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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Straßburg; Straßburger Kanäle; Straßburger Post; Straße

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Straßburg (in Siebenbürgen) - Straße

-97); Apell, Argentoratum (Berl.1884); Staehling, Historie contemporaine de Strasbourg 1830-72 (2 Bde., Nizza 1884; Nancy 1887); Kindler von Knobloch, Das goldne Buch von S. (2 Bde., Wien 1885-86); Legrelle, Louis XIV et Strasbourg (4. Aufl., Par. 1887); Ludwig, S. vor hundert Jahren (Stuttg. 1888); Reuß, La cathédrale des Strasbourg pendant le révolution (Par. 1888); Topographie der Stadt S. (2. Aufl., Straßb. 1889); Brucker, Straßburger Zunft- und Polizeiverordnungen des 14. u. 15. Jahrh. (ebd. 1889); Seyboth, Das alte S. vom 13. Jahrh. bis 1870 (ebd. 1890); ders., Strasbourg histor. et pittor. (ebd. 1894); S. und seine Bauten (ebd. 1894); E. Foerster, Straßourg (ebd. 1894); Touchemoulin, Strasbourg militaire (Par. 1894); Ch. Schmidt, Répertoire bibliographique strassbourgois jusque vers 1530 (Teil 1-7, Straßb. 1894-95); Cahn, Münz- und Geldgeschichte der Stadt S. (ebd. 1895); Fischbach, Die Belagerung von S. (1895); Verwaltungsbericht der Stadt S. 1870-89 (Straßb. 1895); Euting, Beschreibung der Stadt S. (9. Aufl., ebd. 1896); Hausmann, Die kaiserl. Universitäts- und Landesbibliothek in S. (ebd. 1895); ders., Die Kaiser-Wilhelms-Universität (ebd. 1897); Hoseus, Die Kaiser-Wilhelms-Universität (ebd. 1897); Beiträge zur Statistik der Stadt S. (ebd. 1896 fg.); Schumacher, Geolog. Karte der Umgebung von S. (ebd. 1883); Plan der Stadt S. und deren Erweiterungen 1:5000 (8. Aufl., ebd. 1891); S. und seine Bauten, hg. vom Architekten- und Ingenieurverein für Elsaß-Lothringen (ebd. 1894).

Straßburg, deutscher Name von Nagy-Enyed in Siebenbürgen (s. Enyed).

Straßburger Kanäle, s. Tabelle I zur Karte: Die Schiffahrtsstraßen des Deutschen Reiches, beim Artikel Schiffahrtskanäle.

Straßburger Post, 1882 gegründete, täglich zweimal in Straßburg i. E. erscheinende Zeitung, die sich die Förderung des Deutschtums in Elsaß-Lothringen zum Ziel gesetzt hat, das angesehenste polit. Blatt des Reichslandes. Auflage: 8500; Verlag: M. Du Mont-Schauberg in Straßburg und Köln (Kölnische Zeitung); Redacteur: Pascal David.

