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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Tengi Sirdara; Tengri-Chan; Tengure; Teniers; Teniger Bad; Tenimber-Inseln; Tenkterer; Tenn; Tenne; Tenneberg; Tennengebirge; Tennessee

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Tengi Sirdara - Tennessee (Fluß)

Tengi Sirdara, s. Kaspische Thore.

Tengri-Chan, Chantengri, Gipfel des Thian-schan (s. d.).

Tengure, anderer Name des Alexandra-Nils (s. d.).

Teniers (gewöhnlich tenĭeh gesprochen, richtiger ténihrs), David, der Ältere, vläm. Maler, geb. 1582 zu Antwerpen, gest. daselbst 1649, ging nach Rom, wo er sich an Elsheimer anschloß. Er malte große histor. Kompositionen, hauptsächlich aber Dorffeste, Schenkstuben, Marktscenen und ähnliche Genrebilder. 1635 weilte er in Paris, wohin ihm seine ebenfalls als Maler thätigen Söhne gefolgt waren.

Der begabteste unter diesen war David T., der Jüngere, geb. 15. Dez. 1610 in Antwerpen, gest. 25. April 1690 in Brüssel. Er war anfangs Schüler seines Vaters, vollendete seine Bildung wahrscheinlich unter Brouwer und wurde 1632 als Meister in die Lukasgilde zu Antwerpen aufgenommen. Der Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich in Brüssel ernannte ihn zu seinem Hofmaler und Kammerdiener, nachher auch zum Inspektor seiner Gemäldegalerie, deren Schätze später mit denen der k. k. Sammlung in Wien vereinigt wurden. König Philipp IV. von Spanien war ein besonderer Liebhaber von Gemälden T.', für deren Aufstellung er eine eigene Galerie in seinem Palast errichten ließ. Im Besitz eines beträchtlichen Vermögens, ließ sich T. bei dem Dorfe Lerck, 15 km von Brüssel, das Schloß "Zu den drei Türmen" (Dry Toren) bauen, wo sich alle damals in Wissenschaft und Kunst ausgezeichneten Männer Belgiens zu versammeln pflegten. Auch befand sich hier immer eine Anzahl von Schülern T.', unter denen D. Ryckaert, J. Abtshoven, G. van Tilburg, M. van Helmont, F. Duchâtel zu den vorzüglichsten gehören. In seinen Gemälden behandelte er bisweilen Geschichten des Neuen Testaments (Der wunderbare Fischzug, im Johanneshospital zu Brügge; Verleugnung Petri, im Louvre zu Paris), die er in seine Bauern- und Soldatenwelt verlegt und wie Schenk- und Wachtstubenscenen auffaßt. Auch malte er oft Höllen- und Gespenstererscheinungen, Hexenritte, Versuchungen des heil. Antonius und dergleichen ergötzliche Dinge, deren abenteuerliche Spukgestalten ebenfalls einen bäurischen Anstrich haben. Andere Gemälde von ihm führen in Alchimistenlaboratorien, Küchen, Rüst- und Speisekammern, wo allerlei Gerät und Proviant zusammengehäuft ist. Am häufigsten jedoch sind seine Darstellungen aus dem flandr. Bauernleben: Kirchweihen, Hochzeiten, Jahrmärkte, Zechgelage, Kegelspiele und andere bäuerliche Belustigungen im Freien, Wirtshausstuben mit Biertrinkern, Tabakrauchern, Karten- und Würfelspielern. Die Bauern, ihre Haltung, Persönlichkeit, Kleidung und Umgebung sind vortrefflich charakterisiert. Von seinen Genrebildern sind zu nennen: Dorfjahrmarkt (Museum in Amsterdam), Puffspieler, Bauernfest (Berliner Museum), Vlämische Kirmeß (Galerie zu Brüssel; s. Tafel: Niederländische Kunst VI, Fig. 3; andere desselben Gegenstandes zu Dresden, Paris, Petersburg), Baderstube (Galerie zu Cassel); Rauchgesellschaft, Würfelnde Bauern (1646; Galerie zu Dresden); Tanz in der Wirtsstube (1645), Großer ital. Jahrmarkt, Bauernhochzeit (1651; Münchener Pinakothek); Wachtstube (1642), Schützenfest auf dem Platz vor dem Rathaus zu Antwerpen (1643), Hochzeitsschmaus (1650; Eremitage zu Petersburg). Besonders reich an Gemälden von T. ist das Pradomuseum zu Madrid (etwa 50). Endlich giebt es auch Landschaften und Strandstücke mit entsprechender Staffage von seiner Hand. Die Werke seiner ersten Zeit tragen noch viel von der Manier seines Vaters an sich und haben einen bräunlichen, ungefälligen Ton. Seine mittlere Zeit ist die seiner künstlerischen Höhe: ein heller, klarer Goldton oder ein zarter, kühler Silberton verbinden sich mit leichtem und geistreichem Vortrage, der Licht, Farbe, Leben und Ausdruck überall hin verbreitet. In seiner letzten Zeit änderte er seine Behandlungsweise und fiel in einen rötlichen Ton, den er sowohl in die landschaftlichen Hintergründe als in die Figuren hineinbrachte, was deren Wirkung sehr beeinträchtigt. Nach T.' Bildern wurden viele Kupferstiche gefertigt; von den franz. und engl. Stechern allein mehr als 500. Auch hat er selbst einige Platten radiert. - Vgl. Rosenberg, T. der Jüngere (Bielef. 1895).

