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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Teglattphalasar; Teglio; Tegnér; Tegucigalpa; Tegument; Tehamah; Teherân

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Teglattphalasar - Teherân

haber des österr. Geschwaders in der Nordsee lieferte T. 9. Mai 1864 in Gemeinschaft mit einigen preuß. Schiffen den Dänen das Seegefecht bei Helgoland, worauf er 12. Mai Konteradmiral wurde. Beim Ausbruch des Krieges zwischen Österreich und Italien 1866 erhielt er das Kommando der österr. Flotte im Mittelmeer. Er erschien zuerst vor Ancona und besiegte 20. Juli bei Lissa (s. d.) die ital. Flotte, wofür er 21. Juli Viceadmiral wurde. 1867 erwirkte T. in Mexiko die Auslieferung der Leiche des Kaisers Maximilian. Seit 6. März 1868 war T. Oberbefehlshaber der österr. Marine und Chef der Marinesektion des Reichskriegsministeriums, daneben lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses. Er starb 7. April 1871 zu Wien. Denkmäler wurden ihm errichtet in Pola (1877, Bronzestandbild von Kundmann), in seiner Vaterstadt Marburg (1883), in Wien auf dem Praterstern (1886, kolossales Bronzestandbild von Kundmann). Ad. Beer gab heraus: Aus Wilh. von T.s Nachlaß (Wien 1882).

Teglattphalasar (hebr. Tiglathpileser, in der Septuaginta Thalgathphellasar genannt; assyr. Tukultibelischarra), Name mehrerer assyr. Könige. T. I. regierte etwa 1100 v. Chr., der älteste assyr. Herrscher, von dessen Unternehmungen genauere Kunde vorhanden ist. Er eroberte mehrere Landschaften des heutigen Armeniens. Seine letzte Kriegsunternehmung war gegen Babel gerichtet, wo er das Heer des babylon. Königs Marduknadinachi besiegte. Von seinen Bauten sind der Neubau des Reichstempels zu Assur, des Ischtartempels zu Ninive und der Bau eines Tempels für Anu (den Himmelsgott) und Ramman (den Sturmgott) in Assur besonders zu erwähnen. (Vgl. W. Lotz, Die Inschriften Tiglathpilesers I., Lpz. 1880.) - T. III. (745-727), früher fälschlich der Zweite genannt, aus der Bibel bekannt, gewiß identisch mit dem biblischen Phul, griech. Poros, ein ihm als König von Babylonien beigelegter Beiname. Er wandte sich zunächst gegen die Aramäer und Chaldäerstämme, die Babylonien überflutet hatten, und gleichfalls gegen (späteres) medisches Gebiet, um die Ostgrenze Assyriens zu sichern. Ferner unternahm er einen Zug gegen Armenien, Syrien, Juda und die Philistäer, und eroberte 731 Babylon. Er dehnte das Assyrische Reich weiter als irgend einer seiner Vorgänger aus. Ihm folgte Salmanassar IV. Beider Inschriften wurden von Sargon und seiner Linie systematisch zerstört, daher sind T.s Berichte nur sehr unvollständig erhalten. - Vgl. Eb. Schrader, Zur Kritik der Inschriften T.s II. (Berl. 1879); Rost, Die Keilschrifttexte T.s III. (2 Bde., Lpz. 1892).

Teglio (spr. teljo), Ortschaft im Veltlin (s. d.).

