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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Wasa; Wasagara; Wasambara; Wasaorden; Wasaramo; Wäsäsch; Wasaw; Waschaka; Waschamba; Waschanstalten; Waschbär; Waschblau; Waschbleuel; Wäsche

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Wasa (Adelsgeschlecht) - Wäsche

10 Mill. finn. Mark; es gab 79 Gießereien und mechan. Werkstätten, 4 Branntweinbrennereien, 1 Pulverfabrik (in Estermüra). Die Hausindustrie liefert Messer u. dgl. In den Kirchspielen Kronoby und Pedersö werden Schiffe gebaut. Die.Handelsflotte bestand (1886) aus 114 Schiffen, darunter 77 Dampfer mit 23264 Registertons. Die wichtigsten Handelsplätze sind: Nikolaistad, Kristinestad, Jakobstad, Gamla Karleby und Jyväskylä; letzteres für Bauholz. Das Eisenbahnnetz nimmt 380 km ein. Das Län zerfällt in sechs Kreise: Korsholm, Kuortane, Ilmola (Ilmä joki), Lappi (Lapua), Laukas (Laukaa), Pedersö (Pietar saari), hat 7 Städte, 83 Dorfgemeinden, 507 Dörfer und 149 Volksschulen. – 2) Hauptstadt des Läns W. in Finland, s. Nikolaistad.

Wasa, ein schwed. Adelsgeschlecht, das 1523‒1654 in Schweden und 1587‒1668 in Polen den Thron innehatte. Der Name stammt vielleicht von dem Gute W. in Upland, 51 km nördlich von Stockholm, oder von dem Wappen der Familie, einem Reisigbündel oder einer Garbe. Mit Gustav Ⅰ. (s. d.) bestieg das Geschlecht 1523 den schwed. Königsthron; ihm folgte 1560 sein Sohn Erich ⅩⅣ. (s. d.), der von seinem Bruder Johann Ⅲ. (s. d.) 1568 gestürzt wurde. Dieser, der mit der Jagellonin Katharina von Polen vermählt war, neigte stark dem Katholicismus zu und ließ seinen Sohn Sigismund, um ihm die Besteigung des poln. Throns zu ermöglichen, katholisch erziehen, worauf dieser auch als Sigismund Ⅲ. (s. d.) 1587 zum König von Polen proklamiert wurde. Als 1592 Johann Ⅲ. starb, wurde Sigismund zwar auch in Schweden 1594 zum König gekrönt, doch gelang es seinem Oheim, dem Herzog von Södermanland, dem dritten Sohn Gustavs Ⅰ., den wegen seinem Eifers für den Katholicismus höchst unbeliebten Sigismund zu stürzen, worauf er selbst 1604 als Karl Ⅸ. (s. d.) den schwed. Thron bestieg. Er starb 1611. Sein Sohn und Nachfolger war der große König Gustav Ⅱ. Adolf (s. d.), der 1632 bei Lützen fiel und den Thron seiner einzigen Tochter Christine (s. d.) hinterließ. Diese dankte 1654 zu Gunsten Karls Ⅹ. aus dem Hause Pfalz-Zweibrücken, eines Schwestersohns Gustavs Ⅱ. Adolf, ab und starb 1689. Mit ihr erlosch die schwed. Linie der W. In Polen war auf Sigismund Ⅲ. 1632 sein ältester Sohn Wladislaw Ⅳ. (s. d.) gefolgt, der schon 1648 starb und seinen jüngern Bruder Johann Ⅱ. Kasimir (s. d.) zum Nachfolger hatte. Dieser entsagte 1668 dem Thron und starb 1672 als der letzte W. Seit 5. Mai 1829 führte der Sohn des Königs Gustav Ⅳ. Adolf (s. d.) von Schweden den Titel eines Prinzen von W. Er starb 5. Aug. 1877 ohne männliche Nachkommen. Seine einzige Tochter Karoline (Carola), geb. 5. Aug. 1833, ist seit 18. Juni 1853 mit dem König Albert von Sachsen vermählt.

Wasagara, die Bewohner von Usagara (s. d.).

Wasambara, die Bewohner von Usambara (s. d.).

