Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

692
Widerstand gegen die Staatsgewalt - Widukind (Heerführer)
2/5^ bis ^6oo des Wagengewichts. Derselbe ver-
größert sich jedoch bedeutend dnrch den Luftwider-
stand bei schneller Fahrt und steigt dadurch, sowie
durch andere Umstände, als Schleifen der Spur-
kränze bei Krümmungen, Schienenstöße u. dgl. auf
^/ic"" und mehr.
Bei Wasserfahrzeugen ist der Bewegungs- !
widerstand in viel höherm Maße von der Fahr-
geschwindigkeit abhängig, ferner von der Größe
und Form des eingetauchten Schiffsrumpfes und
der Schraube. (S. Propellerschraube.) - Vgl. Bö-
dccker, Die Wirkungen zwischen Rad und schie-
nen u. s. w. (Haunov. 1887).
El e ktri scher W. ist der W., den ein Körper dem
Durchgang eines elektrischen Stroms entgegensetzt.
lS. Leitungswiderstand und Isolationswiderstand.)
Als elektrischen W. bezeichnet man auch Leiter (meist
Drähte) von bekanntem Leitungswiderstand, die
man dei Rheostaten (s. d.) oder als Vorschaltwider-
stand (s. d.) benutzt.
über magnetischen W. s. Feld, magnetisches.
Widerstand gegen die Staatsgewalt,
s. Widersetzlichkeit.' ' ls- Rheostaten.
Widerstandsbank, Widerstandssäulen,
Widerthon,Farnkrautart, s. ^8pi6iiium; Wtoos,
s. I>0iMic>Iiuin und Tafel: 3N 0 0 se II, Fig. 4.
Widmann, Georg Rudolf, aus ^chwäbisch-
Hall, hat das alte Volksbuch vom Dr. Faust so bc-
arbeitct, daß Fausts wissenschaftlicher Erkenntnis-
trieb zurücktritt, dafür umfäugliche antipapistiscke
Dispute, gelehrte Erläuteruugcn und theol. Exkurse
eingeführt sind (3 Bde., Hamb. 1599; neu gedruckt
in ^chelbles "Kloster" 2, 275, Stuttg. 1846).
Widmann, Ios. Victor, schweiz. Dichter, geb.
20. Febr. 1842 in Nennowitz in Mähren, studierte
in Heidelberg und Ieua Theologie, wurde 1866
Organist und Musikdirektor in Liestal, 1867 Pfarr-
helfer in Thurgau, 1868 Direktor der Töchterschule
in Bern, welche Stelle er 1880 niederlegte. Hierauf
wurde er litterar. Redacteur des Berner "Bund".
Außer mehrern Operntexten (für Herm. Götz, Brüll
u. a.) schrieb W.: "Der geraubte Schleier. Drama-
tisiertes Märchen nach Musäus" (Winterthur 1864),
"Iphigenie in Delphi. Ein Schauspiel" (ebd. 1865),
"Buddha. Epische Dichtung" (Bern 1869), "Der
Wunderbrunnen vonIs. Epische Dichtung" (Frauen-
feld 1871), "Mofe und Zipora. Ein himmlisch-irdi-
sches Idyll" (Berl. 1874), "An den Menschen ein
Wohlgefallen. Pfarrhausidyll" (Zur. 1877), "Onone.
Trauerspiel" (ebd. 1880), "Die Königin des Ostens.
Schauspiel" (ebd. 1880), "Rektor Müolins ital. Reise"
(ebd. 1881), "Spaziergänge in den Alpen" (Frauen-
seld 1885; 3. Aufl. 1806), "Alls dem Fasse der
Danaiden. Novcllensamrnluug" (Zür. 1884), "Die
Patricierin. Roman" (Bern 1888), "Jenseits des
Gotthard. Reisebilder aus Italien" (2. Aufl.,
Frauenfeld 1897), "Gemütliche Geschichten. No-
vellen" (Berl. 1890), das Schauspiel "Jenseits von
Gut und Böse" (Stuttg. 1893), "Jung und Alt",
zwei Novellen in Romanzen (Lpz. 1894), "Die
Weltverbesserer und andere Geschichten" (Wien
1896), "'Bin, der Schwärmer" (Frauenfeld 1896),
"Maikäferkomödie" (ebd. 1897), "^omrnerwan-
derungen und Ninterfahrten" (ebd. 1897) u. a.
