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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Tajo (in der Jägersprache) – Takovo-Orden

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Tajo (Strom)'

lang der Sierra de Albarracin nach NW. in die Provinz Guadalajara, beschreibt einen Bogen um die Serrania de Cuenca, wendet sich nach SW. in die öde, neucastilische Steppe, tritt in den Südostteil der Provinz Madrid, nahe der Grenze gegen Cuenca und Toledo, berührt Aranjuez in fruchtbarer Gegend, nimmt gleich darauf rechts den von Norden kommenden, die Gewässer des Henares (links), Manzanares (von Madrid her, rechts) und Tajuña (links) vereinigenden Jarama auf und tritt in die Provinz Toledo, wo sein mehr westl. Mittellauf beginnt und ihm oberhalb Talavera de la Reina der Alberche zufließt. Bei Toledo durchbricht der T. in tiefer, gekrümmter, wild zerklüfteter Schlucht einen Granitvorsprung der Montes de Toledo, kommt dann in eine Ebene bis Talavera, muß sich oberhalb der berühmten, 190 m langen, 34 m hohen Brücke von Almaraz in Estremadura (Provinz Caceres) zwischen 325 m hohen Granitmassen mit noch großartigerer Scenerie hindurchwinden und nimmt weiterhin in sandiger, einsamer, oft mit Eichenwald bedeckter Gegend rechts Tietar und Alagon auf. Der T. hat nun seinen Unterlauf begonnen, scheidet das portug. Beira von der span. Provinz Caceres, heißt fortan Tejo, wird breiter und stromartiger, und tritt alsbald ganz nach Portugal, zuerst Beira baixa von Alemtejo trennend. Bei den Portas de Rodão (bei Villa Velha) wendet sich der T. nach SW., bildet die Grenze zwischen Estremadura und Alemtejo, berührt Abrantes, nimmt rechts den die Wasser von der Südseite der Serra da Estrella sammelnden Zezere auf, geht an Santarem vorüber und teilt sich, an der Grenze der Distrikte Santarem und Lissabon in den westlichen, größern Tejo nova und den Mar de Pedro, die Insel Lizirias do Tejo bildend, ein deltaartiges, durch Dämme gegen die Flut geschütztes, mehrfach durchschnittenes Marschland. In den östl. Mar de Pedro mündet der Zatas oder Sorraia. Die Arme vereinigen sich wieder in der 30 km langen und bis 12 km breiten, salzigen Bai von Lissabon (o Tejo), die einen der weitesten, tiefsten und sichersten Häfen der Erde bildet, der nach W. durch die 7,4 km lange, 1,6–3,1 km breite Entrada oder Ria do Tejo mit dem offnen Ocean in Verbindung steht, die für die größten Schiffe tief genug, deren westl. Zugang aber durch eine Barre erschwert ist. Der T. hat eine Länge von 910 km und ein Flußgebiet von 82600 qkm, so daß er hierin vom Ebro übertroffen wird. Das Gefälle ist ungleich, Stromschnellen und Strudel machen den Fluß in Spanien unfahrbar. Die regelmäßige Schiffahrt beginnt erst bei Abrantes auf 130 km, wogegen große Flußschiffe und Dampfboote bis Santarem gehen, bis wohin die Flut beinahe reicht.

Tajo, in der Jägersprache, s. Hab' acht!

Taka oder Kassâla, ehemals zu Ägypten gehörende Provinz im O. von Chartum, vom Atbara und dem Gasch durchflossen, etwa 8100 qkm groß mit 38000 E., ist ein reines Steppenland mit niederm Akaziengebüsch und einem rohrartigen Grase, welches in der Regenzeit emporwächst und dann von den Schukurieh- und Hadendoa-Arabern abgebrannt wird, um in der Regenzeit der Anpflanzung von Durra Platz zu machen. Der ungesunde Hauptort Kassâla el-Lûs, 10000 E., liegt 385 km östlich von Chartum in 510 m Höhe am Gasch und am Fuße des gleichnamigen, aus einer domartigen Granitkuppe von 200 m Höhe bestehenden Berges. 1895 ↔ wurde die Stadt von den von Massaua aus vordringenden Italienern besetzt.

