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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Trikala – Triller (in der Musik)

Trikăla (Trikkala, Tirhala), Hauptort eines griech. Nomos sowie einer Eparchie (67451 E.) in der obern thessal. Ebene, an einem linken Nebenfluß der Salamvria, Station der Eisenbahn Volos-Kalampaka und wichtiger Straßenknotenpunkt, hat (1896) 21149 E., mehrere griech. Kirchen, einen Bazar, Gymnasium; Gerberei, Färberei, Woll- und Baumwollindustrie. T. hieß im Altertum Trikka, lag am Lethäus und hatte einen berühmten Kultus des Asklepios. – Der Nomos T. hat 5700 qkm und (1896) 176773 E.

Triklines Krystallsystem, s. Krystalle nebst Taf. II, Fig. 26–28.

Triklinĭum (lat., «Dreibett», «Dreilager»), bei den alten Römern das Gemach, in dem die geladenen Gäste speisten. Hier befand sich ein Tisch, um den an drei Seiten Ruhebetten standen, von denen jedes für die Lagerung von je drei Personen bestimmt war. Die vierte Seite des Tisches blieb für die Aufträger der Speisen frei.

Trikolore (frz.), s. Nationalfarben.

Trikonamalai, engl. Trincomali (Trinkomali), Seestadt auf dem nördl. Teile der Ostküste der Insel Ceylon, ist Hauptort der Ostprovinz und besitzt einen sehr geräumigen und sichern, aber nicht leicht zugänglichen Hafen, weshalb die Schiffe lieber außerhalb desselben, in der Backbai, ankern. Die Stadt ist durch eine Esplanade von der Festung getrennt, hat zwei prot. und eine kath. Kirche, mehrere Hindutempel und Moscheen, einen ausgedehnten Bazar und zählt (1891) 11411 E. Sie steht in ununterbrochenem Verkehr mit Madras. In der Nähe liegen die großartigen Ruinen von Maagrammum und Anaradschapura und gewaltige künstliche Bewässerungsteiche. (S. Ceylon, Geschichte.)

Trikot (frz., spr.-koh, d.i. Strickerei), ein aus Seide, Baumwoll- oder Schafwollgespinst hergestelltes Gewirk (s. Wirkwaren), das infolge seiner großen Dehnbarkeit und Elasticität sich vorzüglich zur Herstellung von Kleidungsstücken eignet, die sich an die Glieder anschließen. Obwohl Kleidungsstücke dieser Art zum Schutz gegen Kälte getragen werden, wird doch der Name T. meist nur da gebraucht, wo sie, wie bei Tänzerinnen, Artisten u. s. w., den Zweck haben, die freie Beweglichkeit der Glieder zu gestatten und dabei ihre Form hervortreten zu lassen. – In der Herstellung von T. spielt das Königreich Sachsen (Chemnitz und Umgebung) die hervorragendste Rolle.

Triktrak, soviel wie Tricktrack (s. d.).

