Disputationen. Auf Sidneys Empfehlung wurde er Geheimschreiber bei Lord Grey, dem Statthalter von Irland. 1586 wurde ihm ein bedeutendes Besitztum, Kilcolman Castle, in der Grafschaft Cork verliehen, mit der Bedingung, daselbst seinen Aufenthalt zu nehmen. Dort schrieb er sein episches Gedicht "Faerie Queene (Fairy Queen)", dessen erste drei Bücher er 1589 Sir Walter Raleigh mitteilte. Mit diesem ging er dann nach London, wo er im folgenden Jahre die drei Bücher herausgab und der Königin widmete, die ihm dafür ein Jahresgehalt von 50 Pfd. St. aussetzte. Nach Irland zurückgekehrt, dichtete er hierauf "Epithalamium", "Daphnaida", die Elegie "Astrophel", dem Andenken seines Freundes Sidney gewidmet, Sonette u. s. w. Von der "Fairy Queen" erschien 1596 das vierte bis sechste Buch. Von den übrigen sechs Büchern erschienen nur Bruchstücke, und es ist gewiß, daß er das Werk nicht vollendete. Bei dem Aufstande der Iren 1598 richtete sich die Volkswut auch gegen S., der als Sheriff von Cork sich Ungerechtigkeiten hatte zu Schulden kommen lassen. Schloß Kilcolman wurde überfallen und S. und seine Familie entkamen nur mit Mühe bis auf ein Kind, das in den Flammen umkam. S. ging nun nach London, wo er 16. Jan. 1599 starb. Er wurde in der Westminsterabtei begraben. Auch eine in dialogischer Form verfaßte Prosaschrift, "A view of the present state of Ireland", stammt von S. und zog ihm ihres freimütigen Inhalts wegen die Ungnade der Königin zu. Sein Ruhm gründet sich neben dem "Shepherd's calendar" auf die "Fairy Queen", ein auf 12 Bücher, jedes zu 12 Gesängen, angelegtes allegorisches Heldengedicht zum Preise von 12 Tugenden und der Königin. S. besaß eine fruchtbare und glänzende Einbildungskraft, große Kraft der Darstellung, Reinheit des Sinns und dazu Wohlklang der Sprache und Vollendung im Versbau, die Bewunderung verdienen. Sein Versmaß war die sog. Spenserstanze (s. Stanze). Ausgaben von S.s Werken besorgten Hughes (6 Bde., Lond. 1715), Todd (8 Bde., ebd. 1805 u. ö.), Masterman (5 Bde., Boston 1839), Aikin (5 Bde., Lond. 1843; in einem Bande, 1845), Mitford (5 Bde., ebd. 1852), Routledge (ebd. 1853), Child (Bost. 1855), Collier (5 Bde., Lond. 1862) und Morris (ebd. 1873, mit Einleitung von Hales. Ein Teil des 1. Buches erschien deutsch von Schwetschke, Halle 1851). - Vgl. Warton, Observations on the Fairy Queen (Lond. 1754 u. ö.); Duff, Critical observations (ebd. 1770); Craik, S. and his poetry (3 Bde., ebd. 1846); N. W. Church, Spenser (ebd. 1888).

Spenserstanze, s. Stanze.

Speotyto, Vogelgattung, s. Prairiekauz.

Speranskij, Michael, Graf, russ. Staatsmann, geb. 1. Jan. 1772 im Gouvernement Wladimir, erhielt seine Bildung zu Petersburg und wurde 1795 Professor der Mathematik und Philosophie an der dortigen Geistlichen Akademie, dann Privatsekretär des Fürsten Kurakin. Kaiser Alexander I. ernannte ihn 1801 zum Staatssekretär des Geheimen Conseils. Er kam bald in direkte Beziehungen zum Kaiser, den er unter anderm auch zur Zusammenkunft mit Napoleon I. nach Erfurt begleitete, und ihm wurde die Ausarbeitung eines Plans zur Organisation der Verfassung und Verwaltung des ganzen Reichs übertragen. Schon 1808 wurde er Kollege des Justizministers, 1809 erhielt er den Rang eines Wirkl. Geheimrats und sodann das Amt des Reichssekretärs des neu errichteten Reichsrates. Doch wurde er durch Intriguen gestürzt und 17. März 1812 plötzlich nach Nishnij Nowgorod, dann nach Perm in die Verbannung geschickt. In den Staatsdienst zurückberufen, ward er 1816 zum Gouverneur der Provinz Pensa und 1819 zum Generalgouverneur von Sibirien ernannt, wo er zwei Jahre segensreich wirkte, bis er im März 1821 vom Kaiser Alexander I. am Hofe wieder aufgenommen und zum Mitglied des Reichsrates ernannt wurde; doch erlangte er keinen Einfluß. Erst Kaiser Nikolaus I. übertrug ihm die Abfassung des Reichsgesetzbuches. Auch schrieb er mehrere Denkschriften über die russ. Gesetzgebung. S. starb 11. Febr. 1839 in Petersburg, nachdem er kurz zuvor in den Grafenstand erhoben worden war. - Vgl. von Korff, Das Leben des Grafen S. (russisch, Petersb. 1861).

Seine Tochter Elisabeth von Bagrejew-Speranskij, geb. 17. Sept. 1799 zu Petersburg, mit einem Herrn Bagrejew vermählt, hat sich als (franz.) Schriftstellerin über religiöse und philos. Gegenstände bekannt gemacht. Sie starb 4. April 1859 in Wien. - Vgl. Duret, Un portrait russe (Lpz. 1867).

Speratus, Paulus (eigentlich Paul Offer), luth. Geistlicher und Dichter von Kirchenliedern, geb. 13. Dez. 1484 zu Röthlen bei Ellwangen, war Prediger zu Dinkelsbühl, Würzburg, Salzburg, Wien, wurde auf Luthers Empfehlung 1524 Hofprediger in Königsberg bei Herzog Albrecht von Preußen, 1529 Bischof von Pomesanien und starb 12. Aug. 1551 in Marienwerder. Er dichtete das Lied "Es ist das Heil uns kummen her" (zuerst im "Erfurter Enchiridion", 1524). - Vgl. Cosack, P. S.' Leben und Lieder (Braunschw. 1861); Tschackert, P. S. von Rötlen (Halle 1891).

Sperber (Nisus), eine Gattung der Tagraubvogelfamilie der Accipitrinae, bei welcher der Schnabel kurz und mit einem stumpfen Zahne in