Wtdmanstattensche Figuren, f. Meteorsteine
(Bd. 17) und Tafel: M ete 0rsteine, Fig. 8.
Widnes, Fabritstadt in der engl. Grafschaft
Lancashire, rechts vom Mersey, Station der London
and North-Western-Bahn sowie der Eheshirebahnen,
Runcorn gegenüber, hat (1891) 30011 E.; Eisen-
industrie, Fabriken für Chemikalien und Düngcr-
stofse, Seifensiederei.
Widnmann, Maximilian, Bildhauer, geb.
16. Okt. 1812 zu Eichstätt, bildete sich seit 1828 auf
der Akademie zu München besonders unter Eber-
hards und Schwanthalers Leitung und arbeitete
dann im Atelier des letztern. Nachdem er seit 1836
zu seiner weitern Ausbildung einige Jahre in Rom
verbracht hatte, kehrte er im Juli 1839 nach München
zurück. Nach einigen klassischen Kompositionen be-
gann er die Reihe seiner statuarischen Bildwerke mit
dem Standdilde des Fürstbischofs Eckter von Mespel-
brunn für Würzburg (1845) und der Statue des
Orlando di Lafso für München (1848), beide im
Auftrag des Bönigs Ludwig I. ausgeführt. Diesen
Werken folgten das eherne Standbild des Geschicht-
schreibers Lorenz von Westenrieder zu Müncken
(1853), die Marmorbildsäulen Rauchs (1855), (5a-
novas (1856), Michelangelos und des Giovanni da
Bologna (1861), in Nischen der Glyptothek auf-
gestellt; ferner das Reiterstandbild, welches die Stadt
München dem König Ludwig errichtete (1857-60);
das eherne Standbild Christoph von Schmids für
Dünkelsbübl (1858); Statuen Schillers zu München
(1861), Ifflands zu Mannheim (1862), des Fürst-
bischofs Franz Ludwig von Erthal in Bambcrg
(1863), des Freiherrn von Dalberg in Mannheim
(1864), des Architekten von Gärtner zu München
(1866), des Bischofs Sailer in Regensburg (1867)
und Goethes in München (1868). Von andern
Werken der plastischen Kunst sind noch aus W.s
Atelier hervorgegangen: eine Gipsgruppe, dar-
stellend einen Jäger, der seine Familie gegen einen
Panther beschützt (1850), eine liegende Statue der
verstorbenen Großherzogin Mathilde von Hessen, in
Marmor (1863-64), die Victoria für das Mari-
milianeum in München (1863-65), ein jugendlicher
Hermes in Lebensgröße (1870), eine lebensgroße
Gipsgruppe: Hercules und Hermes (1876), die zwei
Reiterstatuen der Dioskuren für die Freitreppe und
anderer plastischer Schmuck. W., der seit 1849 als
Professor der Bildhauerkunst an der Akademie wirkte
und mehrere Jahre vor dem Tode von dem Amte
und der Kunst zurückgezogen in München lebte, starb
4. März 1895 in München.
Wido, König von Italien, s. Guido.
Widseme, s. Livland.
Widsy (Viä^), Stadt im Kreis Nowoaler-
androwsk des russ. Gouvernements Kowno, an der
Marutscha, hat (1894) 5856 E., Post, Telegraph,
russ., katb. Kirche, 7 israel. Bethäuser; Mühlen,
Hausindustrie; in der Nähe Schwefelbäder. -
Widnkind, auch Wittekind, Heerführer der
Sachsen gegen Karl d. Gr., war ein westfäl. Häupt-
ling; genannt wird er zuerst 777, als die meisten
sächs. Edelinge sich auf dem Reichstage zu Pader-
born dem Kaiser unterwarfen, W. aber zu dem
Dänenkönig Siegfried entfloh, dessen Schwester
Geva ihm die Sage als Gemahlin giebt. Während
Karl in Spanien war, siel W. in das Rheinland ein
<778), entzog sich dann der frank. Übermacht wieder
und hielt so den Kampf hin, bis er nach den großen
schlachten bei Detmold und an der Hase 783 und
dem wiederholten längern Aufenthalt Karls mitten
in Sachsen 785 den Widerstand aufgab. Von Mrd-
albingien aus sandte er mit seinem Genossen Albion
(Abbion) Boten an Karl, und auf Grund eines Ver-
trags stellte er sich in Attigny und ließ sich taufen.