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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Spielbein; Spielberg; Spieldosen; Spielgelder; Spielgraf; Spielhagen; Spielhahn; Spielhonorar; Spielkarten

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Spielbein - Spielkarten

(Gesetz vom 1. Juli 1868), die damals vorhandenen (Baden-Baden, Wiesbaden, Ems, Homburg, Nauheim u. s. w.) wurden bis 1872 geduldet; ferner in Österreich-Ungarn, Frankreich (seit 1839), England, Holland, der Schweiz, Italien, Spanien. Viel besucht ist die Spielbank in Monte-Carlo; neuerdings wird auch wieder in Belgien (Ostende) gespielt.

Spielbein, in der Plastik dasjenige Bein einer menschlichen Figur (s. Ponderation), das den Körper nur leicht unterstützt, während das andere Bein, Standbein, die volle Last des Körpers zu tragen hat. Beispiele bieten Tafel: Griechische Kunst II, Fig. 7, und Taf. III, Fig. 3; Tafel: Italienische Kunst IV, Fig. 5, und Taf. V, Fig. 5.

Spielberg, Berg mit Citadelle (jetzt Kaserne) bei Brunn (s. d.).

Spieldosen, s. Automatische Musikwerke und Musikinstrumente, mechanische.

Spielgelder, s. Nadelgelder.

Spielgraf, s. Graf.

Spielhagen, Friedr., Romandichter, geb. 24. Febr. 1829 zu Magdeburg, widmete sich seit 1847 zu Berlin, Bonn und Greifswald philol. und philos. Studien. Später wandte er sich ausschließlich litterar. Bestrebungen zu. Seit 1862 lebt S. zu Berlin. 1878 übernahm er die Redaktion von Westermanns "Illustrierten deutschen Monatsheften", die er 1884 aufgab, um ganz seinen poet. Arbeiten leben zu können. Schon seine beiden ersten novellistischen Versuche, "Clara Vere" (1857) und "Auf der Düne" (1858) wurden beifällig aufgenommen. Seinen eigentlichen Ruf begründete er mit den "Problematischen Naturen" (4 Bde., Berl. 1860 u. ö.), mit der Fortsetzung "Durch Nacht zum Licht" (4 Bde., ebd. 1861 u. ö.), einem Zeitroman, der, in Gutzkows Bahnen wandelnd, mit Erfolg den Idealismus der ältern Schule mit den realistischen Tendenzen der Neuzeit zu verbinden strebt. Seitdem veröffentlichte S. noch: "In der zwölften Stunde" (Lpz. 1863 n. ö.), "Die von Hohenstein" (ebd. 1864 u. ö.), "Röschen vom Hofe" (ebd. 1864 u. ö.), "In Reih' und Glied" (5 Bde., 1866 u. ö.), "Hans und Grete", "Unter Tannen", "Vermischte Schriften", "Hammer und Amboß" (5 Bde., Schwer. 1869 u. ö.), "Die Dorfkokette", "Deutsche Pioniere", "Allzeit voran", "Was die Schwalbe sang", "Ultimo", "Aus meinem Skizzenbuch", "Sturmflut" (3 Bde., Lpz. 1877 u. ö.), "Das Skelett im Hause", "Von Neapel bis Syrakus. Reiseskizzen", "Platt Land", "Quisisana" (Lpz. 1880), "Angela" (2 Bde., ebd. 1881), "Uhlenhans" (2 Bde., ebd. 1884), "An der Heilquelle" (ebd. 1885), "Was will das werden?" (ebd. 1886), "Noblesse oblige" (ebd. 1887), "Ein neuer Pharao" (ebd. 1889 u. ö.), "Sonntagskind" (ebd. 1893), "Stumme des Himmels" (ebd. 1894), "Susi" (Stuttg. 1895), "Zum Zeitvertreib" (1897), "Mesmerismus. Alles fließt. Zwei Novellen" (1897), "Faustulus" (Lpz. 1897); ferner die Schauspiele "Liebe für Liebe" (ebd. 1875), "Der lustige Rat" (ebd. 1875), "Hans und Grete" (ebd. 1876), "Gerettet" (1884), "In eiserner Zeit" (1889). Seine "Sämtlichen Werke" (5. Aufl., 22 Bde., Lpz. 1892) enthalten die Romane und Novellen des Dichters, außer den neuern, nach 1890 erschienenen. Eine Ausgabe seiner "Sämtlichen Romane" erscheint seit 1895 (Leipzig). Das poetisch reflektierte Bild der Zeit, das S. in seinen großen Romanen, oft mit den greifbarsten Hinweisen auf bestimmte Personen und Tagesereignisse, schildert, rundet sich mit jedem dieser Werke mehr und mehr ab. In seinen "Vermischten Schriften", in seinen "Beiträgen zur Theorie und Technik des Romans" (Lpz. 1883) und "Neuen Beiträgen zur Theorie und Technik der Epik und Dramatik" (ebd. 1897), sowie in "Aus meiner Studienmappe" (Berl. 1890; 2. Aufl. 1891) bemüht sich der Verfasser, seine praktischen Erfahrungen auch für die Theorie zu verwerten, eine Absicht, die auch in seiner zweibändigen Selbstbiographie, "Finder und Erfinder" (1890), zu Tage tritt. Ferner veröffentlichte S. einen Band "Gedichte" (Lpz. 1892). Daneben lieferte er auch Übertragungen von Curtis' "Nilskizzen eines Howadji" (Hannov. 1857), von Emersons "Engl. Charakterzüge" (ebd. 1858), "Amerik. Gedichte" (Lpz. 1859; 2. Aufl. 1865), ferner von Roscoes "Lorenzo von Medici" (ebd. 1859) und von Michelets Schriften "Die Liebe" (ebd. 1858; 2. Aufl. 1859), "Die Frau" (ebd. 1860) und "Das Meer" (ebd. 1861). - Vgl. Heinr. und Jul. Hart, Kritische Waffengänge, Heft 6: Friedrich S. und der deutsche Roman der Gegenwart (Lpz. 1884); Karpeles, Friedrich S. Ein Essay (ebd. 1888).

