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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Tasman-Land; Tassaert; Taßawwuf; Tasseln; Tassilo; Tassiloquelle; Tassiuasarsoak

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Tasman-Land - Tassiuasarsoak

Südostens ist der bei Hobart in die Stormbai fallende, gleichfalls im untern Laufe schiffbare Derwent.

Das Klima ist gemäßigt und vorzüglich. Die Pflanzenwelt ist vom Gesamtcharakter des südl. Australiens (s. d.), gemischt mit antarktischen Arten. Das Hochland von meist 1000 m Höhe ist mit schönen Grasflächen bedeckt, wo das "Buttongras" häufig ist. Der untere Wald von riesigen Gummibäumen (Eucalyptus amygdalina Lab.) und myrtenartig-immergrün belaubten Buchen (Fagus Cunninghamii Hook.) deckt die Gehänge, Baumfarne finden noch Gedeihen (Dicksonia antarctica Lab.), zahlreiche Nadelhölzer sind der Insel eigentümlich. Die Berghäupter sind meistens kahl. Die Fauna ist typisch australisch, nur ist sie infolge der südlichern Lage weniger reich, was sich an der Zahl der einheimischen Schlangen nachweisen läßt: T. hat 3, übrigens sämtlich giftige, Queensland aber 42. Indessen finden sich auf T. zwei eigentümliche Beuteltierformen: der den Schafherden höchst schädliche Beutelwolf oder Zebrahund (Thylacinus cynocephalus Fischer), ein großes räuberisches Tier, sowie der bösartige Beutelbär (Sarcophilus s. Dasyurus ursinus Geoff.), der "Teufel" der Ansiedler. Der Wombat ist häufiger als auf dem Kontinent.

Bevölkerung und Erwerbszweige. Die Zahl der zu den Australnegern gehörigen Ureinwohner (s. Tafel: Australische Völkertypen, Fig. 2) wurde noch im Beginn des 19. Jahrh. auf 4-5000 geschätzt. Vor der Grausamkeit der weißen Bevölkerung wichen sie immer mehr zurück, und 1810 sah sich die Regierung veranlaßt, strenge Strafen auf die Ermordung derselben zu setzen. Dagegen sahen sich die Weißen steten Raubzügen ausgesetzt, und man fing die Ureinwohner 1835-45 ein und brachte sie auf die Flindersinsel, wo sie allmählich ausstarben. Die Zahl der weißen Ansiedler betrug (1891) 140 667 (77 560 männl., 69 107 weibl.), d. i. eine Zunahme von 3,84 Proz. gegen 1881 und 2,2 auf 1 qkm. 107 901 waren in T., 26 975 in Großbritannien und Irland geboren; Chinesen wurden 943, Deutsche 918 gezählt. 1895 wurde die Einwohnerzahl auf 160 833 geschätzt. (S. Australien.) Hauptstadt ist Hobart (s. d.), wichtig auch Launceston (s. d.). Katholiken gab es 25 805, Anglikaner 76 082, der Rest verteilt sich auf andere prot. Sekten. Unter Anbau stehen (1896) 788 120 Acres, davon 212 703 Getreidefelder, 221 970 Acres Wiesen. Gewonnen wird namentlich Weizen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Heu, Hopfen und Obst. Wichtig ist auch die Vieh-, namentlich Schafzucht (1 523 846 Stück). Die Wälder liefern vorzügliches Bauholz. Die Goldbergwerke lieferten 1895/96: 54 310 Unzen Gold, wozu noch 3991 Unzen Alluvialgold kamen, insgesammt für 239 479 Pfd. St.; Silbererz wurde 19 665 t (213 600 Pfd. St.), Kohlen für 32 647 Pfd. St. gewonnen. An Zinn hat T., besonders das Bergwerk im Mount-Bischoff, bisher für 6,23 Mill. Pfd. St. geliefert. 1895 wurde für 167 754 Pfd. St. exportiert. Auch Eisenerz, Bleiglanz und Kupfer kommen vor. In der Ausfuhr (1896: 1,5 Mill. Pfd. St.) stehen Wolle, Gold, Silber und Zinn obenan, dann Früchte und Kartoffeln. Eingeführt (1896: 1,10 Mill. Pfd. St.) werden namentlich Gewebe (308 079 Pfd. St.), Nahrungsmittel und Getränke, Zucker, Maschinen, Bücher, Kunstwerke u. a. Die Eingangszölle betragen 25 Proz. des Einfuhrwerts. Beteiligt sind am Handel fast ausschließlich England und die andern austral. Kolonien. Die eigene Handelsflotte zählt 234 Fahrzeuge mit 31 300 Registertons, darunter 62 Dampfer. An Eisenbahnen waren 1895 in Betrieb 764 km; Hauptlinien sind: Hobart-Launceston, Launceston-Warratah (teilweise fertig) und Conara-St. Mary. Sehr entwickelt ist der Telephonverkehr.

