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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Usinsa - Uspallata
Usinsa, s. Usindja.
Ilsipcter odcrUsipler, ein westgerman. Volk,
das, vor innern Gegnern wcicbend, bei scinenlZuge
nack dem belg. Gallien am linken Ufer des Nieder-
rbeins 55) v. (5br. durch Julius Cäsar angegriffen
und geschlagen wurde. Sie Wicken nach dem reckten
Ufer zurück und wobntennnnmebr nördlich von der
^ippe mit ibren Verbündeten, den Tenkterern nnd
Sigambern. Als die Nömer nach der Scblackt im
Teutoburger Walde den niedergerman. ^imes an-
gelegt batten, wilrden die U. und Tenkterer vom
Nbein abgedrängt, DieU. erscheinen dann 69n. (5br.
in dem früberu Gebiete der Teukterer, wäbrend die
Brukterer das Gebiet der U. besetzt baben. Diefe
haben dann wohl an der.Ninzig oder im Fnldaiscken
neue Sitze gefnnden und sind im 3. Iabrb. n. l5hr.
unter den Alamannen aufgegangen.
Nsköten <serb.-kroat., "Flücktlinge"", die flüch-
tigen Bewobner Serbiens und Bo^nienf, die in-
folge der Greuel der türk. Eroberer zu Anfang des
16. Iabrb. ibreHeiuiat verliehen und sich in den be-
nachbarten zu Ungarn und der Republik Venedig ge-
hörigen Bändern niederließen, wo sie dann wichtige
Dienste in den Kriegen gegen die Türken leisteten'
aus ihnen zumeist wurde z. B. die österr. Militär-
grenzc ss. d.) gebildet. Speciell wird der Name U.
aber auf diejenigen jener Flücbtlinge angewendet,
welcke sich ins adriatischeKüstenland begaben, lim
1l)15 wurde ihre Seeräuberflottc verbrannt und
die uskokische Bevölkerung in die Gegend von .Narl-
stadt in .Kroatien übergesiedelt.
üstüdar, türk. Stadt, s. Skutari.
Nsküp f Ü sch k ü b), Skopia, slaw. Skoplje oder
Skopje, Hauptstadt eines Sandsckakf dev^^ilajetf
Kosovo der euroft. Türkei, ani obern Vardar in
fruchtbarem Tbalbecken, am Fuß des Schar Dagb
und des Kara Dagh, 290 in ü. d. Hc. Ü. ist ein wicb-
tigcr Knotenpunkt der Straßen von Macedonien,
Bulgarien, Serbien, Bosnien und Skutari, da sick
östlich vom Schar Dagh zwei Gebirgfpforten zur
Verbindung Maeedouiens mit Serbien und Bos-
nien eröffnen, die von den (5'isenbabnlimen Salo-
niki-Nisch-Belgrad und li.-^titrovica beniltzt werden,
hat etwa 20000 E., darunter ein Drittel Türken,
ein Drittel Mohammed. Albanesen, ein Drittel Ser-
ben, Bulgaren, kath. Albanesen und Griechen- ein
Kastell, einen byzant. Aquädukt und eine sckö'ne
Moschee. Ü. ist Sitz eines bulgar. Bischofs und
des Crzbifchofs der kath. Albanesen. Wichtig siud
.herstelluug von Lcder und Metall, Weberei, Fär-
berei, Obstbau sowle der .vandel mit Getreide,
Wolle, Pflaumen nach Saloniki. - Ü. war im
Altertum Hauptstadt der Provinz Dardania und biesi
8cuiii, geborte seit dem 7. Iabrb. den Slawen,
dann den Bnlgaren, kam mit dem westl. Bulgaren-
reiche (1019) wieder unter die Herrschaft von Bn-
zanz, 1205 an das neue 1186 gegründete Bulgaren
reich, dann wieder an die Byzantiner, um 12^2 an
Serbien und mit diesem in die Gewalt der Osmancn.
Uslar. 1)Kreis im preusi.Reg.-Bez.Hildesbeim,
bat 349,15. likin und (1895) 17 805 E., 1 Stadt, 32
Landgemeinden und 7 Gutsbezirke. - 2) Kreis-
stadt im Kreis U., in 136 in Höhe, in einem Thal
des Sollinger Waldes, an der Linie Ottbergen-
Nordhausen der Prcuß. Staatsbahnen, Sitz des
Landratsamtes und eines Amtsgerichts (Laudgericht
Göttingen), hat (1895) 2331 (5., darunter 26 Ka-
tbolikm und 34 Israeliten, Postanit zweiter Klasse,
Telegraph, Rittergut des Kammerberrn von Olen-
bailsen' ^abat- und Cigarrenfabriken, Teppicl'"- und
Thonpfeifenfabrik und königl. Eisenbütte, im be-
nachbarten Dorf Sohlingen eine Musterbleicke, im
nahen Amelith eine Spiegelglashütte.
