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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Stacken; Stackh; Stade

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Stacken - Stade

(2 Bde., Par. 1829 u. 1838), "Die Gräber der Griechen", in Bildwerken und Vasengemälden (mit 80 Tafeln, Berl. 1837). Sein reichhaltiges Museum, in dem sich auch Handzeichnungen von Raffael und Tizian befinden, wurde nach Schloß Faehna in Esthland übergeführt. - Vgl. C. Hoheisel, Otto Magnus Freiherr von S. als Mensch, Künstler und Gelehrter (Reval 1863); N. von Stackelberg, Otto Magnus von S. Schilderung seines Lebens und seiner Reisen in Italien und Griechenland (Heidelb. 1882).

Stacken, soviel wie Buhne (s. d.).

Stackh., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für John Stackhouse (spr. stäckhaus'), geb. 1740, gest. 1819 zu Bath.

Stade. 1) Regierungsbezirk der preuß. Provinz Hannover, umfaßt das ehemalige Erzbistum, spätere Herzogtum Bremen und das Bistum, spätere Herzogtum Verden, grenzt im N. an die Nordsee, im W. an Oldenburg und Bremen und gehört dem norddeutschen Flachlande an. Das Land wird bewässert von den Flüssen Weser, Aller, Wümme, Hamme, Lune, Geeste, Elbe, Oste, Schwinge und enthält ausgedehnte und fruchtbare Marschen an der Elbe und Weser, sonst aber ödes Land (Geest) und Moore mit Ackerbau und Viehzucht. Der Regierungsbezirk hat 6785,78 qkm und (1895) 353 465 (179 250 männl., 174 215 weibl.) E., 14 Städte mit 254,97 qkm, 78 673 (40 768 männl., 37 905 weibl.) E., 701 Landgemeinden und 10 Gutsbezirke mit 6530,81 qkm und 274 792 (138482 männl., 136 310 weibl.) E. Dem Religionsbekenntnis nach waren 343 326 Evangelische, 8750 Katholiken, 399 andere Christen und 947 Israeliten. Der Regierungsbezirk zerfällt in 14 Kreise:

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Kreise qkm Wohnstätten Einwohner Einw. auf 1 qkm Evangelische Katholiken Israeliten

