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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Südliches Kreuz (Orden) - Südpolarländer

Himmels, S. 334). Die Konstellation ist im 16. Jahrh. von holländ. Seefahrern eingeführt. Für unsere Breiten ist dies Sternbild nicht sichtbar, man sieht es jedoch schon im nördl. Afrika, besonders in Ägypten. Es gilt allgemein als eins der schönsten Sternbilder. Infolge der Präcession war das S. K. früher auch im nördl. Europa sichtbar.

Südliches Kreuz, Kreuzorden, brasil. Orden, 1. Dez. 1820 vom Kaiser Pedro I. gestiftet in vier Klassen. Das Ordenszeichen besteht in einem mit der Kaiserkrone gekrönten, von grünem Kranze umgebenen, fünfarmigen, an seinen zehn Spitzen mit goldenen Kugeln besetzten, weiß emaillierten Kreuze, in rundem blauem Mittelschild innerhalb der Umschrift "Bene merentium praemium" ein aus 19 weißen Sternen gebildetes Kreuz. Das Band ist himmelblau. Seit Umwandlung Brasiliens in eine Republik wird der Orden nicht mehr verliehen.

Südlicht, s. Polarlicht.

Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn, s. Österreichisch-Ungarische Eisenbahnen (Beilage).

Süd-Nord-Kanal, s. Karte und Tabelle zum Artikel Fehn- und Moorkolonien (Bd. 6, S. 629 und 630).

Sudor (lat.), der Schweiß; Sudorifĕra, Sudorifĭca, schweißtreibende Mittel (s. Diaphoretische Mittel).

Süd-Orkney-Inseln, s. Neu-Orkney-Inseln.

Südostasiatischer Archipel, s. Malaiischer Archipel.

Südostbahn, Niederländische, s. Niederländische Eisenbahnen.

Südosteuropäische Halbinsel, neuere Bezeichnung der Balkanhalbinsel (s. d.).

Südostinseln, zusammenfassende Bezeichnung für die Aru-, Kei- und Tenimber-Inseln im Malaiischen Archipel (s. die Einzelartikel).

Südpol, s. Pole (geographisch).

Südpolarländer (Antarktis), alle Inseln und Küstenstriche im Südlichen Eismeer innerhalb oder in der Nähe des südl. Polarkreises. Früher nahm man an, daß ein Australkontinent, eine Terra australis, zuweilen auch Magellanica genannt, dort vorhanden sei, ja man erklärte einen solchen für eine notwendige Bedingung des Gleichgewichts der Erde, da der Überschuß an Land in den tropischen und gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel durch eine Landansammlung in hohen antarktischen Breiten der Südhalbkugel ausgeglichen werden müsse. Innerhalb des südl. Polarkreises sind nur Inseln bekannt. Dazu gehört auch das von Roß entdeckte Victorialand mit den großen Vulkanen Erebus (s. d.) und Terror. Die angeblichen Festlandränder aber, die man verfolgt haben will, sind teils nur von weitem gesehen, teils wenig ausgedehnt, teils, wie die östl. und westl. Ausläufer des sog. Wilkeslandes nachweislich nicht vorhanden. Die wenigen Strecken, die man näher verfolgt hat, machen den Eindruck des Zerklüfteten, jede einzelne Küste, die man auf Specialkarten niedergelegt hat, zeigt Merkmale der Fjordküste. Auch die weite Verbreitung vulkanischer Gesteine und vulkanischer Berge deutet in der gleichen Richtung. So wenig Genaueres man vom geolog. Bau der Inseln und Küsten weiß, so überraschend ist die Allverbreitung der Spuren vulkanischer Thätigkeit, und auf der übrigen Erde sind Vulkane entweder nur auf Inseln oder in der Nähe der Küsten zu finden. (Hierzu: Karte der Südpolarländer.)

