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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Trsow - Trübungen der Hornhaut

Argolis und Korinth, 4 km vom Saronischen Meerbusen. Dort lag ihr Hafen Kelenderis an einer Bucht, die von ihrer Gestalt den Namen Pogon, d. h. Bart, führte. In dem Schatten eines nahen Orangenhains hielt die dritte neugriech. Nationalversammlung 1827 ihre Sitzungen. Gegenüber dem Hafen liegt die Felseninsel Kalauria (s. d.). - Vgl. Wide, De rebus sacris Troezeniorum (Upsala 1888).

Trsow, alter Name von Dirschau (s. d.).

Trübaichmaß, württemb. Weinmaß, s. Aichmaß.

Trübau, Mährisch-Trübau. 1) Bezirkshauptmannschaft in Mähren, hat 686,21 qkm und (1890) 77 419 (36 209 männl., 41 210 weibl.) meist deutsche E. in 86 Gemeinden mit 125 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke Gewitsch, Mührisch-Trübau und Zwittau. - 2) T., czech. Moraská Třebová, Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft sowie eines Bezirksgerichts (300,97 qkm, 31 712 E.), in einer Thalmulde des sudetischen Hügellandes, an der Linie Proßnitz-Triebitz der Mähr. Westbahn, hat (1890) 2320, als Gemeinde 7417 deutsche E., Staats-Obergymnasium, Bürgerschule für Knaben und Mädchen, Mädchenschule der Schulschwestern, landwirtschaftliche Winterschule; Fabriken für Seidenwaren, mechan. Baumwollweberei, Schön- und Schwarzfärberei. Das fürstl. Liechtensteinsche Schloß ist ein Umbau des ältern befestigten, von Ladislaus von Boskowitz 1495 errichteten. Von den von Boskowitz kam T. an die Herren von Zierotin und nach der Schlacht am Weißen Berge (1620) als Fiskalgut an das Ärar. 1623 wurde es als Lehngut dem Fürsten Karl von Liechtenstein verliehen. (Vgl. Fritscher, Gedenkbuch der Stadt Mährisch-Trübau, Prag 1868.) - 3) Böhmisch-Trübau, Stadt, s. Böhmisch-Trübau.

Trubel (frz. trouble), Unruhe, Aufregung, Durcheinander, Lärm.

Truber, Primus, slowen. Geistlicher, geb. 1508 in Rašica bei Laibach, fand seine Ausbildung in Salzburg und Wien, und war dann Kanonikus in Laibach sowie Vikar an verschiedenen Orten in Krain und Kärnten. Er machte sich die Ausbreitung der Reformation Luthers unter den Slowenen zur Lebensaufgabe. Zugleich war er der Begründer einer slowen. Schriftsprache und Litteratur. 1548 ausgewiesen, ging T. nach Deutschland und übersetzte hier den Katechismus, die Bekenntnisschriften, das Neue Testament und den Psalter und Luthers Hauspostille ins Slowenische (gedruckt durch Ungnad [s. d.] in Urach in Württemberg und in Tübingen). 1552 verheiratete sich T.; 1561 wurde er als prot. Prediger nach Laibach zurückberufen, mußte aber schon 1565 wieder das Land verlassen. Er war dann kurze Zeit Pfarrer zu Lauffen am Neckar, seit 1566 Pfarrer zu Derendingen bei Tübingen und starb als solcher 28. Juni 1586. - Vgl. Schnurrer, Slaw. Bücherdruck in Württemberg (Tüb. 1799); Kostrenčić, Urkundliche Beiträge zur Geschichte der prot. Litteratur der Südslawen (Wien 1873); F. Herm. Meyer, Primus T., Hans Freiherr von Ungnad und Genossen (im "Archiv für den deutschen Buchhandel", VII).

Trubia, Eisenhütte, s. Oviedo.

