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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Transmitter - Transportable Eisenbahnen

Transmitter (engl.), soviel wie Geber oder Sender, der zum Entsenden eines Telegramms dienende Apparat, s. Elektrische Telegraphen und Telephon.

Transmutatĭo speciērum (lat.), s. Art.

Trans-Niemen-Ringbahn, s. Bd. 17.

Transpadānische Republik, der von Bonaparte 1796 nach der Schlacht bei Lodi gegründete Staat jenseit des Po, der die österr. Lombardei umfaßte und eine Verfassung nach dem Muster der Französischen Republik erhielt. Ein Direktorium von drei Männern übte die vollziehende, zwei Räte besaßen die gesetzgebende Gewalt. Die Transpadanische und die Cispadanische Republik (s. d.) wurden schon 1797 zur Cisalpinischen Republik (s. d.) vereinigt.

Transparént (neulat.), durchscheinend; T. oder Transparentbild, ein auf durchsichtigem Papier oder auf mit Öl getränkter Leinwand gemaltes Bild, dessen Wirkung durch dahinter angebrachte Beleuchtung erzielt wird.

Transparéntleder, eine durch Imprägnieren mit etwas Alaun oder Borax enthaltender Glycerinlösung durchsichtig und geschmeidig gemachte Haut, die sich gut zu Riemen eignen soll. (S. Lederfabrikation, Bd. 17.)

Transparénz (neulat.), soviel wie Durchsichtigkeit (s. d.).

Transplantation (lat.), die Umpflanzung, in der Chirurgie die Ersetzung eines verlorenen Körperteils durch Einheilung eines gleichartigen Gewebsstücks, insbesondere die Überpflanzung von Hautstückchen auf Wundflächen. Schon bei den alten Indiern in Gebrauch, wurde die Hauttransplantation neuerdings durch Reverdin, Zehender und Thiersch wieder in die chirurg. Praxis eingeführt. Sie besteht darin, daß man auf größere granulierende Wundflüchen, die zu groß sind, um sich spontan überhäuten zu können, kleinste mit dem Rasiermesser abgeschnittene Hautstückchen auflegt und anheilen läßt. Ebenso kann man in Knochen- und Nervendefekte Knochen und Nervenstücke transplantieren.

Transponieren (lat.), in der Musik das Versetzen eines Tonstücks aus einer Tonart in eine andere.

Transponierende Instrumente, Blasinstrumente, für welche diejenige Tonart als C-dur notiert wird, die ohne Verkürzung oder Verlängerung der Schallröhre auf dem Instrument hervorgebracht werden kann (Klarinetten, Trompeten und Hörner). So wird auf einer B-Klarinette B-dur wie sonst C-dur notiert u. s. w.

Transpórt (lat.), Fortschaffung, Versendung; über T. in der Buchhaltung s. Transportieren.

Transportable Dampfmaschine, soviel wie Lokomobile (s. d.).

Transportable Eisenbahnen, verlegbare Eisenbahnen, auch Industrie-, Feld-, Wald-, Roll- oder fliegende Eisenbahnen genannt, sind Eisenbahnen (s. d.), bei denen die Gleise auf die natürliche oder doch nur an einzelnen Stellen und in geringem Maß vorbereitete Erdoberfläche gelegt werden, so daß die Herstellung dieser Eisenbahnen, wie auch die Veränderung der Lage derselben rasch und leicht ausführbar ist. Eisenbahnen dieser Art finden vielfache Verwendung in gewerblichen Anlagen und Bergwerken, außerdem für land- und forstwirtschaftliche, sowie für militär. Zwecke, bei Ausführung von Erdarbeiten für Eisenbahnen u. dgl. m. Die Gleise solcher Eisenbahnen müssen aus einzelnen vollständigen Jochen (je zwei Schienen mit den nötigen Querschwellen und Befestigungsmitteln) bestehen, die von passender Länge und leicht aneinanderzuschließen und wieder loszunehmen sind; sie müssen möglichst einfach in ihrer Anordnung und leicht sein, damit zum raschen Legen und Verändern der Lage keine geschulten Arbeiter und keine besondere Aufsicht nötig sind.

