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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Teck; Tecklenborg; Tecklenburg

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Teck - Tecklenburg (ehemalige Reichsgrafschaft)

gebotenen Abänderungen zu einem abgerundeten Ganzen vereinigt wird. Die specielle T. ist für die genaue Kenntnis eines speciellen Industriezweiges erforderlich; die allgemeine T. erleichtert das Studium jeder gewerblichen Specialität.

In der chemischen T. bildet zunächst die Metallurgie (s. d.) für sich eine Unterabteilung. Bei der chemischen T. im engern Sinne findet die Einteilung noch am einfachsten nach den verarbeiteten Rohstoffen statt. Dieselben sind: a. wesentlich mineralischen Ursprungs (die Lehre von der Darstellung der Schwefel-, Salz- und Salpetersäure, der Soda und Pottasche, des Salpeters, Kochsalzes, des Schwefels, der Sprengstoffe, der Zündwaren mit Ausschluß des Phosphors, sowie von der Glas-, Thonwaren-, Cementfabrikation, dem Brennen des Kalkes u. s. w.); b. aus der Pflanzenwelt (die Fabrikation von Zucker, Stärke, Cellulose, von Brot, Wein, Bier, Alkohol, Liqueuren, Essig, von Parfümerien, von Lacken und Firnissen u. s. w.); c. tierische Stoffe (die Gerberei, die Leim-, Phosphor-, Knochenkohle-, Kunstdüngerfabrikation). Ebensowohl findet man aber auch die Arbeitsvorgänge nach den Gewerben geordnet dargestellt, als: Zeugdruckerei, Färberei, Branntweinbrennerei, Bierbrauerei, Zuckerfabrikation u. s. w. Die Fortschritte der chemischen T. erstrecken sich hauptsächlich auf die Ersparnis an Rohstoff, an Brennmaterial und an Zeit durch Vereinfachung und Verbesserung der einzelnen Operationen. Eine grundlegende Wissenschaft für viele Zweige der chemischen und mechanischen T. ist die Pyrotechnik (s. d.).

Als Unterrichtsgegenstand trat die T. zuerst 1772 an der Universität auf, wo die Gewerbekunde als Bestandteil der sog. kameralistischen Studien sich allmählich einen Platz errungen hatte. Später wurde sie specieller auf verschiedenen technischen Bildungsanstalten betrieben. (S. Technisches Unterrichtswesen.) Den ersten Versuch, ein Lehrbuch der T. zu schreiben, machte 1777 Beckmann. Er war der erste, welcher die Industriezweige nicht nach ihrer äußern, in der bürgerlichen Ordnung und den Betriebsverhältnissen begründeten Abzweigung, sondern nach der innern Verwandtschaft ihrer Hauptverrichtungen zu klassifizieren suchte. Anfang des 19. Jahrh. erlangten als Technologen einen ausgebreiteten und dauernden Ruf Hermbstädt in Berlin und Poppe in Tübingen. Noch wirksamer waren die Arbeiten von Prechtl, Altmütter (beide in Wien), Bernoulli (in Basel) und vor allen von Karmarsch (in Hannover), der durch seine Schriften neben Hartig (in Dresden), Kick (in Wien), Hoyer (in München) u. a. viel zur Verallgemeinerung der technischen Bildung beigetragen hat. Unter denjenigen, die vorzugsweise die chemische T. entwickelt haben, sind in erster Linie zu nennen Fr. Knapp (in Braunschweig), Friedr. Heeren (in Hannover) und Rud. von Wagner (in Würzburg).

