Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

775
Winter (Peter von) - Wintergarten
das Erpropriations-, das Voltsschulgesetz u. a., war
hauptsächlich sein Werk. W. starb 27. März 1839. Er
schrieb: "über die Ansprüche der Krone Bayerns auf
Landcsteile des Großherzogtums Baden" (Mannb.
1827). 1855 wurde ihm in Karlsruhe ein Standbild
ivon Reick) errichtet. -^ Vgl. Weick, Reliquien von
Ludwig W. (Freiburg 1843); K. Schenkel in den
"Bad.'Biographien","Bd. 2 (Karlsr. 1875).
Winter, Peter von, Komponist, geb. 1755 zu
Mannheim, war Schüler von Abt Vogler und wurde
1776 Orchestcrdirektor am Hoftbeater in Mannbeim,
1778 folgte er dem Hofe nacb München und wurde
1788 an Abt Voglers Stelle Kapellmeister. Er starb
17. Okt. 1825 in München. W. hat eine große An-
zahl von Opern geschrieben, von denen "Das unter-
brochene Opferfest" (1796) noch heute bekannt ist,
und gab auch eine große Gcsangschnle beraus llAb
leil., Mainz 1824).
V/intera., Pflanzengattung, s. Di-imv^.
Winterberg, zwei Berge in der Sächsischen
Sckwciz. Der G r o si e W., der höchste Gipfel des
Gebirges auf den: rechten Elbufer, ist 551 in hoch,
bat eine mit Basalt bedeckte Kuppe und gewährt
eine schöne, weit umfassende Aussicht. Der Kleine
W. ist 495m boch.--W. heißt auch der böcbste Teil
der Dammagruppc ^s. Dammastoet".
Winterberg, Stadt im Kreis Brilon des preuß.
Neg.-Bez. Arnsberg, in 684 ui Höbe, auf dem
Plateau von W., einer rauben bewaldeten Hoch-
fläche des Sauerlandes (s. d.), die in dem Kahlen
Aftcnberg (830 m; mit Aussichtsturm), der höck-
sten Erhebung des Sauerlandes, gipfelt, hat (1895)
1265 E^, darunter 44 Evangelische und 20 Israeli-
tcn, Post, Telegraph, katb. Kirche, Krankenhaus,
Wasserleitung, Sparkasse; Wollwebereien sowie Hau-
sierbandel mit Kurz- und Wollwaren.
Winterberg, Stadt in der österr. Bczirkshaupt-
mannschaft Prachatitz in Böhmen, an der Wolinka,
einem Seitcnbach der Wotawa, die nördlich zur
Moldau geht, in 696 in Höhe, am Fuß des Kubani
(1358 m) im Böhmer Wald, an der Linie Strakonitz-
W. (37 1<m) der Österr. Staatsbahnen, Sitz eine^
Bezirksgerichts (431,6 <ikm, 28 365 E.), bat l1890"
4081, mit der Ansiedelung Adolfshütte 4282 meist
deutscbe E., zwei got. Kirchen (13. und 14. Jahrh.),
fürstl. Schwarzenbergsches Schloß; Glasfabrik
("Adels"), zwei Glashütten, Glasschleiferei, Buch-
druckerei und Buchbinderei (Herstellung von Gebet-
büchern), Elfenbein- und Beinschneiderei, Fabri-
kation von Bronzcwaren, Zündbölzchen, Resonanz-
boden-, Sieb- und Bürstcnholzern, zwei Brauereien,
Ziegelei und Kalkbrennerei.
Winterberger, Alerander, Pianist und Kom
ponist, geb. 14. Aug. 1834 in Weimar, studierte auf
dem leipziger Konservatorium und bei Liszt und
lebte seit 1861 in Wien. 1869 wurde er Lehrer am
Konservatorium in Petersburg und siedelte später
nach Leipzig über. W. gehört zu den bervorra
gendsten Pianisten der Gegenwart, bat sich aber
neuerdings vom Konzertsaal zurückgezogen. Al5
Komponist hat er sich durch Klavierstücke und bieder
vorteilhaft bekannt gemacht.
Winterbiere, i. Bier und Bierbrauerei.
Winterburan, Wind, s. Buran. "... ,. >..>^^
Winterdeich, s. Deicb.
Wintereiche, s. Eicke.
Winterer, Landelin, elsass. Politiker, geb.
