Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Szklo - Szomolnok

(37,5-53,5° C.), die wegen ihres hohen Gipsgehaltes den Quellen von Leuk nahe stehen. - Vgl. Baschwitz, Der Kurort S. (Budap. 1877).

Szkło (spr. schklo), Schwefelbad bei Jaworów (s. d.) in Galizien.

Szlachcic (spr. schlachziz), soviel wie Schlachtschitz (s. d.).

Szlachta (spr. schlach-), der poln. Adel.

Szlatina (spr. ßlátt-), häufiger Ortsname in Ungarn und Kroatien; darunter Akna- und Falu-Szlatina, zwei Klein-Gemeinden im Stuhlbezirk Sziget des ungar. Komitats Marmaros, nordwestlich von Sziget, am rechten Theißufer, mit (1890) 2052 und 2825 E. und bedeutenden Steinsalzbergwerken, deren Lager auf mehr als 150 Mill. t geschätzt werden und die jährlich etwa 80 000 t Salz liefern.

Szlavonország (spr. ßláwonorßahg), ungar. Name von Slawonien (s. Kroatien und Slawonien).

Szlávy (spr. ßlahwi), Joseph, ungar. Staatsmann, geb. 22. März 1818 zu Raab, besuchte die Bergakademie zu Schemnitz und wurde beim Berggericht in Oravitza angestellt, von wo er bald zur Hofkammer in Wien, 1846 als Konzipist, 1847 als Sekretär zur ungar. Kammer nach Ofen gelangte. Er wurde im Herbst 1848 von Kossuth mit der Leitung der Bergwerksdirektion in Oravitza betraut und 1849 vor das Kriegsgericht in Temesvár gestellt und zu fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt, aber nach zweijähriger Haft in Olmütz begnadigt. 1865 wurde er zum Obergespan vom Biharer Komitat ernannt und trat nach Ernennung des ungar. Ministeriums 1867 als Staatssekretär in das Ministerium des Innern ein; zugleich wurde er von einem Bezirk im Csongráder Komitat in den ungar. Reichstag gewählt. 1869 und 1872 wählte ihn ein Bezirk der Freistadt Preßburg zum Reichstagsabgeordneten. Im Juli 1870 übernahm S. im Kabinett Andrássy das Ministerium für Ackerbau, Handel und Gewerbe, behielt es auch unter der Präsidentschaft Lonyáys und trat nach dessen Rücktritt 1. Dez. 1872 selbst an die Spitze des Kabinetts. Auf diesem Posten 1874 von Stephan Bittó abgelöst, wurde S. 1878 Präsident des ungar. Abgeordnetenhauses, 1880 gemeinsamer Finanzminister und 1882 ungar. Kronhüter und Vicepräsident, 1894-96 war er Präsident des ungar. Magnatenhauses.

Szliács (spr. ßlíahtsch), früher Bad Ribar, Badeort im ungar. Komitat Sohl, unfern Altsohl, im Graner Thal, in 359 m Höhe, an der Linie Altsohl-Neusohl der Ungar. Staatsbahnen, hat vier erdig-salinische, eisenhaltige Thermen (26-32° C.), ferner kalte und warme sowie Gasquellen (Mofetten) mit hohem Gehalt an Kohlensäure, Gasbäder, Molkenkuranstalt und große Bassinbäder, hauptsächlich gegen Frauenleiden wirksam. - Vgl. Hasenfeld, Der Kurort S. in Ungarn (3. Aufl., Wien 1878); Grünwald, Die Eisenthermen von S. (Budap. 1887).

Szoboszló (spr. ßóbboßloh), Stadt in Ungarn, s. Hajdú-Szoboszló.

Szobrancz (spr. ßóbbrahnz), Groß-Gemeinde und Badeort, Hauptort eines Stuhlbezirks (25 764 E.) im ungar. Komitat Ung, 16 km nordwestlich von Ungvar, hat (1890) 7048 E., sieben muriatische Schwefelquellen (16 °C.) und eine Badeanstalt des Grafen Török.