An der Spitze der Verwaltung steht ein dem engl. Ministerium untergebener, von der Krone ernannter Gouverneur. Diesem zur Seite stehen sechs verantwortliche Minister sowie ein Council (18 Mitglieder von mindestens 30 Jahren, welche von den Meistbesteuerten und Gebildeten auf sechs Jahre gewählt werden) und eine Legislativversammlung (37 Mitglieder, über 21 J. alt, auf drei Jahre gewählt). Die Einnahmen betrugen (1895) 761 971, die Ausgaben 748 946 Pfd. St. Die Schuld beträgt 8,18 Mill. Pfd. Et. Die Verwaltung und Justiz sind den englischen nachgebildet. T. zerfällt in 18 Counties.

Geschichte. Die Insel wurde 1642 von Abel Tasman (s. d.) entdeckt und nach dem holländ. Gouverneur in Ostindien, van Diemen, benannt. Als Insel erkannten das Land erst Georg Baß und Flinders 1798-99. Die Engländer legten 1804 hier eine Verbrecherkolonie an, die schnell durch Einwanderung freier Leute aufblühte und bis 1825 von Neusüdwales abhängig war. 1826 stellte man die Ansiedelung unmittelbar unter das engl. Kolonialministerium. Die Erklärung zur Kolonie erfolgte 1853, nachdem schon früher die Deportation aufgehoben worden war. - Vgl. Just, Tasmaniana (Launceston 1879); Jung, Der Weltteil Australien (Lpz. 1883); Fenton, History of Tasmania (Lond. 1884); Bonwick, The lost Tasmanian race (ebd. 1884), Yearbook of Tasmania (Hobart; jährlich).

Tasman-Land, frühere Benennung des von Abel Tasman 1642 entdeckten Teils der Nordwestküste Australiens (122-129° östl. L.), gehört jetzt zur Kolonie Westaustralien.

Tassaert (spr. tássahrt), Joh. Peter Anton, Bildhauer, geb. 3. Aug. 1729 zu Antwerpen, war Schüler seines Vaters Felix T. zu Antwerpen, reiste 1751 nach London, 1758 nach Paris, wo er unter anderm ein Standbild Ludwigs XV. anfertigte. Friedrich d. Gr. berief ihn 1774 als Hofbildhauer nach Berlin. Hier fertigte er unter anderm die Marmorbüste Friedrichs d. Gr., Moses Mendelssohns und des Abbe Raynal, viele Marmorstatuen und Marmorgruppen für den Prinzen Heinrich, der ihn besonders hochschätzte. Seine spätern Hauptwerke sind die Marmorstatuen von Keith und Seydlitz für den Wilhelmsplatz in Berlin, die sich jetzt im Vestibül des Direktionsgebäudes der Hauptkadettenanstalt zu Lichterfelde befinden. T. war königl. Oberintendant über alle Skulpturwerke in Berlin und Rektor der königl. Akademie der Künste daselbst und starb 21. Jan. 1788. - Vgl. Robert, Gedenkblatt an J. P. A. T. (Berl. 1884).

Taßawwuf, s. Sufismus.

Tasseln (Tesseln), die oft in Schildform gestalteten Schmuckplatten, durch welche die Mantelschnur im 12. bis 14. Jahrh. befestigt wurde. Sie lagen vorn an beiden Schultern.

Tassilo III. (unrichtig oft Thassilo geschrieben), der letzte Herzog in Bayern aus dem Stamme der Agilolfinger (s. Bayern, Geschichte).

Tassiloquelle oder Kropfwasser, die brom- und jodhaltige Hauptquelle von Hall (s. d.) in Oberösterreich.

Tassiuasarsoak, Bucht in Grönland, s. Aulatsivik-Fjord.