Trübner, Nikolaus, Buchhändler, geb. 12. Juni 1817 in Heidelberg als Sohn eines Gold- und Silberarbeiters, besuchte dort das Gymnasium und bildete sich dann zum Buchhändler aus in Heidelberg, Göttingen, Hamburg, Frankfurt a. M. und London (hier war er 10 Jahre bei Longman & Co.). 1852 errichtete er ein eigenes Geschäft, das er anfangs mit Thomas Delf, 1356-63 mit David Nutt (Firma nun "Trübner & Co."), seit 1866 auf eigene Rechnung betrieb. Er starb 30. März 1884. T. bahnte zunächst den Import der amerik. Litteratur an, bereiste zu diesem Zweck die Vereinigten Staaten und veröffentlichte den "Bibliographical Guide to American Literature" (Lond. 1855; 2. Aufl. 1859). Darauf knüpfte er eben solche Verbindungen mit Indien, West- und Ostasien, Afrika, Südamerika an, die sich schließlich auf alle litterarisch irgend wie bedeutenden Plätze der Welt ausdehnten, und brachte die bisher meist ganz unzugänglichen litterar. Erzeugnisse derselben in den Buchhandel. Zur Förderung dieses gewaltigen internationalen Betriebes schuf er sich 1865 ein eigenes litterar. Organ: "Trübner's American, European and Oriental Literary Record", das auch noch nach seinem Tode bis April 1891 erschien, und gab eine Menge Specialkataloge heraus. Von nicht geringerer Bedeutung war sein eigener Verlag (im ganzen 1430 Werke). Am stärksten vertreten waren darin Linguistik, orient. Philologie, Altertumskunde und Philosophie, darunter T.s "Oriental Series" mit Beiträgen der berühmtesten Orientalisten aller Länder. Daran schlossen sich deutsche Werke und Übersetzungen aus dem Deutschen (Feuerbach, Fichte, Heine, Friedr. Alb. Lange, Schopenhauer u. a.) sowie 70 Werke in russ. Sprache (namentlich von Alex. Herzen). Nach dem Tode T.s setzten T. H. Edwards und F. Duffing, die schon Teilhaber in seinen letzten Lebensjahren gewesen waren, das Geschäft für die Erben fort, bis es 1889 in der Firma Kegan Paul, Trench, Trübner & Co. (s. Paul [Kegan], Trench, Trübner & Co., Limited) mit verschmolzen wurde.

Trübner, Wilhelm, Maler, s. Bd. 17.

Trübner, Karl J., Verlagsbuchhandlung in Straßburg im Elsaß, gegründet 1872 und im Besitz von Karl J. Trübner, geb. 6. Jan. 1846 in Heidelberg als Neffe von Nikolaus Trübner (s. d.). Sie pflegt besonders Sprach- und Litteraturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Schriften über Elsaß-Lothringen. Bemerkenswerte Unternehmungen sind: systematische Übersichten ("Grundrisse") der german., roman., iran. und ind. Philologie, der vergleichenden Grammatik der indoeurop. Sprachen (Brugmann); Litteraturgeschichten von ten Brink, Gaspary, Kögel; Kluges "Etymolog, deutsches Wörterbuch"; die "Indogerman. Forschungen, Zeitschrift u. s. w." (1891 fg.), "Minerva, Jahrbuch der gelehrten Welt" (1891 fg.) u. a. Die mit dem Geschäft verbundene Sortiments- und Antiquariatsbuchhandlung ging Anfang 1891 in andere Hände über. K. Trübner veranlaßte und vermittelte 1888 die Erwerbung der Manessischen Handschrift (s. d.) aus der Bibliothèque Nationale in Paris durch das Deutsche Reich.

Trübung (chem.), s. Niederschlag.

Trübungen der Hornhaut, Hornhautflecke (Maculae s. Cicatrices corneae), die nach Wunden, Geschwürsbildungen und Entzündungen der Hornhaut zurückbleibenden Narben und Trübungen des Hornhautgewebes, die entweder die ganze Hornhaut überziehen oder nur einen Teil derselben einnehmen, vollständig dicht und undurchsichtig oder mehr oder weniger durchscheinend sein können und nach ihrer Lage im Verhältnis zur Pupille die Sehkraft mehr oder minder beeinträchtigen, namentlich dann, wenn sich gleichzeitig eine unregelmäßige Krümmung der Hornhautoberfläche ausgebildet hat (unregelmäßiger Astigmatismus). Bis zu einem gewissen Grade sind die T. d. H., besonders im Kindesalter, einer Rückbildung fähig und