Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

370

Stockach - Stöckhardt (Ernst Theod.)

Berechtigten eingeschrieben wird. So wird z. B. mit der Eintragung engl. Consols (s. d.) verfahren. (S. Einschreibesystem.) Auch das Grundkapital der Englischen Bank ist als Bank-stock eingetragen. Schuldverschreibungen auf runde Beträge nennt man in England Bonds (s. Bond). In Zusammensetzungen kommt S. vor als: Stock-broker, Effektenmakler, Stock-exchange, Effektenbörse (s. Börse), Stock-jobbery, Börsenspiel (s. Jobber).

Stockach. 1) Amtsbezirk im bad. Kreis Konstanz, hat (1895) 18 833 E. in 32 Gemeinden. - 2) Amtsstadt im Amtsbezirk S., rechts an der S., die in den Überlinger See mündet, an der Linie Radolfzell-Sigmaringen der Bad. Staatsbahnen, Sitz des Bezirksamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Konstanz) und Bezirkskommandos, hat (1895) 2214 E., darunter 203 Evangelische, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, kath. und evang. Kirche, Sparkasse, Vorschußverein; Zwirnerei, Trikotweberei, Eisengießerei, Dampfseilerei, Möbelschreinereien, Nudelfabrik, vier Kunstmühlen, Brauereien, Holzhandel, bedeutende Märkte für Vieh, Hopfen und Obst und starke Viehzucht. - Bei S. schlug 25. März 1799 Erzherzog Karl den franz. General Jourdan, 3. Mai 1800 General Moreau die Österreicher unter Kray. Nahebei auf einem Ausläufer der Liptinger Höhen die Reste der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Feste Nellenburg, einer schon 1056 erwähnten Burg der alten Zürich- und Thurgaugrafen. Die nach der Burg benannte ehemalige Grafschaft (880 qkm mit etwa 30 000 E.) kam 1465 an Österreich, 1805 an Württemberg und 1810 an Baden. - Vgl. Barch, Geschichte der Stadt S. im Hegau bis zum J. 1810 (Stockach 1894).

Stockausschlag, Wurzelausschlag, soviel wie Stocklohden, Wurzellohden (s. Ast).

Stockbeil oder Stockhacke, kleines, vom Stellmacher gebrauchtes Beil mit wenig gekrümmter Schneide und etwas abgerundetem und glattem Nacken.

Stock-Broker, s. Stock.

Stock Certificates, s. Certifikat.

Stöcke, Erzstöcke, s. Erzlagerstätten.

Stockenstrom, Bezirk in der nordöstl. Provinz der Kapkolonie, mit 813 qkm und (1891) 7775 E., darunter 1655 Weiße, liegt nahe landeinwärts nordwestlich von East-London. Das äußerst fruchtbare und anmutige Land erstreckt sich in verschiedenen Thälern des schön bewaldeten Katberg. Nach Vertreibung des Kaffernstammes Heika war diese Gegend den Hottentotten zur Ansiedelung ausschließlich angewiesen worden und hatte den Namen "Katriver Settlement" erhalten. Als sich aber die Hottentotten 1851 empörten, wurden sie aus ihren Wohnsitzen vertrieben. Hauptort ist Seymour mit 411 E.

Stockente, soviel wie Wildente, s. Enten.

Stöcker (Caranx trachurus L.), ein zu den Makrelen gehöriger, 20-50 cm langer Knochenfisch, der in allen gemäßigten Meeren, bisweilen in ungeheuern Scharen vorkommt. Das trockne und grätenreiche Fleisch ist wenig geschätzt.