Straße, ein künstlich geebneter und befestigter Verkehrsweg für Wagen. Man unterscheidet S. für den Wagenverkehr in Städten (Stadtstraßen) und solche für den Verkehr zwischen verschiedenen Orten, Provinzen und Ländern (Landstraßen). Die Bequemlichkeit des Verkehrs erfordert eine bestimmte Breite, ein der rationellen Ausnutzung der Zugkraft entsprechendes Gefälle, mäßige Krümmungen, eine ausreichende Festigkeit des Planums u. s. w. In diesem Sinne werden alle S., welche nicht durch die Willkür der Fuhrleute entstanden, sondern nach den technischen Grundsätzen des Straßenbaues (s. d.) angelegt wurden, Kunststraßen genannt. Die ersten Kunststraßen im Orient, von denen man Kunde hat, baute Semiramis; von Susa nach Sardes führte eine solche von nahe 3400 km Länge. Auch bei den Karthagern fand man Kunststraßen. Die aus den ältesten chines. Zeiten stammenden S. wurden so fest gebaut, daß sie heute noch brauchbar sind. Die Griechen, namentlich die Athener, bauten besonders für die heiligen Züge vortreffliche S., so z. B. die heilige S. nach Delphi, jene bei Kyrene u. s. w. Die Spuren der Römerstraßen finden sich noch gegenwärtig durch den ganzen Umfang des alten Römischen Reichs zerstreut. Diese röm. Kunststraßen, über die Plinius und Vitruv das Nähere mitteilen, erhielten zuerst ein Substrat von einer Art Beton, welches einer 21 cm starken Steinplattenschicht (statumen) als Unterlage diente. Auf letztere kam eine zweite, ebenfalls 21 cm starke Schicht in Mörtel versetzter Steine (rudus), welche wieder durch eine Betonschicht (nucleus) von 8 cm Höhe bedeckt wurde, auf welche dann das eigentliche Planum (summum dorsum) gepflastert und mit Kies überschüttet wurde. An den Seiten erhielt der Straßendamm Böschungen oder Strebemauern. Augustus, Vespasian, Trajan und Hadrian haben derartige Bauten anlegen lassen, die noch jetzt bewundert werden. 23 Militärstraßen von 80 000 km Gesamtlänge führten von Rom nach allen Provinzen des Reichs, einerseits bis England, andererseits bis Jerusalem. Die außerordentliche Stärke (etwa 1 m) der durch Mauerung gebildeten Fahrbahn ist wohl gewählt worden, um die S. unzerstörbar zu machen. Meilensteine im Abstände je eines Milliarium, d. h. 1000 röm. Doppelschritte (etwa 1,5 km), gaben die Entfernung von Rom an, woselbst die Zählung bei dem am Kapitol befindlichen milliarium aureum begann. Durch Gasthäuser, Pferderelais, Badehäuser und Posthäuser war für die Bedürfnisse der Reisenden gesorgt. Auch Reisekarten waren vorhanden; bekannt ist die Peutingersche Tafel. (S. Peutinger.) Mit dem Verfall des Römischen Reichs hörte auch die Sorgfalt für die Kommunikationen auf. Erst Karl d. Gr. ließ die Straßen wieder ausbessern und neue anlegen.

In Deutschland findet man die Anfänge eines geregelten Straßenbaues erst im 13. Jahrh., ebenso in Schweden, wo in den J. 1250-66 die ersten Heerstraßen angelegt wurden. Diese waren schon mit Steinen, die in Kalk oder Cement verlegt waren, gepflastert. Der Landesherr erhob von Kaufleuten, später auch von jedem Benutzer einen Zoll. Zeuge von der Bedeutung der S. sind die großartigen Brückenbauten des 12. und 13. Jahrh. Die Hauptstraßen, welche Deutschland durchzogen, hatten ihre wichtigsten Knotenpunkte in Nürnberg, Frankfurt a. M. und Leipzig. Die erste kunstgemäße S. erbaute man 1753 in Schwaben, zwischen Nördlingen und Öttingen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. hat sich Frankreich, woselbst schon 1716 das "Corps des ponts et chaussées" gebildet wurde, durch die Anlage derartiger Bauten ausgezeichnet; kunstgemäß hergestellte S. führen auch jetzt noch im allgemeinen den Namen Chausseen, wenn auch in Frankreich dieser Name nicht durchgehends gebräuchlich ist. Vorzüglich wurden die spätern englischen S. gebaut, auf denen auch zuerst die Straßengewichtsmesser für die Wagen eingeführt wurden. Hervorragende engl. Straßeningenieure waren Telford und Mac Adam.

Die großen S., wohl auch Land- oder Reichsstraßen genannt, die den Verkehr von Provinzen und Ländern vermitteln, sind meist Staatsanstalten zum Vorteil aller, werden aus Staatsmitteln gebaut und ebenso auch durch die Regierung verwaltet und im Stande erhalten. In manchen Ländern wird für jedesmalige Benutzung der Staatsstraßen ein geringes Chausseegeld erhoben; in Preußen ist dasselbe für die Hauptchausseen seit 1875 und in Sachsen seit 1886 abgeschafft. Ehedem sprach sich dies Verhältnis darin aus, daß man solche öffentliche S. den Regalien beizählte. In Preußen sind die frühern Staatschausseen seit Einführung der Provinzialordnung auf die Provinzialverwaltungen übergegangen; diese und die