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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Viviers - Vjosa
I^til^uo zur 1a cg.it6 äe 1'^.8i6 centi-nie ot de I'luäe"
iebd. 1858), "^tuäß sur Ia F^o^l"^di6 ot Ie8 ^opu-
I^tionz ^>i iniitiv68 dn ^01 <1-0u68t lio I'ludk d llpi 08
168 ^^INU68 V"äit1U68" (ebd. 1860), "1^6 ^01(1
d'^.lriliuo (Ian8 1'Äiiti^ult6 Fi'LchUE 6t i0Miiin6"
iebd. 1863). Ferner hat mau von V. eine vorzügliche
((IIi8toii'6 äe 1a ^0^1'H1)1i16 6t (168 ci6C0UV6it68
860Zrap1iiciuo8)) (1873). Auch veröffentlichte er das
((^ONVLHN (1ictionnait6 (16 ^^0^I'^)1ii6 UN1V61 86116"
Har. 1876^-93) und deu "^t1a8 univ6i'86i äe ^0-
^I3p1ii6 inoci6rn6) anci6nn6 6t du mov6n k^o"
<^ebd. 1877 fg.).
Viviers (spr. wiwleh), alte Stadt im Arroudissc-
meutPrivas des frauz. Depart. Ardeche, rechts au der
Nhöue, über die eiueHäugebrücke führt, und amEiu-
fluß des Escoutay, au der Liuie Lyou-Nimes der
Mittelmecrbahn, bat (1806) 161:0, als Gemeiude
341-1E.; hoch über der Nhöne die roman.-got. Kathe-
drale; Fabrikation vou Cemeut und Mosaiksteiuen,
Kalköfen, Mühlen, Ziegeleieu, Getreide-, Seiden-,
Obst- und Weiubau fowie Handel. V. war die Haupt-
stadt von^ivarais (s. d.) und Bifchofssitz.
Viviparen (lat.), Tiere, welche lebendige Iuuge
gebäreu.
Vivisektion (lat.), die Voruahme mehr oder
miuder ciugreifeuderOperatioueu aul lebenden Tier
zur Ermitteluug der Fuuktiouen innerer Organe.
Die V. ist eiils der wichtigsten und unentbehrlichsten
Hilfsmittel der physiol. und pathol. Forfchuug, inso-
fern es vielfach nur durch willkürliche Abäuderuug
der Thätigkeit eiues Orgaus geliugt, feiue Bestim-
unmg klar zu legen. Als Versuchstiere werdeu vor-
wiegeud Frösche, Kaninchen, Katzen und Huude be-
nutzt; gestattet es der specielle Versuchszweck, so
werden die Tiere vorher durch Chloroform, Chloral-
bydrat, Äther oder Morphiumeinspritzuugeu be-
täubt. Es giebt wohl keiueu Teil der Hcilkuude, der
aus den V. uicht schou weseutlicheu Nutzeu gezogeu
hätte; so verdaukeu uameutlich die ^ehreu vom
Blutkreislauf, vou der Verdauuug und dem Stoff-
wechsel, vou deu Verrichtuugen des Nervenfystems,
unsere heutigeu Keuutuisse vou der Wirkung der
Gifte und Arzneien, von der Wundbeilung, der
Natur der Ansteckuugsstoffe, die Trausfufiou des
Blutes, die Erstirpatiou der Niereu und der Milz,
die Mageuresektion, die gesamte moderne Bakterio-
logie u. v. a. zum gröhteu Teil dem Experimeut am
lebeudeu Tier ihre wissenschaftliche Begrüudung;
daher haben die Negieruugeu der meisteu Kultur-
staateu au den Universitäten eigene physiol. uud
pathol. Laboratorieu errichtet und mit cüleu tech-
nischen Vorrichtuugeu zur experimentellen Tier-
plwsiologie ausgerüstet.
Trotz des emiucuten Nutzeus der V. hat sich iu
der neuern Zeit, namentlich von den Tierschutzvcr-
einen ausgehend, eine lebhafte Agitation gegen die
Ausführung der V. entwickelt, die 11. Aug. 1876 nach
lebhaften Kämpfen im engl. Parlament eine Bill
(Ou6lt^ to animai8 ^ct) durchsetzte, nach der die
Vornahme der V. zu physiol. Zwecken nur auf be-
stimmte, vom Staatssekretär zu registrierende Orte
und Persoucu beschräukt wird, Huude, Katzen, Pferde,
Efel nud Maulesel als Versuchstiere weiterhiu uicht
mehr beuutzt werden dürfen, alle Tiere bis zur Ge-
fühllosigkeit narkotisiert und fofort nach dem Versuch
getötet werdeu müsseu. Noch uicht zufrieden mit
oiefer Beschränkung, haben sich die Gegner der V.
deren gänzliche Abschaffung zur Aufgabe gestellt.