Trikupis, Charilaos, Sohn des folgenden, neugriech. Staatsmann, geb. 23. Juli 1832 in Nauplia, wurde, nachdem er seine jurist. Studien in Athen und Paris vollendet hatte, 1852 zum Attaché und 1855 zum Sekretär der griech. Gesandtschaft in London ernannt, wo er später auch als Geschäftsträger fungierte. Nach der Revolution von 1862 wurde T. in die Nationalversammlung als Vertreter der in England ansässigen Griechen geschickt, und 1863 erhielt er von der Regierung den Auftrag, den Vertrag für die Abtretung der Ionischen Inseln in London abzuschließen. Wiederholt zum Deputierten gewählt, wurde T. 1866 zum Minister des Auswärtigen und im Mai 1875 zum Kabinettspräsidenten ernannt. Er bekleidete diesen Posten bis Okt. 1875, war 1877 im Ministerium Kanaris Minister des Äußern und von März bis Juli 1880 sowie seit März 1882 wieder Ministerpräsident. Nachdem das Resultat der Deputiertenwahlen 19. April 1885 T. zum Rücktritt genötigt hatte, wurde er im Mai 1886, nachdem Delijannis seinen Abschied genommen hatte, ↔ wieder beauftragt, ein neues Ministerium zu bilden. T. stellte sofort die Rüstungen gegen die Pforte ein und bemühte sich, durch wirtschaftliche Reformen, durch Handelsverträge und den Bau von Eisenbahnen die finanzielle Lage des Staates zu bessern, hatte aber nur geringen Erfolg. (S. Griechenland, Geschichte.) Als seine Partei bei den Neuwahlen zur Kammer Okt. 1890 unterlegen war, räumte er 7. Nov. wieder Delijannis den Platz. Die wachsenden finanziellen Schwierigkeiten führten zur Auflösung der Kammer, und die Neuwahlen brachten ihn 21. Juni 1891 wieder ans Ruder. Da es auch ihm unmöglich war, Ordnung in die zerrütteten Verhältnisse zu bringen, legte er sein Amt 9. Mai 1893 nieder, übernahm aber schon 12. Nov. 1893 von neuem die Regierung , die er bis zum 24. Jan. 1895 führte. Bei den Neuwahlen 1895 wurde er nicht wiedergewählt, dagegen 1896 bei einer Nachwahl im Distrikt Valtos, starb aber wenige Tage darauf 11. April in Cannes. Von seinen polit. Reden erschien ein Band «[griechischer Text]» (Athen 1888). – Vgl. Tsokopulos, [griechischer Text] (Athen 1896).

Trikupis, Spyridon, neugriech. Schriftsteller und Staatsmann, geb. 8. (20.) April 1788 zu Mesolongion, fand in Lord North (nachmaligen Grafen Guilford) einen Gönner, der ihn nach Rom und Paris schickte und dann nach London rief. Als 1821 die griech. Revolution ausbrach, ging T. nach Griechenland. Er gehörte als Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung vom westl. Griechenland (1825) zu den vorzüglichsten Rednern, war 1826 Mitglied der provisorischen Regierung, 1827 des Nationalkongresses von Trözen und seit 1828 mehrfach Staatssekretär. Unter der Regentschaft 1832 wurde er Präsident des Ministerrates und Minister des Auswärtigen, und 1835–38 sowie 1841–43 Gesandter in London. Im Sept. 1843 war er Abgeordneter zum Nationalkongreß in Athen, dann Kultusminister, 1844–49 Vicepräsident des Senats, 1849 Vertreter Griechenlands in Paris und 1850–61 wieder Gesandter in London. Später zog er sich vom öffentlichen Leben zurück und starb 24. Febr. 1873 zu Athen. Als Dichter feierte er früh die Klephten in «[griechischer Text]» (Par. 1821; Athen 1836 u. ö.); sein Hauptwerk ist die «Geschichte der griech. Revolution» («[griechischer Text]», 4 Bde., Lond. 1853–57; 3. Aufl. 1889).

Trikuspidalklappe, die dreizipfelige Herzklappe (s. Herz nebst Tafel, Fig. 2,7; 3,3); Trikuspidalinsufficiénz, Herzfehler, bedingt durch Schlußunfähigkeit derselben. (S. Herzfehler.)

Trilateral (lat.), dreiseitig.

Trilingŭisch (lat.), dreisprachig.

Trillen, soviel wie Drillen (s. d.).

Triller (ital. trillo; frz. trille, früher cadence; engl. shake), in der Musik die gleichförmige und möglichst schnelle, einem Erzittern ähnliche Abwechselung zweier stufenweise nebeneinander liegender Töne. Die beiden Töne, aus welchen der T. besteht, sind ein oberer und ein unterer. Der untere ist der wesentliche oder der Hauptton, der, wie man sagt, das Trillo trägt (weshalb er auch in der Notenschrift angezeigt wird) und auf welchen der T. schließt; der obere ist der Hilfston und um einen ganzen oder halben Ton von dem Hauptton entfernt. Früher deutete man den T. durch das Zeichen ̆ ̆ ̆ an, jetzt durch die Abkürzung tr. Die vollendete Ausführung des T. gilt als ein Hauptkennzeichen der Fertigkeit im Kunstgesange.