Spielhahn, s. Birkhuhn.

Spielhonorar, im 18. Jahrh. in Deutschland aus Frankreich eingeführt, eine bestimmte Geldsumme, die ein Darsteller außer dem festen Gehalt für jeden Abend oder für jede Rolle erhält. Wenn für eine bestimmte Zahl von Vorstellungen garantiert, sichert es dem Schauspieler regelmäßige Beschäftigung. Bei Urlaub oder Krankheit fällt es weg.

Spielkarten, Blätter von steifem Papier (Karton) von länglich-viereckiger Gestalt, die auf der Vorderseite durch bunte Figuren, die ihnen verschiedene Bedeutung verleihen, gekennzeichnet sind, während sie auf der Rückseite in der Regel ein gleichmäßiges farbiges Muster tragen. Eine bestimmte Anzahl derselben bildet ein "Spiel Karten", mit dem sich die verschiedenartigsten Kartenspiele (s. d.) ausführen und sog. Patiencen (s. d.) legen lassen. Außerdem ist das Kartenschlagen (s. d.) auch jetzt noch ein beliebtes Mittel zur Erforschung der Zukunft. (S. die Chromotafel: Spielkarten, mit Vorblatt, Bd. 17.) Es giebt drei verschiedene Arten von S.: die franz. Karte, die deutsche Karte und die Tarokkarte; die ehemals noch gebräuchliche Trappelier- oder Trappolierkarte ist fast völlig verschwunden. Die französische Karte, auch Whistkarte genannt, zerfällt in vier sog. Farben zu je 13 Blättern, so daß sie im ganzen 52 Blätter zählt. Die Farben heißen Coeur (Herz), Carreau (Rauten, Eckstein), Pique (Spaten, Schippen) und Trèfle (Kreuz); erstere beide sind rot, letztere schwarz. In allen vier Farben kehren dieselben Wertzeichen: As, König, Dame, Bube, Zehn, Neun u. s. w. bis zur Zwei wieder. Fehlen bei der franz. Karte die Blätter von der Zwei bis Sechs, so nennt man sie Piquetkarte. Die franz. Karte ist bei weitem die verbreitetste auch in Deutschland; mit ihr werden die meisten Kartenspiele gespielt. Über die Deutschen Karten s. d. Die Tarokkarte besteht aus einem vollständigen franz. Spiel (Whistkarte) und 21 nur mit Zahlen bezeichneten Blättern (von denen die I. Pagat, die XXI. Mond heißt) sowie einem Blatt, das einen Harlekin darstellt, dem sog. Skys oder Skü, und vier Reiterbildern, Cavals genannt. Die Tarokkarte zählt also im ganzen 78 Blätter.

Neuerdings wurden auch S. hergestellt, sog. Kombinationskarten, die auf der einen Hälfte die franz., auf der andern die deutsche Karte zeigen;