Wasaorden, das sog. Grüne Band, schwed. Orden, für Verdienste auf dem Gebiete des Ackerbaues, Handels, Bergwerks- oder Fabrikbetriebes, der Gewerbe und Künste von Gustav Ⅲ. 26. Mai 1772 gestiftet, von Gustav Ⅳ. 26. Nov. 1798 mit Statuten versehen, hat drei Klassen: Commandeure mit dem Großkreuz, Commandeure und Ritter. Ordenszeichen war ursprünglich ein goldenes Oval mit dunkelroter Einfassung, darauf in goldenen Buchstaben die Inschrift «Gustav den tredje instiktare ⅯⅮⅭⅭⅬⅩⅩⅡ», eine freistehende gebundene goldene Garbe (das Wappenbild des Hauses Wasa) auf grünem Grunde umschließend. Es wurde an grünem Bande und von den beiden Commandeursklassen von einer goldenen königl. Krone überhöht getragen. Durch Bestimmung vom 27. April 1860 wurde dieses Ordenszeichen des W. in verkleinertem Maßstabe einem vierarmigen, golden eingefaßten weiß emaillierten Kreuz aufgelegt, das an seinen acht Spitzen mit goldenen Kugeln und zwischen seinen vier Armen mit vier goldenen Kronen besetzt ist. Die königl. Krone wurde auch dem Kreuze der Ritter beigefügt.

Wasaramo, die Bewohner von Usaramo (s. d.).

Wäsäsch, indian. Voltsstamm, s. Osagen.

Wasaw, Goldland, s. Goldküste.

Waschaka, arab. Name von Huesca (s. d.).

Waschamba, die Bewohner von Usambara (s. d.).

Waschanstalten, s. Wäsche.

Waschbär, auch Schupp (Procyon lotor Desm., s. Tafel: Bären Ⅱ, Fig. 5), ein bärenartiges Raubtier von der Größe eines mittlern Hundes, mit gelblich grauem Pelz, dessen Grannen schwarze Spitzen haben, einer dunkeln Binde unter den Augen und einem geringelten Schwanze von der halben Körperlänge. Ein Nachttier, schläft der Schupp tagsüber in hohlen Bäumen, geht des Nachts nach kleinen Säugetieren, Vögeln, Eiern, Früchten und süßen Pflanzenteilen (junge Maisähren, Zuckerrohr u. s. w.) aus, die er gern im Wasser oder trocken mit den Pfoten reibt, als wolle er die Nahrung waschen. Seine Heimat erstreckt sich über ganz Nordamerika; eine verwandte Art, der Krebsfresser (Procyon cancrivorus Desm.), bewohnt die Küstengebiete des warmen Südamerikas und nährt sich hauptsächlich von Krabben. Der Schupp läßt sich leicht zähmen und wird meist in Fallen gefangen, um die beliebten Schuppenfelle (s. d.) zu erlangen. Ein dem W. verwandtes Tier ist das Katzenfrett (Bassaris astuta Lichtenstein), das lange für eine Viverre gehalten wurde. Es bewohnt Texas und Mexiko, wo es Cacamizli heißt. Habitus und Lebensweise des Tieres sind marderartig, sein Aufenthaltsort Felsklüfte und hohle Bäume. Als einziger Vertreter der Viverren in der Neuen Welt würde es ein tiergeogr. Rätsel gewesen sein, das nun durch den Nachweis seiner Zugehörigkeit zu den W. gelöst erscheint.

Waschblau, s. Neublau.

Waschbleuel, Waschbrett, s. Wäsche.

Wäsche, einerseits die zur Kleidung und zur Haushaltung notwendigen, meist leinenen oder baumwollenen Gebrauchsartikel, die nach erfolgter Benutzung durch Reinigung mit Wasser (Waschen) wiederholt von neuem gebrauchsfähig gemacht werden können, andererseits diese Reinigung selbst, eine Arbeit, die früher ausschließlich im Hause vorgenommen wurde, jetzt aber vielfach in besondern Waschanstalten mit Anwendung aller Hilfsmittel der Technik ausgeführt wird. Die gewöhnliche Haus- und Leibwäsche wird vor dem Waschen sortiert, da leinene und baumwollene W. anders zu behandeln ist als wollene, weiße anders als bunte. Die leinene weiße W. wird in warmem Seifenwasser oder Ätznatron- bez. Sodalauge etwa 12 Stunden lang liegen gelassen (eingeweicht), wobei sich der besonders aus Fett und Eiweiß bestehende Schmutz mit dem Alkali verbindet. Bunte W. darf nicht in Lauge eingeweicht, sondern muß sogleich mit Seife, solche