Die erste Verwendung fanden die T. E. in Gruben, wo sie möglichst schmale Spur und enge Wagen mit Innenlagern hatten. Eine der ersten sonstigen Anordnungen ist die von Décauville, einem Landwirt in Petitbourg, 1876 erfundene (Décauvillesches Eisenbahnsystem). Kurz darauf begann man auch in Deutschland mit dem Bau voll T. E., der heute von einer Anzahl Fabriken in großem Maßstabe betrieben wird.

Die Gleise bestehen meist aus Rahmen von 5, 2,5 und 1,25 m Länge. Die Spurweiten sind 500, 600, seltener 750 und 900 mm. Die Schienen wiegen 4 - 12, die Schwellen 3,5 - 10 kg pro laufenden Meter. In holzreichen Gegenden werden Holzschwellen verwendet, auf denen die Schienen einfach durch Schienennägel befestigt werden. Auf Stahlschwellen benutzt man Klemmplatten zur Schienenbefestigung. Die Verbindung der Gleisrahmen untereinander erfolgt durch Laschen. Die Kurven der T. E. werden im Hinblick auf die geringe Geschwindigkeit der Fahrt und die Gefahrlosigkeit bezüglich einer etwaigen Entgleisung mit sehr kleinen Halbmessern und oft nicht einmal aus gebogenen Schienen, sondern aus geraden Stücken, welche ein Polygon bilden, zusammengelegt. Wird von zwei Enden her verlegt, dann kommt es leicht vor, daß die Schienen in der Mitte nicht genau zusammentreffen. In solchem Fall werden nicht Schienen von passender Länge gehauen, sondern es wird ein sog. Paßstück (s. Tafel: Transportable Eisenbahnen, Fig. 5) aufgelegt. Bei Abzweigungen werden Weichenanlagen nötig, welche auch wieder ganz eigenartig ausgebildet sind. So zeigt Fig. 4 eine feste Weiche ohne Stellvorrichtung, bei welcher das Einlenken in das rechte oder linke Gleis durch entsprechende Stellung der Wagen erreicht wird. Fig.9 giebt ein Beispiel einer Weiche mit einer Lenkschiene, welches, bei Lokomotivbetrieb wegen der Gefahr der Entgleisung völlig unverwendbar, hier sehr gut am Platze ist. Fig. 6 giebt eine Zungenweiche, die entweder durch einen Druck mit dem Fuß verstellt werden oder durch eine Feder sich von selbst zurückstellen kann, nachdem die Wagen die Strecke passiert haben. Soll von einer Stelle nach zwei Seiten zugleich abgezweigt werden, so verwendet man die Dreiwegweiche. Fig. 1 zeigt endlich noch eine Abzweigung, in der Art gebildet, daß auf ein gerades Gleis eine Ablenkung aufgelegt wird, die aber abgehoben werden kann, wenn Wagen auf dem geraden Gleis weiterlaufen sollen (Kletterweiche). Kreuzen sich Gleise, welche verbunden werden sollen, rechtwinklig, dann werden Wendeplatten (Fig. 7) oder Drehscheiben (Fig. 3 u. 8) angewendet. Die Wendeplatten sind fest, so daß der darauf stehende Wagen gleitend in die andere Richtung gedreht werden muß, wogegen die Drehscheiben auf Drehzapfen oder Kugeln ruhen; dabei zeigt die Oberfläche der Drehscheibe entweder (nach Fig. 8) ein einfaches festes Gleis, oder sie ist (nach Fig. 3) so gebildet, daß der Wagen bei beliebiger Stellung der Scheibe auf dieselbe auflaufen kann. Zur Vermeidung von Unfällen hat man auch Drehscheiben mit selbstthätiger Feststellung konstruiert (A. Koppel). Kreuzen sich zwei Gleise ohne das Bedürfnis der Überleitung