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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Vierauge - Vierraden
Vierauge (^nadleps teti opiilluUmu" H/.), ein
die Flüsse Surinams (Guayanas) an den Mündun-
gen bewohnender Fisch aus der Familie der Zahn-
karpfen (s. d.) von etwa 20 cm Länge, der unsern
Schmerlen nahe verwandt ist, sich aber dadurch aus-
zeichnet, daß die Pupillen seiner vorgequollenen
Augen durch eine brückenartige quere Vereinigung
der Augendecken in eine obere und untere Hälfte ge-
teilt sind, so daß jedes Auge doppelt erscheint.
Vier-Berg-Inseln, s. Ale'uten.
Viereck, jede von vier geraden Linien (Seiten)
eingeschlossene ebene Figur, über die besondern For-
men des V.: Quadrat, Rhombus, Rechteck, Parallelo-
gramm, Trapez, Deltoid, s. die betreffenden Artikel.
über V. in der Taktik s. Karree.
Viereck, Fisch, s. Schollen.
Viereck (I^tkosm liuaära ^.), cin 34^50 mm
spannender Nachtschmetterling aus der Familie der
Spinner. Das Männchen <s. nachstehende Abbil-
dung ".) hat graulich lehmgelbe Vorderflügel mit
breitem, dunklcrm Saum und stahlblauem Vorder-
rande, das Weibchen (Fig. d) hat auf den Vorder-
flügeln je zwei stahlblaue Flecke. Die Raupe
UM
(Fig. ^) ist graufchwarz mit gelben Rückenstreifen,
schwärzlichen Flecken und gelben Wärzchen. Sie
frißt Flechten der Nadel- und Laubbaume, erscheint
im August, überwintert, verwandelt sich Anfang
Juni in einem wcißgrauen, mit Haaren durchwebten
Gespinste in eine dicke, glänzend dunkelbraune Puppe
und giebt im Juli den in den meisten Gegenden
Deutschlands nicht feltenen Falter.
Viereckkrabben ^tomotopa), Familie der vs-
c"1)0cia (s. d.) mit vierseitigem, oft scharfeckigem Kopf-
brustschild und stark entwickelter Kiemenregion. Am
ersten Fußpaar sind starke Scheren, die vier hintern
enden mit spitzen Klauen. Die V. können nicht
schwimmen, aber vortrefflich lausen und klettern.
Sie bewohnen nur zum Teil das Wasser, wie die
Muschelwüchter (s. Krabben), zum Teil als Land-
trabben ((^cHrciinis) das Land. Bei den Land-
trabben, z. V. bei den westindischen (l^scai-cinns
i-uricolg. ^., s. Tafel: Krustentiere II, Fig. 3),
sind die Seiten des Kopfbruststücks, unter denen die
Kiemen liegen, besonders stark entwickelt. Zwischen
den Kiemenblättchen befinden sich harte Fortsätze,
so daß jene nickt zusammenkleben können. Die w est-
lndische Landkrabbe wird bis 5 cm breit, ist von
violcttrötlicker Farbe, lebt auf den westind. Inseln,
einige Meilen von der Küste entfernt, in selbstgegra-
benen, mit Laub ausgefütterten Erdhöhlen, vom Fe-
bruar an zieht sie aber ins Meer in oft großen
Scharen. Der Zug dauert bis in den April. Die
Weibchen tragen dabei ihre von zähem Schleim
überzogenen Eier unter dem Schwänze und gehen
in das Seewasser, das sie nicht eher verlassen, bis
die Eier, die ihre Entwicklung im Meere durchlaufen
müssen, abgespült sind. Die Landkrabbe, in West-
indien auch Tuluru genannt, gilt als Leckerbissen.
Vierfach Chlorkohlenstoff, Kohlenstoff
tetrachlorid, s. Chlorkohlenstoff.
Vierfach-Chlorschwefel, s. Schwefelckloride.
Vierfarbendruckmaschine, s. Zeugdruck.
Vierfürst, s. Tetrarch. lInseln.
Vierges (spr. wiärsch), Iles, s. Virginische
Vierh ander (Hualirnnikna) nannte Linne die
vereinigten Affen und Halbaffen als zweite Ord-
nung feiner?rimlU.68, denen er als erste die Zwei-
bänder "LiinanH, Menschen) voraufschickte und als
dritte die Fledermäuse folgen ließ.
Vierhügel, s. Gehirn.
Vierjährig-Freiwillige, s. Dreijährig Frei-
willige und Matrosendivisionen.
Vierkanteisen, s. Walzeisen.
. Vierkiemer, s. Kopffüßer.
Vierlande, f. Vergedorf.
Vierling, Georg, Komponist, geb. 5. Sept. 1820
in Frankenthal, studierte Musik bei Rinck in Darm-
stadt und Marx in Berlin. 1847 wurde er Organist
in Frankfurt a. O., später Leiter der Singakademie
daselbst, 1852 der Liedertafel in Mainz. Er grün-
dete 1853 den Bach-Verein in Berlin, wurde 1859
Musikdirektor, später Professor und Senatsmitglied
der königl. Akademie der Künste in Berlin, wo er
nur noch der Komposition lebt. Seine Kompositionen
behalten die von den Klassikern überlieferten Grund-
lagen bei, entfprcchen aber modernem Empfinden.
V. fchrieb Lieder, bedeutende Gefangkompositionen
für gemischten Chor mit und ohne Begleitung, ins-
besondere die großen Chorwerke "Kero und Leander",
"Der Raub der Sabinerinnen", "Alarich" und "Con-
stantin", sowie Klavierwerke, Orgelkompositionen,
Ouvertüren und eine Sinfonie.
Vierlinge, s. Zwillinge.
Vierlunger (I^ti-apueunionßß), eine Haupt-
gruppe der Spinnen (s. d.), die mit vier sog. Lungen,
richtiger Fächertracheen, ausgestatteten Arten um-
fassend, aus einer einzigen Unterordnung, der der
Erdwcbcr (s. d.) bestehend. ftwniinl,.
Viermächtige Staubgefäße, s. 16ti l^nlmu!
Viermännig, s. I6ti-anäru8.
Viermaftschiffe, eiserne oder stählerne Segel-
schiffe mit drei vollgetakelten Masten, die die Be-
zeichnung vorderer und hinterer Fockmast und Groß-
mast führen, sowie mit einem Besanmast (s. Mast).
Die größten Segelschiffe der Welt sind die Füns-
mastschiffe ls. d.).
Viernheim, Marktflecken im Kreis Heppenheim
der Hess. Provinz Starkenburg, an der Mannheim-
Weinhcimer-Eisenbahn (Nebenbahn), Sitz einer
Oberförstcrei, bat (1895) 6482 E., darunter etwa
150 Evangelische und 120 Israeliten, Post, Tele-
graph, kath. Kirche; Sägewerk, drei Cigarrenfabrikeu,
Tabakbau und große Waldungen. Bis 1439 und
1650-1802 gehörte der Ort zu Kurmainz.
Vierpaß, s. Dreipaß.
^ Vierraden, Stadt im Kreis Angermünde des
preuß. Reg.-Bez. Potsdam, an der links zur Oder