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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Tagebau - Tagesmittel

Stern gelegte Ebene mit dem Meridian bildet. Der T. ist nur abhängig von der Abweichung der Gestirne vom Äquator; für Gestirne im Äquator beträgt er 180° oder 12 Stunden. Der ganze T. eines Fixsterns ist gleich der Zeit seines Verweilens über dem Horizont. Bei Gestirnen, die von Aufgang bis Untergang ihre Abweichung vom Äquator merklich ändern, wie Sonne und Mond, teilt der Meridian den T. in zwei ungleiche Teile, von denen man den einen als halben T. beim Aufgang, den andern als halben T. beim Untergang bezeichnet. - Die Ergänzung des T. zu 360° heißt Nachtbogen.

Tagebau, s. Grubenbau.

Tagebruch, im Bergbau soviel wie Pinge (s. d.).

Tagebuch, in der Buchhaltung, s. Journal.

Tageding, s. Ding (Volksversammlung).

Tagegelder, s. Diäten. - Im deutschen Heere werden neben den Reisekosten, sowohl für die Tage der wirklichen Dienstreise, wie für diejenigen des Aufenthalts am Bestimmungsorte T. gezahlt. Der Tag der Abreise und Ankunft zählt als Reisetag. Dauert der Aufenthalt an einem Orte des Inlandes länger als einen Monat, so hört der Bezug der T. mit dem Tage nach Ablauf des ersten Monats auf. Bei Versetzungen sowie bei Kommandos, welche einer Versetzung gleichzuachten sind, werden T. nur für die Reisetage gewährt. Beim Empfang von T. fällt der Anspruch auf Quartier grundsätzlich fort.

Die T. betragen für: Generalfeldmarschälle, Generale der Infanterie oder Kavallerie, kommandierende Generale, Generalinspecteure, Inspecteur der Feldartillerie 30 M.; Generallieutenants und Generale in Stellen, mit denen eine der Zulage der Divisionscommandeure gleichkommende Zulage verbunden ist, 24 M.; die übrigen Generale, die in Generalstellen befindlichen Stabsoffiziere und den Generalstabsarzt der Armee 18 M.; Regimentscommandeure und Generalärzte 15 M.; die übrigen Stabsoffiziere, Oberstabsärzte I. Klasse und die in Referentenstellen stehenden Offiziere und Ärzte des Kriegsministeriums, die Bezirkscommandeure sowie die Präsides der Remonte-Ankaufskommissionen 13 M. 50 Pf.; die ersten Hilfsoffiziere der Remonte-Ankaufskommissionen 12 M.; Hauptleute, Rittmeister, die in gleichem Range stehenden Sanitätsoffiziere und die zweiten Hilfsoffiziere der Remonte-Ankaufskommissionen 9 M.; Lieutenants und in gleichem Range stehende Sanitätsoffiziere 7 M. 50 Pf.; Unteroffiziere, welche das Offiziersportepee tragen, 4 M. 50 Pf.; überzählige Vicefeldwebel und Vicewachtmeister, Depot-Vicefeldwebel sowie Unteroffiziere ohne Portepee 3 M.; überzählige Unteroffiziere und Gemeine 2 M.

Tagekranz, s. Schacht.

Tagelied, eine Gattung des mittelalterlichen höfischen Minneliedes, schildert das Scheiden der heimlich Liebenden am Morgen. Die Dame sucht den Geliebten zu halten, er flieht, um ihre Ehre nicht zu gefährden; alle Glut des sinnlichen Verlangens lodert in diesem letzten Augenblick noch einmal auf. Das T. entwickelte sich in Frankreich unter dem Einfluß der geistlichen Morgenhymnen (Alba); aus ihnen stammt die Schilderung des Tagesanbruchs und die Gestalt des warnenden Wächters, der im T. aus dem geistlichen Berater zum Vertrauten der Liebenden ward. Die ältesten T. in Deutschland sind noch volkstümlich; Einwirkung der Franzosen zeigt Heinrich von Morungen, Otto von Botenlauben, Ulrich von Singenberg und namentlich Wolfram von Eschenbach, der größte Dichter des T., der es als Epiker fast zur Ballade umgestaltete. Seit dem 14. Jahrh. geht das T. in das Volkslied über; doch hat noch Oswald von Wolkenstein es gepflegt. Der Abschied Romeos von Julie bei Shakespeare und der zweite Akt von Richard Wagners "Tristan und Isolde" sind dramatisierte T. - Vgl. de Gruyter, Das deutsche T. (Lpz. 1887); Ludw. Fränkel, Shakespeare und das T. (Hannov. 1893); Schläger, Studien über das T. (Jena 1895).