Jork 166,83 3300 20 927 125 20 784 133 5

Stade 724,98 5415 36 498 50 35 810 626 38

Kehdingen 379,04 3306 20 051 53 19 978 50 21

Neuhaus a. d. Oste 522,26 5438 29 166 56 28 894 236 29

Hadeln 326,15 3393 16 239 50 16 119 95 4

Lehe 632,05 4751 37 433 59 35 376 1813 100

Geestemünde 629,84 4687 38 394 61 36 479 1596 205

Osterholz 478,31 4748 28 632 60 28 318 159 140

Blumenthal 174,92 3790 25 711 147 23 205 2362 106

Verden 408,80 4154 26 062 64 25 313 622 110

Achim 284,83 3543 22 497 79 21 507 813 120

Rotenburg i. Hann. 816,42 3443 20 125 25 19 977 96 25

Zeven 662,29 2536 14 433 22 14 363 55 15

Bremervörde 579,06 2790 17 327 30 17 203 94 29

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Über die Reichstagswahlkreise s. Hannover (Provinz). - 2) Kreis im Reg.-Bez. S. (s. obenstehende Tabelle). - 3) Hauptstadt des Reg.-Bez. E. und Kreisstadt im Kreis S., an der Schwinge, 6 km oberhalb deren Mündung in die Elbe, zwischen Marsch und Geest, an der Linie Harburg - Cuxhaven der Preuß. Staatsbahnen, Dampferstation, ist Sitz der Regierung, einer Generalsuperintendentur, des Landratsamtes, eines Landgerichts (Oberlandesgericht Celle) mit 11 Amtsgerichten (Bremervörde, Buxtehude, Freiburg-Elbe, Harburg, Jork, Neuhaus a. d. Oste, Osten, Otterndorf, S., Tostedt, Zeven), einer Landschaftsdirektion, eines Hauptsteueramtes, Bezirkskommandos, und hat (1895) 10 058 (5174 männl., 4884 weibl.) E., darunter 365 Katholiken und 26 Israeliten, in Garnison das 3. Bataillon des 1. Hanseat. Infanterieregiments Nr. 75, Postamt erster Klasse, Telegraph, zwei Kirchen, Gymnasium mit höherer Bürgerschule, höhere Mädchenschule, Schullehrerseminar, Präparandenanstalt, Taubstummenanstalt, Krankenhaus, Altertums- und Münzsammlung; eine Eisengießerei, Gußstahl-, Lederfabrik, Cigarrenfabrikation, Ziegeleien, Dampfsägewerke, Brauereien, Holz- und Weinhandel. S. ist Sitz der 9. Sektion der Ziegelei-Berufsgenossenschaft. In dem nahen Dorfe Campe (1157 E.) eine bedeutende Saline. Der 1882 dicht bei der Stadt angelegte Hafen (Schwingehafen) wird in den letzten Jahren auch von größern Dampfern und Segelschiffen aufgesucht. Deshalb ist Brunshausen (559 E.) an der Schwingemündung, wo bis zum J. 1862 der sog. Stader Zoll (Elbzoll, s. Elbe) erhoben wurde, der eigentliche Hafenort für die Stadt. Dort befindet sich auch eine Signalstation der Seewarte und eine Station für Kompaßregulierung der Seeschiffe. Früher war S. eine ansehnliche Festung, die 1757 bedeutend verstärkt, 1786 geschleift, seit 1814 neu wiederhergestellt und endgültig 1882 geschleift wurde. Auf der Stelle der Befestigungsanlagen sind teilweise neue Stadtteile entstanden. - S., schon im 10. Jahrh. als Stadt bezeichnet, stand in der ersten Hälfte des Mittelalters unter eigenen Grafen. 1227 kam die Grafschaft S. und mit ihr die Stadt nach langen Kämpfen mit den Welfen an das Erzbistum Bremen und im Westfälischen Frieden 1648 an Schweden. Nun wurde S. Hauptstadt der Herzogtümer Bremen und Verden. 1719 wurden diese Herzogtümer an Hannover abgetreten, 1807 kamen sie an das Königreich Westfalen. In dem Kriege von 1866 wurde S. 18. Juni von einem Bataillon Preußen überrumpelt. Mit dem Friedensschlusse kam die Stadt an Preußen.

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Stade, Bernh., prot. Theolog, geb. 11. Mai 1848 zu Arnstadt in Thüringen, studierte in Leipzig und Berlin, wurde 1871 Assistent an der Universitätsbibliothek zu Leipzig, habilitierte sich daselbst 1873 für alttestamentliche Theologie und wurde 1875 ord. Professor in Gießen. Seit 1881 giebt er die von ihm begründete "Zeitschrift für alttestamentliche Wissenschaft" heraus. Sein wissenschaftlicher Standpunkt ist der kritische. Er schrieb: "Über die mehrlautigen Thatwörter der Geezsprache" (Lpz. 1871), "De Isaiae vaticiniis aethiopicis diatribe" (ebd. 1873), "Über die alttestamentlichen Vorstellungen vom Zustand nach dem Tode" (ebd. 1877), "Lehrbuch der hebr. Grammatik" (Bd. 1, ebd. 1879), "De populo Javan parergon" (Gieß. 1880), "über die Lage der evang. Kirche Deutschlands" (ebd. 1883) und besonders "Geschichte des Volks Israel" (2 Bde., Berl. 1887-88; Bd. 2 gemeinsam mit O. Holtzmann), ferner "Die Reorganisation der theol. Fakultät zu Gießen in den J. 1878-82" (Gieß. 1894). Mit K. Siegfried gab S. heraus "Hebr. Wörterbuch zum Alten Testament" (Lpz. 1892-93).

Stade, Wilhelm, Musiker, geb. 25. Aug. 1817 zu Halle, Schüler von Fr. Schneider in Dessau, wurde Kapellmeister der Bethmannschen Truppe, kam 1845 als Universitätsmusikdirektor nach Jena, wurde hier Ehrendoktor der philos. Fakultät und wirkt seit 1860 als Hofkapellmeister in Altenburg. S. ist ein hervorragender Orgelspieler, besonders stark in der Kunst der freien Phantasie, ein Dirigent, der eine große Reihe vernachlässigter Werke alter und neuer Zeit zu Ehren gebracht hat. Von seinen