Tegnér, Esaias, schwed. Dichter, geb. 13. Nov. 1782 zu Kyrkerud in Wermland, der jüngste Sohn eines Landpfarrers, bezog im Herbst 1799 die Universität zu Lund, bestand 1802 die Kandidatenprüfung und wurde Docent der Ästhetik, mit welcher Stellung er später das Notariat in der philos. Fakultät vereinigte. 1805 wurde er Adjunkt der Ästhetik und Vicebibliothekar bei der Universitätsbibliothek und 1812 Professor des Griechischen. Während dieser Zeit hatte T. bereits als lyrischer Dichter seinen Ruf begründet. Sein patriotisches Gedicht "Svea" (1811) erregte großes Aufsehen und Bewunderung. Nachdem er 1818 in die Akademie als Mitglied eingerückt war und in demselben Jahre die theol. Doktorwürde erlangt hatte, ward er 1824 zum Bischof von Wexiö ernannt. Großen Beifall fanden seine trefflichen "Schulreden" (zum Teil verdeutscht von Mohnike, Strals. 1833). Sie befestigten seinen Ruf als Redner, den er schon zu Lund begründet hatte, wie seine "Reden" (deutsch von Mohnike, Strals. und Lpz. 1829) bewiesen. Die Idylle "Die Nachtmahlskinder" (1820; deutsch von Mohnike, Lpz. 1840 u. ö., und von E. Zoller, ebd. 1881; 2. Aufl. 1884) und die Romanze "Axel" (1822; deutsch von Vogel, Lpz. 1877) befestigten seinen dichterischen Ruf, der mit der "Frithiofssaga" (Stockh. 1825 u. ö.; mit Übersetzung, Anmerkungen, Grammatik und Wörterbuch hg. von Leinburg, 2. Aufl., Frankf. a. M: 1873; ferner verdeutscht von Amalie von Helvig, 2. Aufl., Stuttg. 1832; von Schley, Ups. 1826; von Mayrhoff, von Mohnike, von Fr. Ohnesorge (Lpz. 18921 u. a.; auch in mehrere europ. und andere Sprachen übersetzt) seinen Höhepunkt erreichte. Das in Lund begonnene große Gedicht "Gerda" kam nie zur Vollendung. Seit 1840 an Geistesstörung leidend, starb T. 2. Nov. 1846 zu Wexiö.

Frei von der damals in Schweden eingerissenen Sucht, die Franzosen nachzuahmen, ging T. seinen eigenen Weg und brach nebst Geijer und ähnlich Gesinnten eine neue Bahn. Seine Poesien sollen rein altnordisch sein, sind aber durchaus modern; sie bekunden große Bilderpracht, ein tiefes und lebendiges Gefühl, eine reiche Ader des Witzes und eine leicht erregbare, bewegliche Phantasie, daneben in der Regel eine schöne, echt dichterische Sprache. In seinen prosaischen Schriften, besonders seinen Briefen, hat er sich als einen tiefen Denker und einen gesunden aber scharfen Richter seiner Zeit gezeigt.

T.s Werke wurden von seinem Biographen und Schwiegersohn K. W. Böttiger gesammelt (7 Bde., Stockh. 1847-51; Jubelausgabe, ebd. 1882-85). Eine Übersetzung der "Sämtlichen Gedichte T.s nebst Lebensbeschreibung" lieferte Mohnike (Lpz. 1840). Ed. Lobedanz hat seine "Dichter-Werke" (Lpz. 1862 u. ö.) übersetzt. Seine kleinern Gedichte gab deutsch in einer Auswahl heraus G. Zeller (Stuttg.1875). T.s Enkel, Elof T., veröffentlichte seine hinterlassenen Schriften (3 Bde., Stockh. 1873-74). Bald nach seinem Tode steuerte das ganze Land zu einem Denkmal, welches als kolossale Statue, von Qvarnström ausgeführt, 22. Juni 1853 in Lund enthüllt wurde. Die akademische Jugend in Lund feiert den 4. Okt., wo T. als Student eingeschrieben wurde, jedes Jahr als "Tegnérfest". - Vgl. Böttiger, T.s Leben (deutsch von Wilken, Berl. 1847); G. Brandes, Tegnér (Stockh. 1878); Kippenberg, Tegnér (Lpz. 1884); Christensen, E. T. (3. Aufl., ebd. 1890); Erdmann, Esaias T. (Stockh. 1896).

Tegucigalpa, Hauptstadt der centralamerik. Republik Honduras, am Oberlauf des in den Golf von Fonseca fliehenden Choluteca, in einem gesunden Hochthale, zählt 12 600 E. und hat in seiner Kathedrale das hervorragendste Bauwerk des Staates, 5 Kirchen, eine Universität, Nationalbank, Münzamt und Handel. - Das Departamento T., mit etwa 60 170 E., ist durchaus Hochland von gemäßigtem Klima; die Gebirge sind von umfangreichen Fichtenwaldungen bedeckt und bergen Steinkohlenlager. Auf Eisen, Kupfer, Silber und Gold wurde früher der Bergbau stark betrieben, z. B. in Sta. Lucia. Die Thäler sind reich an Getreide und Obst.

Tegument, s. Fadengebilde.

Tehamah, Landschaft, s. Dhafâr.

Teherân, Haupt- und Residenzstadt von Persien seit dem Antritt der gegenwärtigen Kadscharen-^[folgende Seite]