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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Star-gauges; Starenberg; Stargard; Stargard-Posener Eisenbahn; Starhemberg

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Starenberg - Starhemberg (Ernst Rüdiger, Graf)

unicolor Tcm.) vertreten. Weiter gehört hierher der Rosenstar (s. Hirtenvogel), der bunte Elsterstar (Sturnus contra. L.), schwarz mit weißer Zeichnung, Schnabel gelb, am Grunde rot, aus Indien, Preis 20 M., die verschiedenen Meinas, von denen der ind. Braunmeina (Sturnus fuscus Wagl.) der bekannteste ist, und der durch die schönen Flötentöne ausgezeichnete Schwarzhalsstar (Sturnus nigricollis Paykull) aus China, Preis 40 M. 3) Madenhacker (Buphaga), afrik. Vögel, die dem Vieh gern das Ungeziefer, auch unter der Haut befindliche Flegenlarven ablesen. 4) Glanzstare (Lamprotornis), etwa 40 Arten in Afrika, die sich durch prächtig metallisch glänzendes Gefieder auszeichnen. Am häufigsten in der Gefangenschaft der westafrik. Erzglanzstar, wegen des langen stufigen Schwanzes auch Glanzelster (Lamprotornis aeneus Gm.) genannt, Preis 40 M., und der etwas billigere Stahlglanzstar (Lamprotornis chalybeus Ehrenb.) aus Nordostafrika.

Starenberg, bayr. Dorf, s. Starnberg.

Stargard. 1) S. in Pommern, slaw. Starograd oder Starigord (d. h. Altstadt), Kreisstadt im Kreis Saatzig des preuß. Reg.-Bez. Stettin, an der schiffbaren Ihna, an den Linien Stettin-S.-Danzig (368,3 km) und S.-Posen (172,3 km) der Preuß. Staatsbahnen, der S.-Cüstriner Eisenbahn (98,3 km, Nebenbahn) und an der Kleinbahn S.-Grassee (53,8 km), ist Sitz des Landratsamtes, eines Landgerichts (Oberlandesgericht Stettin) mit 14 Amtsgerichten (Dramburg, Falkenburg, Gollnow, Greifenberg i. Pomm., Jakobshagen, Kallies, Labes, Massow, Naugard, Nörenberg, Pyritz, Regenwalde, S., Treptow a. d. Rega), eines Amtsgerichts, Hauptsteueramtes, Bezirkskommandos und einer Reichsbanknebenstelle und hat (1895) 26 114 E., darunter 1242 Katholiken und 546 Israeliten, in Garnison das Kolbergsche Grenadierregiment Graf Gneisenau (2. pommersches) Nr. 9, Postamt erster Klasse mit Zweigstelle, Telegraph, drei luth. Kirchen, die Marienkirche (14. Jahrh.) mit 32 m hohem Gewölbe und sehr hohem Dach, die Johannis- und die Heilige Geistkirche, je eine reform. und kath. Kirche, Synagoge, königl. Gymnasium, Realprogymnasium, städtische und private höhere Mädchenschule, Waisenhaus; eine Eisenbahn-Hauptwerkstatt, mehrere Eisengießereien und Maschinenbauanstalten, Woll-, Vieh- und Leinwandmärkte. Der Verein der Kaufmannschaft vertritt die Stelle einer Handelskammer. - S. wurde 1120 von den Polen zerstört, 1229 zur Stadt erhoben; es gehörte einst zur Hansa, war stark befestigt und wurde im Mittelalter und im Dreißigjährigen Kriege mehrfach belagert und erobert. Am 26. Febr. 1807 griff Schill den Ort mit Verlust an. - 2) S. an der Linde, Stadt im Großherzogtum Mecklenburg - Strelitz, an der Linie Berlin-Stralsund der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Neustrelitz), hat (1895) 2381 meist evang. E., Postamt zweiter Klasse, Telegraph, neue Kirche, schönes Rathaus, Hospital, Armenhaus; Wollspinnereien, Fournierschneideanstalt, Lohmühle, Dampfsägewerke, Brauerei, Branntweinbrennerei und Preßhefefabrik. Die Stadt, welche seit 1259 Stadtrecht besitzt, hat der Herrschaft S. (s. Mecklenburg) und dem Kreis S. den Namen gegeben, welcher den südöstlichen und größten Teil des Großherzogtums bildet. Westlich von S. eine Burg aus der Wendenzeit, vielleicht das älteste Bauwerk des Landes, früher Sitz einer fürstl. Nebenlinie, jetzt Sitz eines Domanialamtes. - 3) Landesteil von Mecklenburg-Strelitz (s. Mecklenburg). - 4) Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Danzig, s. Preußisch-Stargard.