Das Areal der S. kann vielleicht ½ Mill. qkm betragen. Die antarktischen Länder und Inseln treten nur an zwei Stellen in beträchtlicher Ausdehnung auf, die eine Massenansammlung voraussehen läßt, nämlich südlich von Australien zwischen 100 und 170° östl. L. Hier liegt im O. das Victorialand, dessen Küste entlang der jüngere Roß bis zum fernsten südl. Punkt in 78° 10' südl. Br. vorgedrungen ist. Und von hier nach W. ziehen unter 66-67° südl. Br. die von Dumont d'Urville und Wilkes gesehenen, vielleicht aber nicht immer streng von großen Eisansammlungen unterschiedenen Küsten, die als Wilkesland zusammengefaßt werden und zu denen Adélieland (s. d.), Clarieland und Sabrinaland gehören. Daß das Wilkesland sich nicht bis 165° östlich von Greenwich erstreckt, hat schon Roß bewiesen, und daß das Terminationland nicht existiert, haben die Tiefenmessungen der Challenger-Expedition gezeigt. Die dazwischen liegenden Teile des Wilkeslandes sind noch nicht wieder berührt worden. Eine zweite Gruppe, teilweise aus Inseln bestehend, liegt zwischen 55 und 75° westl. L. und 60-70° südl. Br. Sie beginnt im O. mit dem am weitesten gegen Südamerikas Südspitze vorgeschobenen Joinvilleland (s. d.), daran schließen sich Louis-Philipp-Land, Trinity-, Palmer- und Grahamsland (s. d.), endlich Alexanderland (s. d.). Südlich und südöstlich von diesen Küsten fallen offene Teile des Eismeers, die von Morrell und Weddell befahren worden sind. Unter den vorgelagerten Inseln sind die Gruppen der Südshetland-Inseln (s. d.) und Süd-Orkney-Inseln (s. Neu-Orkney-Inseln) besonders zu nennen. Südgeorgien (s. d.) mit den Sandwichinseln und eine größere Anzahl kleinerer vulkanischer Inseln, bereits unter niedrigerer Breite als die Stateninsel liegend, bildet den Übergang zur gemäßigten Zone.

Überall sah man lückenlose Firnmäntel, mächtige Gletscher, statt der Felsküsten steile Eisabstürze. Selbst Südgeorgien ist schon vergletschert. Vom 50.° südl. Br. an ist die Vereinigung der erstarrten Wasserhülle des Landes mit der flüssigen des Meers allgemein. Die Gletscher entwickeln sich aber unter andern Bedingungen als in unsern sommerheißen Ländern. Firnbildung durch Schmelzung steht zurück, an ihre Stelle tritt Aufhäufung gewaltiger Massen von Schnee und Verfirnung durch Druck. Dem entsprechend zunächst weite Verbreitung der selbst schon auf den Südshetland-Inseln bis ans Meer herabreichenden Firnhülle, des sog. ewigen Schnees; dann großartige Entwicklung der Gletscher, die mit mächtigen Eiswänden am Meere abbrechen (s. Victorialand); endlich Reichtum des Südlichen Eismeers an Eisbergen geschichteten plattigen Baues und an Packeismassen von gewaltiger Ausdehnung. Jenseits 60° südl. Br. dürften nur selten kleine Fleckchen Erde aus der weißen Firn- und Eishülle hervortreten. Das antarktische Klima charakterisiert sich durch sehr geringe Sommertemperaturen und ungemein geringen Luftdruck. Dieses Gebiet umschließt die niedrigste Sommertemperatur, die man kennt. James Roß berechnete für den 64.° südl. Br. eine Sommertemperatur von 0,9°. Er zählt mit Maximaltemperaturen unter 0°: im Febr. 1841 zwischen dem 69. und 78.° 2 Tage, im Febr. 1842 zwischen dem 66. und 78.° 5 Tage und im Febr. 1843 zwischen dem 62. und 66.° 11 Tage. Selbst in Südgeorgien ist bereits kein Monat frostfrei. Eisbildung von solcher Stärke, daß die Schiffahrt erschwert war, beobachtete Roß im Hochsommer am 11. Febr. 1841. Andererseits sind die Wintertemperaturen gemildert