Uslar, Peter Karlowitsch, Baron von, russ.
Sprachforscher, geb. 21. Aug. (2. Sept.) 1816 auf
dem väterlichen Gute Kurowo unweit Wyfchnij-
Wolotsckok im Gouvernenlent Twer, widmete sich
1833 den Krieg5wissensckaften und dem gelehrten
Kriegsdienste und starb als Generalmajor 8. (20.)
Inni 1875 zu Kurowo. U. verfaßte 1817-53 in russ.
Sprache militär.-statist. Beschreibungen der Gou-
vernements Twer, Wologda und Eriwan. Mit der
etbnogr. Beschreibung des Kaukasus beauftragt, er-
forfchte U. feit 1862 die Sprachen der Abchafen,
Tfchetschenzen, Avaren, Kasikumüten, Hürkanen und
Kürinen und legte die Ergebnisse seiner ^orsckungen
in secb>o russisch abgefaßten Werken nieder, über
welcke ausfübrliche Berichte in deutscher Sprache in
den Denkfchriften der Petersburger Akademie in den
I. 1863-73 durch A. Schiesner veröffentlicht sind.
Nfman lspr. -mänj). 1) 5treiö im südwestl.Teil
des russ. Gouvernements Tambow, im Gebiet deK
Woronesch und Biljug, bat 4695,4 <il(n,, 206938 E.-
Ackerbau, Vieb-, besonders Pferdezucht. - 2) Kreis-
stadt im Kreis U., am Flüßcben U. und an der
Eisenbabn Koslow-Woronescb-Nostow, hat (1894)
8235 (5., Post, Telegraph, 7 Kirchen, Stadtbank;
Handel mit Getreide und Vieh.
II. 3. X., offizielle Abkürzung für Ilnitod 8tat"5
^av), lKriegs-)'Nlarine der Vereinigten Staaten.
I78H62., ^lecbtengattung, f. Bartfleckten.
Ilso iital.), (Gebrauch. (S. auch Ilfowechsel.)
Uforathalbahn, s. Bosuische Eiseubabnen.
Nsov, ezeck. Nanle von Aussee ls. d.) in Ätäbren.
Nfolvechscl, ein Wechsel, in welchenl die Zab-
lung^zeit durch Bezugnalnue auf den Ufo fest-
gesetzt ist l^zablcn Sie nach Ilso", "nach Ilso zable
ick"). Solch Ilso hat sich vielfach im Weckfelverkehr
namentlick zwischen zwei Plätzen berau^gebildet.
Auf den deutfchen Plätzen betrug er gewöhnlich
14 oder 15 Tage, bald von der Aufstellung, bald
von der Sickt, bald von der Acceptation ab ge-
rechnet. Gemeint wird regelmäßig der Uso vom be-
zogenen Platz, vielfach aber auch der Ufo am Platz,
von welchem gezogen. Selbst V? Uso oder doppelter
Ilso i(i(^)i>i<> n5<>) kommt vor. Vielfacb ist die Ilso-
frist durch lokale Gesetze bestimmt. Die Deutsche
uud Osterr. Wechselordnung lassen den U. nickt zu;
im Inlande ausgestellte und im Anlande zablbare
U. sind deshalb ungültig, nicht aber im Auslande
nack dem dortigen Gesetz gültig aufgestellte, im
Auslande zablbar. ?>st der U. gültig im Auflande
ausgestellt, aber im Inlande zablbar, so bat er keine
Bedeutung, wenn die Ilsofrist nicht durch Gesetz be-
stimmt ist, weil obnedics die Verfallzeit feblt. Für
Bcwern, daf .Nönigreich Sachsen, ^ackscn-Wcunar,
Sacksen-Altenbnrg ist der Uso durch Gesetz bestimmt,
^uläffig sind U. z. B. in Frankreich,Epanien,Holland,
Belgien, nickt mebr in England.
Uspallata lspr.-alljäta) oder Cumbrepaß,
viel begangener Übergang der südamerik. Cordilleren
zwischeu Santiago de Chile und Mendoza in Argen-
tinien, im S. des Aeoncagua. Aus ihm ist nur ein
Hochübergang, allerdings in 3900 ni Höhe, zu über-
schreiten , nämlich der der Paramillas. Auf diefer
Strafte befindet ficb die sog. Inkabrücke, Puente del
Inea, ein Bogen von 20 m Länge, 15 in Breite
und 5-8 in Dicke, gebildet aus dem aus dem Wasser