Eine Anzahl anderer Mitglieder der Familie sind gleichfalls als Künstler thätig gewesen, von denen nur noch Davids Bruder, Abraham T. (geb. 1629 zu Antwerpen, gest. 1691), der von Affen ausgeführte Travestien des Bauernlebens malte, erwähnt zu werden verdient.

Teniger Bad, s. Somvir.

Tenimber-Inseln, Gruppe des Malaiischen Archipels, zur niederländ. Residentschaft Amboina gehörig, erstrecken sich von Timor gegen die Aru-Inseln und bestehen aus den Inseln Jamdena oder Timorlaut (2820 qkm), Selaru (775 qkm), Larat (620 qkm), Selu (230 qkm), Wuliaru (220 qkm), Laibobar, Nuswotar u. a. (s. Karte: Malaiischer Archipel). Im ganzen werden 5500 qkm von etwa 16 000 E. bewohnt. Sie sind aus tertiären Schichten aufgebaut und besitzen besonders im W. zahlreiche Korallenriffe. Der höchste Gipfel auf Laibobar ist nur 600 m hoch und vulkanisch. Die Egeronstraße trennt Nord- und Süd-Timorlaut (Jamdena und Selaru). Die Regenmenge ist ziemlich bedeutend, das Klima ist heiß. Die Flora und Fauna zeigen starke Übergänge zu Australien. Die Wälder sind licht oder mit starkem Unterholz erfüllt. Die Bewohner sind Mischlinge von Malaien und Pesues. Produkte sind Mais, süße Kartoffeln und eine Art Hülsenfrucht. Hauptort ist Makkia.

Tenkterer, ein westgerman. Stamm, wurde auf der Wanderung nach dem belg. Gallien in Gemeinschaft mit den Usipetern am linken Ufer des Niederrheins 55 v. Chr. durch Julius Cäsar angegriffen und geschlagen. Nachdem die Ubier 38 v. Chr. auf das linke Rheinufer übergesiedelt waren, wurde ihr Gebiet zum Teil von den T. besetzt; 47 n. Chr. rückten diese in das vormals sigambrische Gebiet vor.

Tenn., offizielle Abkürzung für Tennessee.

Tenne, ein Raum der Scheune (s. d.).

Tenneberg, Schloß, s. Waltershausen.

Tennengebirge, die durch den Salzachdurchbruch losgerissene Fortsetzung des Hagengebirges und des Göllzuges der Berchtesgadener Alpen; von den Ausseer Alpen (Dachsteingruppe) im O. ist es durch die weite Senke des Sattels von St. Martin getrennt. - Vgl. Purtscheller, Das T. (in der "Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins", 1884).

Tennessee (spr. -ßíh), Fluß in den Vereinigten Staaten von Amerika, 1600 km lang, entspringt im westl., gebirgigen Teil von Virginia als Holston, der sich im östl. Teil von Tennessee mit dem French-Broad-River, Little Tennessee und North Branch