Takahamāk, Tacahamaca, verschiedenen Arten von Calophyllum (s. d.) entstammendes Harz, das wegen seines an Elemiharz (s. d.) erinnernden, harzig-aromatischen Geruchs früher vielfach zum Räuchern, aber auch in der Medizin verwendet wurde, aber jetzt nur noch wenig in den Handel kommt.

Takamats(u), Stadt auf der japan. Insel Shikoku, früher Hauptstadt der Provinz Sanuki, jetzt des Ken Kagawak, liegt an der Nordküste der Insel und hat über 37000 E.

Ta-kao, Hafenstadt auf der Westküste der Insel Formosa, im Süden von Thai-nan, seit 1861 dem fremden Handel geöffnet. Der Hafen ist durch eine Barre versperrt, die Einfuhr hat sich jetzt nach Ngan-ping gezogen, wichtig ist noch die Ausfuhr von Zucker.

Takasaki, Stadt auf der japan. Insel Nipon (Hondo), im Innern, im NW. von Tokio, mit letzterm durch Bahn verbunden, hat über 20000 E.

Takaseh, Takazzie, im untern Lauf Setit, Hauptzufluß des Atbara (s. d.) in Abessinien.

Takata, Stadt auf der japan. Insel Nipon (Hondo), unweit der Nordwestküste, an der die Insel durchquerenden Eisenbahn, im SW. von Niigata, hat (1890) 24511 E.; bedeutende Baumwollweberei.

Takazzie, Fluß in Afrika, s. Takaseh.

Takel, auf Schiffen der allgemeine Ausdruck für jeden Flaschenzug. Man unterscheidet bei T. Taljen und Giens. Bei erstern läuft das Tau über vier oder weniger, bei Giens über fünf oder mehr Rollen. Taljen werden deshalb dort verwendet, wo geringere, Giens dort, wo mehr Kraft erforderlich ist.

Takelage (spr. -ahsche), Takelung, Takelwerk oder Gut (Taugut), das gesamte Tauwerk (s. d.), das zu den Masten, Rahen und Segeln eines Schiffs gehört. Daher die Ausdrücke takeln (auftakeln) und abtakeln, d.h. die T. auf- oder abrüsten. In erweitertem Sinne versteht man unter T. auch die Anzahl und Anordnung der Masten und Segel eines Schiffs. (S. auch Laufendes Gut.)

Takht-i-Schirin, Palastruinen bei Bisutûn (s. d.) in Kurdistan.

Ta-kiang, chines. Fluß, s. Jang-tse-kiang.

Takler, eine Art Schauermann (s. d.).

Takonisches System, in Nordamerika Bezeichnung für die obern Komplexe der krystallinischen Urschieferformation (s. d.).

Takŏvo-Orden, serb. Orden, benannt nach dem Dorfe Takovo im Kreise Rudnik des Königreichs Serbien, bei welchem am Palmsonntag 1815 in einer Volksversammlung unter Milosch Obrenowitsch der erneute Kampf gegen die Türken beschlossen wurde, der die Befreiung Serbiens zur Folge hatte. Zur 50jährigen Erinnerung daran wurde 22. Mai 1865 vom Fürsten Michael III. Obrenowitsch ein Orden ohne Namensbezeichnung für die noch lebenden Teilnehmer am Kampfe gestiftet, den 12. Juli 1876 Fürst Milan IV. in den selbständigen T. umwandelte und 15. (27.) Febr. 1878 mit Statuten versah. Er hat fünf Klassen, die den Abstufungen der franz. Ehrenlegion (s. d.) entsprechen. Das vierarmige, achtspitzige und an den Spitzen mit Kugeln besetzte und zwischen den Armen von einem goldenen Andreaskreuz durchstoßene Kreuz zeigt auf seinem runden roten Mittelschild innerhalb blauen Spruchbandes (darauf in serb. Sprache «Für Glauben, Fürst und Vaterland») den gekrönten, verschlungenen Namenszug M. O. Das Spruchband ist von zwei Palmzweigen kranzförmig

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 592.