Tagelohn, s. Arbeitslohn.

Tagemarsch, die Marschleistung einer Truppe in 24 Stunden. Im Frieden rechnet man für alle Truppen den T. zu 22 km, mit einem Ruhetage am 3. oder4. Tage. Die höchste Leistung bei günstiger Jahreszeit, gutem Wetter und unverkürzter Nachtruhe beträgt für Kavallerie 80, für Infanterie 50 km, kann aber nicht hintereinander wiederholt werden. Eine zweitägige Höchstleistung sinkt für Kavallerie auf 100, für Infanterie auf 70 km herab. Für den dritten Tag kann man dann noch 30-40 km hinzurechnen, wobei die Truppen auch für den vierten Tag kampffähig und (allerdings in sehr vermindertem Grade) auch marschfähig bleiben. Die Benutzung der Nacht gewährt nur für die einmalige Höchstleistung einen Zuschuß, setzt aber die Leistung des folgenden Tags um so mehr herab. Diese Höchstleistungen sind nur ausnahmsweise für nicht zu große Abteilungen vortrefflich disciplinierter und einmarschierter Truppen zu erreichen; für größere Verbände (Armeekorps) ist ein T. von 30 km schon eine gute Leistung. (S. Märsche.)

Tages, Sohn eines Genius Jovialis, Enkel des Jupiter, stieg plötzlich in Etrurien, als Tarchon beim Pflügen eine besonders tiefe Furche zog, aus der Erde empor und unterrichtete, als ein Knabe von Gestalt, an Weisheit aber ein Greis, die Etrusker in der Haruspicina (s. Haruspices). Gleich darauf starb er. Seine Lehren bildeten den Inhalt der wichtigsten etrusk. Religionsbücher.

Tagesbefehle, Befehle, die sich im Gegensatz zu Operationsbefehlen (s. d.) auf Angelegenheiten des innern Dienstes u. s. w. beziehen (s. Befehl).

Tagesblindheit oder Nyktalopie, eine Sehstörung, die sich in der Weise äußert, daß das Sehvermögen bei voller Tagesbeleuchtung stark herabgesetzt, dagegen bei gedämpfter Beleuchtung besser oder ganz normal ist. Die T. kann ihren Grund haben entweder in Anomalien des Auges, die eine abnorm starke Einwirkung des Lichts auf den nervösen Sehapparat gestatten (Albinismus, abnorme Weite der Pupille ü. s. w.), oder in einer krankhaft gesteigerten Lichtempfindlichkeit der nervösen Elemente, die ebensowohl die Folge einer Überblendung als einer lange dauernden Lichtentziehung sein kann.

Tageschacht, s. Schacht.

Tagesdienst, Offizier vom, s. Du jour.

Tagesgeschäfte, Kassengeschäfte, Geschäfte, die am Abschlußtage erfüllbar sind, im Gegensatz zu Lieferungsgeschäften oder Zeitgeschäften (s. d.). In diesem Sinne spricht man auch von einem Tageskauf. Im Warenhandel nennt man die T. auch Locogeschäfte (s. d.).

Tageshelligkeit, s. Reflexion.

Tageskauf, s. Lieferungsgeschäft und Tagesgeschäfte.

Tageslicht, s. Bd. 17.

Tageslichtnelke, s. Lychnis.

Tageslichtreflektor, s. Reflektor.

Tagesmittel, s. Meteorologie.