Litteratur: Karmarsch, Handbuch der mechanischen T. (6. Aufl., 3 Bde., Lpz. 1887-97, hg. von Herm. Fischer); Bernoulli, Handbuch der T. (2. Aufl., 2 Bde., Bas. 1840); Hoyer, Lehrbuch der vergleichenden T. (9. Aufl., Wiesb. 1897); Ledebur, Lehrbuch der mechanisch-metallurgischen T. (2. Aufl., Braunschw. 1896 fg.); Kick, Vorlesungen über mechanische T. (Wien 1897 fg.); Blümner, T. und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen und Römern (4 Bde., Lpz. 1874-87). Encyklopädien: Laboulaye, Dictionnaire des arts et manufactures (6. Aufl.,4 Bde., Par. 1885); Rees, Cyclopædia (45 Bde., Lond. 1819); Hebert, Engineers' and Mechanics' Encyclopædia (2 Bde., ebd. 1848); Tomlinson, Cyclopædia of useful arts (2 Bde., ebd. 1854); Prechtls Technolog. Encyklopädie (20 Bde., Stuttg. 1830-55; Supplemente, hg. von Karmarsch, 5 Bde., 1857-69) und Karmarsch und Heeren, Technisches Wörterbuch (3. Aufl., ergänzt und bearbeitet von Kick und Gintl, 11 Bde., Prag 1876-92). Ein Sammelwerk, welches zahlreiche Monographien von Gewerben enthält, ist der "Neue Schauplatz der Künste und Handwerke" (Weimar). Zur Geschichte: Karmarsch, Geschichte der T. (Münch. 1872). Technologische Zeitschriften existieren in großer Zahl für die einzelnen Zweige der T. - Die Litteratur zur chemischen T. findet sich unter Chemie (Abschnitt: Technische Chemie).

Teck, dem Schwäbischen Jura nördlich vorgelagerter, langgestreckter Berg, im S. von Kirchheim, 774 m hoch, mit der Ruine des Stammschlosses der Herzöge von Teck und einer Felsengrotte (Sibyllenloch).

Teck, im Mittelalter kleines Herzogtum in Schwaben, genannt nach der jetzt in Trümmern liegenden Burg gleichen Namens bei Kirchheim. T. kam zu Anfang des 11. Jahrh. an Berchtold von Zähringen, dessen Enkel Albrecht sich seit 1186 Herzog von T. nannte. Dessen Nachkommen erloschen im Mannsstamm 1439, nachdem schon in dem letzten Viertel des 14. Jahrh. das Herzogtum teils durch Kauf, teils durch Eroberung an Württemberg gekommen war. Durch Kaiser Maximilian I. wurde 1493 den Herzögen von Württemberg der Titel und das Wappen der Herzöge von T. zugesprochen, den sie auch bis 1806 mit führten. - 1863 und 1870 erhielten die Kinder des Herzogs Alexander von Württemberg (geb. 9. Sept. 1804, gest. 4. Juli 1885) aus seiner Ehe mit der Gräfin Claudine von Rhidey, die seit 1835 den gräfl. Titel von Hohenstein führte, den württemb. Fürstenstand unter dem Namen von Teck, 1871 der jetzige Chef dieses Hauses, Fürst Franz (geb. 27. Aug. 1837), vom König von Württemberg den nach dem Recht der Erstgeburt vererbenden Herzogstitel. Die älteste Tochter aus seiner Ehe (seit 1866) mit der Prinzessin Mary (gest. 27. Okt. 1897) von Großbritannien, Tochter des Herzogs von Cambridge, Prinzessin Victoria Mary, ist seit 1893 die Gemahlin des engl. Thronerben, des Herzogs von York.

Tecklenborg, Eduard, deutscher Reeder, geb. 1. Aug. 1849 in Bremen, trat nach kaufmännischer Ausbildung in die väterliche Reedereifirma Franz Tecklenborg und in die 1840 gegründete Schiffbaufirma Joh. C. Tecklenborg ein und ist jetzt der Chef beider Firmen. Von der Werft Tecklenborg sind unter anderm die Nordpolexpeditionsdampfer Germania und Tegetthoff erbaut worden; ferner die beiden größten in Deutschland gebauten stählernen Segelschiffe Placilla und Pisagua. Das jüngste Schiff der Werft ist der stählerne Fünfmaster Potosi, das größte Segelschiff der Welt (s. Fünfmastschiffe, Bd. 17). 1897 wurde T.s Werft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Tecklenburg, ehemalige Reichsgrafschaft, fiel nach Aussterben der Grafen von T. 1556 nebst der damit verbundenen Reichs- und Kreisstimme an die Grafen von Bentheim. Die 1609 entstandene Linie Bentheim-Tecklenburg trat 1699 das Schloß und drei Vierteile der Grafschaft T. an die Grafen von Solms-Braunfels ab. Diese verkauften T. 1707 an die Krone Preußen, die auch die übrigen Teile der Grafschaft durch Vergleich mit dem Grafen von