Szögyényi-Marich (spr. ßöddjehnji marritsch), Ladislaus von, österr.-ungar. Staatsmann, geb. 12. Nov. 1841 in Wien, studierte hier Rechts- und Staatswissenschaften und wurde 1865 in das ungar. Abgeordnetenhaus gewählt, wo er namentlich in Finanzfragen in die Debatte eingriff. 1882 wurde er als Sektionschef (Staatssekretär) in das Auswärtige Amt nach Wien berufen, 1890 erhielt er als Minister am königl. Hoflager Sitz und Stimme im ungar. Ministerium, 1892 wurde er, nachdem Graf Emerich Széchényi in den Ruhestand getreten war, zum Botschafter in Berlin ernannt.

Szolnok (spr. ßoll-), Stadt mit geordnetem Magistrat und Hauptort des ungar. Komitats Jazygien-Groß-Kumanien-Szolnok, in 93 m Höhe, am Einfluß der Zagyva in die Theiß, über welche hier eine große hölzerne und eine Eisenbahnbrücke führen, an den Linien Hatvan-S. (69 km), S.-Csegléd (29 km), S.-Szentes (77 km), Budapest-Großwardein und Budapest-Arad der Ungar. Staatsbahnen, Sitz eines königl. Gerichtshofes, ist Dampferstation und hat (1890) 20 748 meist kath. magyar. E., darunter 1122 Evangelische und 1455 Israeliten, in Garnison 1 Bataillon des 68. Infanterieregiments "Reicher", ein schönes Stadt- und Komitatshaus, Franziskanerkloster, Staats-Obergymnasium, Industrieschule; Dampfmühlen und -Sägewerke, Spiritusbrennereien, Fischfang, Ackerbau und Handel mit Obst, Getreide, Vieh, Salz, von dem hier bedeutende Lager sich befinden, und Holz. S. ist einer der ältesten Orte in Ungarn. In dem Treffen bei S. 5. März 1849 mußte sich der österr. General Karger vor den überlegenen Ungarn zurückziehen. Das ehemalige Komitat Mittel-Szolnot wurde 1876 mit Kraszna zum Komitat Szilágy (s. d.) vereinigt.

Szolnok-Abony (spr. ßoll-), Marktflecken in Ungarn, s. Abony.

Szolnok-Doboka (spr. ßoll-), Komitat in Siebenbürgen, 1876 aus dem frühern Komitat Inner-Szolnok, dann aus Teilen des Komitats Doboka und des Kövárer Distrikts gebildet, grenzt im N. an die Komitate Marmaros und Szatmär, im O. an Bistritz-Nászod, im S. an Klausenburg und un W. an Szilágy und hat 5149,82 qkm und (1890) 217 550 meist griech.-kath. rumän. E. (38 961 Magyaren, 6234 Deutsche), darunter 35 032 Griechisch-Orientalische, 29 397 Evangelische, 8670 Römisch-Katholische und 9890 Israeliten. Das Komitat ist im allgemeinen gebirgig, mit zahlreichen Thälern, aber nur das Szamos-, das Sajó- und das Laposthal sind von größerer Bedeutung. S. hat viel Mineral-, namentlich Solquellen; Hauptfluß ist der Szamos; bemerkbar ist der 230 qkm große, fischreiche Hódassee, südöstlich von Szamos-Ujvar. Das Klima ist wechselvoll, doch gesund, der Boden von mittelmäßiger Ergiebigkeit. Einen Teil des Komitats bedecken Buchen-, Eichen- und Tannenwälder und Bergweiden. Der Ackerbau erzeugt Mais, Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und wenig Kartoffeln; der Wein gedeiht zwar reichlich, besitzt aber keinen besondern Wert. Die Viehzucht, namentlich Pferdezucht ist bedeutend; an jagdbarem Wild (Rehe, Bären u. s. w.) sind die Waldungen reich, ebenso liefert das Mineralreich außerordentlich viel Salz und Eisen, Gold und Silber nur wenig. Die Hauptbeschäftigung ist Ackerbau, Viehzucht und Bergbau, Industrie wird nur handwerksmäßig oder als häusliche Beschäftigung betrieben. Das Komitat umfaßt die Städte mit geordnetem Magistrat Dés (s. d.) und Szamos-Ujvar (s. d.) und sieben Stuhlbezirke.

Szombathely (spr. ßómmbatelj), ungar. Name der Stadt Steinamanger (s. d.).

Szomolnok (spr. ßómm-), ungar. Name der Stadt Schmölnitz (s. d.).