In Deutschland trat der Afrikareisendc Ernst von
Weber mit einer Schrift "Die Folterkammern der
Wissenschaft. Eine Sammlung von Thatsachen für
das Laienpublikum" lLpz. 1879) auf, die sämtlicke
deutscheTierscbutzvereiue zu Masseupetitioueu an deu
Reichstag auffordert, um diefeu zu eiuem staatlicheu
Verbot jedwedeu Tierexperiments zu bestimmen. Die
Gegner der V. verkennen offenbar gänzlich, daß da-
durch der physiol. Forfchuug eiu Hilfsmittel ver-
loreu geben würde, von dem nicht nur für die gauze
Medizin, fouderu auch für die Naturwiffeufchaft im
allgemeinen noch weiterhin die fruchtbringendsten
Auffcklüffe und Erkeuutuiffe zu erwarteu steheu.
Vgl. L. Hermauu, Die Vivisektiousfrage (Lpz
1877); Ludwig, Die wissenschaftliche Thätigkeit in
den physiol. Instituten (ebd. 1879); Heidenhain, Die
V. im Dienste der Heilkunde (ebd. 1879); F. Goltz,
Wider die Humauaster. Nechtfertiguug eiues Vivi-
sektors (Strahb. 1883).
Vivos vooo, inortüos p1a.nF0, kniFÜra.
lra.QF0 (lat.), "die Lcbeudeu rllfe ich, die Toteu be-
tlage ich, die Blitze breche ich", eiue häufig auf
Glocken vorkommende Infchrift, welche Schiller al5
Motto feiuem "Lied von der Glocke" voranfetzte.
Vixorit, f. Knallzucker.
Vizakna (fpr. wif-), ungar. Name von Salz-
bürg (s. d.) in Siebenbürgen.
Vizcaya, bask. Provinz, s. Viscaya.
Vizconde (span.), s. Vicomte.
Vize..., s. Vice....
Vizela, auch Visella, s. Caldas.
Vizeu (Viseu). 1) Portug. Distrikt in Beira
alta, von Oporto, Villa Real und Braganca im N.,
l^uarda iiu O. und SO., Coimbra im S. und Aveiro
iiu W. begrenzt, ist meist gebirgig (im NW. Monte-
muro 1389 m, im SW. Serra de Caramullo
1070 in hoch u. a.), liegt zwischen Douro und Mon-
dego, wird noch von Palva (Nebenfluh des Douro),
Vouga und dem rechts zum Mondego gehenden
Dao bewässert und hat auf 4973 <i1<ni (1890"
397 988 E., also 80 auf 1 ciliin. - 2) Hauptstadt
der Provinz Beira alta, :>10 in ü. d. M., liegt auf
einer Anhohe links an der Ribeira d'Asnes, die
rechts zunl Dao gebt, in gut augebauter Hochebene
und an der Eifendahn Sta. Comba-Dao-V. (50I^m),
ist Sitz des Kommandos der 2. Militärdivision sowie
eines Bischofs und hat (1890) 8300 E., fchone Dom-
kirche (Se) iu got. und florent. ^til, ein Colegio,
großes Krankenhaus und im September die größte
Messe Portugals. Außerhalb steht auf einer Anhöhe
die Kirche St. Michel mit Grabmal des 711 gegen
die Mauren gefallenen letzten Gotenkönigs Roderick.
Vizille (fpr. wisil), Industriestadt im Arrondisse-
ment Grenoble des franz. Depart. Ifere in der
Dauphiue, rechts au der Romanche, 3 kni vou der
Statiou V. der Liuie Grenoble-Veynes der Mittel-
meerbahn und am Beginn der 1861 vollendeten
Alpenstraße nach Turin, ist schlecht gebaut und hat
<1896) 3539, als Gemeinde 4516 E.; Baumwoll
fpinnerei, Zeugdruckerei, Papierfabrikation, Mühlen,
Gipsdünger und Handel.
Vizzini, Stadt im Kreis Caltagirone der ital.
Provinz Catauia auf Sicilicu, iu deu Mouti Erei,
südlich der Station V.-Licodia der Zweigbahn Val-
savoja-Caltagirone, hat (1881) 14191 E.
Vjosa, Vojuca, Wojutza, im Altertum ^003
oder ^u^8, Fluß im südl. Albanien (Epirus), im
türk. Wilaset Iannina, entspringt nahe den Ouelleu
des Pcncios und Arta, am (^lebirgskuoten von
Mezovon (Lakmon), fließt westnordwestlich, berührt