Stöcker, Adolf, prot. Theolog und Politiker, geb. 11. Dez. 1835 zu Halberstadt, studierte in Halle und Berlin, wurde nach längern Reisen 1863 Pfarrer in Seggerda bei Halberstadt, 1866 in Hamersleben, 1871 Divisionspfarrer in Metz, 1874 Hof- und Domprediger in Berlin; 1890 erhielt er seinen Abschied. Von seinen kirchlichen Freunden wurde für ihn 1892-93 ein eigener Predigtsaal auf dem Grundstück der Berliner Stadtmission errichtet. S. ist besonders durch seine agitatorische Thätigkeit und als Führer der antisemit. Bewegung bekannt. 1878 gründete er die Christlich-sociale Partei (s. d.), seit 1879 ist er Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses; 1881-93 war er auch Mitglied des Reichstags, wo er der Deutschkonservativen Partei angehörte. 1896 erklärte er jedoch seinen Austritt aus dieser sowie aus dem Evangelisch-socialen Kongreß und erließ einen Aufruf zur Bildung einer neuen Kirchlich-socialen Partei. S. ist Vorsitzender der Berliner Stadtmission, Mitglied des Generalsynodalvorstandes und erster geistlicher Beisitzer des Provinzialsynodalvorstandes in Brandenburg. Socialpolit. und antijüd. Reden hat S. in dem Buche "Christlich-Social" (Bielef. 1884; 2. Aufl., Berl. 1890) veröffentlicht. Seine kirchenpolit. Anschauungen finden sich in dem Buche "Wach' auf, evang. Volk!" (Berl. 1893). Außerdem sind 5 Bände Predigten (neue Ausgabe, Berl. 1894-95), "Dreizehn Jahre Hofprediger und Politiker" (ebd. 1895) und "Gesammelte Schriften" (ebd., seit 1896) von ihm erschienen. Seit 1887 ist er Herausgeber der "Deutschen evang. Kirchenzeitung", deren Redaktion er 1892 selbst übernahm.

Stockerau, Stadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Korneuburg in Niederösterreich, an einem Arm der Donau, der Linie Wien-Tetschen und der Nebenlinie S.-Absdorf (im Bau) der Österr. Nordwestbahn, mit Lokalverkehr nach Wien (Nordwestbahnhof), Sitz eines Bezirksgerichts (368,3 qkm, 25 059 E.), hat (1890) 6793, mit dem einverleibten Grafendorf 8393 E., in Garnison das 3. Dragonerregiment "Albert, König von Sachsen", eine Pfarrkirche St. Stephan, ein Gebäude der kaiserlich militär. Monturhauptkommission, ein Landes-Oberrealgymnasium mit gewerblicher Fortbildungsschule, ein Konvikt für Studierende, Bürgerhospital, Armen- und Krankenhaus; mehrere Fabriken, Handel, sehr besuchte Getreidemärkte, welche zu den größten in Österreich gehören, und Landwirtschaft.

Stock-exchange (spr. -tschehndsch), s. Stock und Börse.

Stockfalke, soviel wie Hühnerhabicht, s. Habicht.

Stockfäule, Baumkrankheit, s. Rotfäule.

Stockfisch, s. Kabeljau und Fischkonservierung.

Stockhacke, soviel wie Stockbeil (s. d.).

Stockhammer, s. Steinmetzwerkzeug.

Stöckhardt, Ernst Theod., Lehrer der Landwirtschaft, geb. 4. Jan. 1816 zu Bautzen, errichtete auf dem von ihm gepachteten Rittergut Brösa eine landwirtschaftliche Lehranstalt, wurde 1850 Professor an der höhern Gewerbeschule in Chemnitz, 1861 Professor und Direktor der landwirtschaftlichen Lehranstalt in Jena. Gleichzeitig übernahm er die Direktion der Karl-Friedrichs-Ackerbauschule in Zwätzen bei Jena. Beide Anstalten reorganisierte S. der Neuzeit gemäß. 1872 wurde er in das großherzogl. Staatsministerium als Rat für landwirtschaftliche und gewerbliche Angelegenheiten berufen. S. trat 1886 in den Ruhestand und lebt in Bautzen. Von seinen litterar. Arbeiten sind außer den Beiträgen zu der von ihm und Schober 1855-66 redigierten "Zeitschrift für deutsche Landwirte" und andern Fachzeitschriften hervorzuheben: "Bemerkungen über das landwirtschaftliche Unterrichtswesen" (Chemn. 1851), "Die Drainage" (Lpz. 1852) und "Der angehende Pachter" (mit A. Stöckhardt, Braunschw. 1869), "Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Jena 1861-67" u. s. w.