^[Abb.]

Stargard-Posener Eisenbahn, s. Oberschlesische Eisenbahn.

Star-gauges (spr. gehdschĕs), engl. Ausdruck für Stern-Aichungen (s. d.).

Starhemberg, österr., in einem Zweige fürstl. Geschlecht, das sich von den alten Grafen von Steiermark ableitet, deren Schild und Helm es führt. Gundaccar erbaute um 1176 im Lande ob der Enns das Schloß S. (ursprünglich Storchenberg), nach welchem sich seine Söhne benannten. Gemeinsamer Ahnherr ist Erasmus von S. (geb. 1493, gest. 1560), der sich bei der Belagerung von Wien 1529 als Führer eines von ihm errichteten Freikorps auszeichnete. Seine drei Söhne stifteten drei nach ihnen benannte Linien: die Rüdigersche, die Gundaccarsche (1643 erloschen) und die Heinrichsche, die 1643 den Reichsgrafenstand erlangte und mit dem Tode des Grafen Heinrich 22. April 1857 erlosch. Rüdigers (geb. 1534, gest. 1582) Enkel Konrad Balthasar von S. erhielt 1643 den Reichsgrafenstand. Sein Sohn Ernst Rüdiger, Graf von Starhemberg (s. d.), dessen Ast 1701 erlosch, ist der berühmte Feldmarschall; ein Enkel von dessen Bruder, Georg Adam, Graf von S. (geb. 1724, gest. 1807), Geheimrat, Staats- und Konferenzminister, erhielt 1765 die reichsfürstl. Würde nach dem Rechte der Erstgeburt für den jedesmaligen Besitzer des größern Starhembergschen Majorats. Mit dem Tode des Fürsten Georg Adam von S. (geb. 1. Aug. 1785, gest. 7. April 1860) erlosch dieser Ast, woraus das Majorat nebst der Fürstenwürde auf den dritten Ast überging. - Dessen Stifter, Graf Gundaccar Thomas von S. (geb. 1663, gest. 1745), war Wirkl. Geheimrat, Konferenz- und oberster Finanzminister, der 1717 das Erb-Landmarschallamt von Österreich erlangt hatte. Durch seine beiden Söhne Otto Gundaccar und Joseph teilte sich dieser Ast wieder in zwei Zweige. Haupt des ältern, seit 1860 fürstl. Zweiges ist Fürst Camillo von S. (geb. 31. Juli 1835), Mitglied des Herrenhauses des österr. Reichsrats. An der Spitze des zweiten (grast.) Zweiges steht Graf Stephan von S. (geb. 25. Juni 1817). - Vgl. Schwerdling, Geschichte des uralten teils fürstl., teils gräfl. Hauses S. (Linz 1830).

Starhemberg, Ernst Rüdiger, Graf, österr. Generalfeldmarschall, geb. 1638 zu Graz, bildete sich als Krieger in Montecuccolis Schule, zeichnete sich gegen die Türken bei St. Gotthard aus, kämpfte dann gegen die Franzosen und war bis 1681 zum Feldzeugmeister aufgestiegen. Besonders that er sich hervor als Kommandant von Wien durch die Verteidigung der Stadt gegen die Türken unter dem Großwesir Kara Mustapha, vom 9. Juli bis 12. Sept. 1683. Er stellte angesichts des Feindes die vernachlässigten Werke der Stadt binnen fünf Tagen wieder her, bewaffnete die Bürger und feuerte den Mut der schwachen Besatzung und der Einwohner zum entschlossensten Widerstände an, schlug mehrere Stürme zurück, zerstörte die feindlichen Werke durch häufige Ausfälle und verteidigte Wien bis zu dessen Entsatz durch Karl von Lothringen und Johann Sobieski von Polen (12. Sept.). Vom Kaiser Leopold erhielt