28. Febr. 1882 zu Ober-Sulzback, studierte tatb.
Tbeologie, wurde Kaplan in Bischweiler und (5ol-
mar, später Pfarrer in Gebweiler, dann Stadtpfarrer
und Kanonikus in Mülhaufen i. E. Dem Deutscheu
Reichstage gehört W. seit 1874 uuunterbrochen an.
Er ist ein eifriger Protestler und stand auch als
Mitglied des elsaß-lothr. Landesausschusses stets
in der Opposition gegen die reichsländische Ne-
gierung und das Deutschtum. Er veröffentlichte:
"Hi8wii'6 (16 ^!UIit6 0äÜ6 0U 1'^i8HC6 oIir0ti6UN6
an 86pti6M0 6t l^n Iniitiöius 8i6cls" (Gebweiler
1870), "Hi8t011'6 ^6 111. P6r86cuti0n 1'6ii^16U86 011
^I8ÄC6 P6näant III. ^!'HII(i6 1-l)V0iuti0!1", "1^6 80cia-
Ü8M6 cont^m^orain" (1878), "^1'018 HNN668 äs 80-
ciaIi8M6" (1882; deutscb Köln 1882), "1^6 (13.NF61'
80cia1" (1885; deutsch Mainz 1885), "1^6 8ocia1i8M6
intei-natwuHl" (1890; deutsch von Berg, Köln 1891).
Winterfeldt, Hans Karl von, preuß. General-
lieutenant, Friedrichs d. Gr. Freund, geb. 4. April
1707 zu Vanselow in Vorpommern, trat im 16. Jahre
in die preuß. Armee ein und wurde von Friedrich d.Gr.
1740 nach Petersburg gesandt, wo er die Allianzver-
sucbe des Wiener Hofs mit Erfolg zu hintertreiben
wußte. W. zeichnete sich bei der Überrumpelung von
Glogau, 8. März 1741, besonders aber in der Schlacht
bei Mollwitz, 10. April, sowie bei dem Gefecht von
Nothschloß, 22. Juni, ans. Kurze Zeit bernach
wurde er zum Obersten bcsördert. Im Zweiten
Schlesischen Kriege kämpfte er ruhmvoll bei Sla-
wentzitz und bei Landshut, wofür ihn der König
zum Generalmajor ernannte; auch nahtn er am
Siege von Hohenfriedberg 4. Juni 1745 fowie an
dem glücklichen Gefecht bei Katholisch-Hennersdorf
23. Nov. hervorragenden Anteil. Während des
solgenden Friedens war er als Generaladjutant
immer in der Nähe des Königs und wurde von
diesem zu wichtigen Geschäften gebraucht, so 1755
zu einer Sendung nach Hannover. Kurz vor dein
Ausbrucb des Siebenjährigen Krieges wurde er
Generallieutenant. In der Schlacht bei Prag
(6. Mai 1757) befehligte er die Infanterie des linken
Flügelo. Am 7. Sept. 1757 wurde er bei Moys (s.d.)
von Nada^ov überrascht, er selbst wurde verwundet
und starb am folgenden Tage. Sein (nach dem Ent-
würfe von Kift) in Erz gegossenes Standbild wurde
1862 auf dem Wilhelmsplatze zu Berlin aufgestellt.
Seinen Namen trägt seit 1889 das preuß. 23. In-
santerieregiment. Vgl.Varnhagen von Ense, Leben
des Generals W. (Berl. 1836; auch im 6. Bande der
Haue- Karl von W. und der Tag von Moys (Görl.
Winterfeldzug, s. Feldzug'. s/1857).
Winterfenster, s. Fenster/
Winterfrost, s. Frostschaden.
Wintergarten, ein größeres Gewächsbaus, in
dem die Pflanzen, ästhetifck gruppiert, mehr deko-
rativen Zwecken dienen als in eigentlichen zur
Pflanzentultur bestimmten Pflanzenbaufern. Die
Bauart ist die der Palmenhäuser. Die Tiefe des
Gebäuden sollte sich zur Länge demselben wie 1:2
verbalten, da sich bei diesem Verhältnis die an-
sprechendste Pflanzendetoration herstellen läßt. Eine
der schmalen Seiten des W. sollte aus Mauerwerl
besteben, um einen dunklen Hintergrund für eine
tünstlicb zu schaffende Perfpektive zur Verfügung zu
haben. Die Mauer taun durch Kletterpflauzen, hohe
Gewächfe u. dgl. gedeckt werden. W. tonnen srei
stehen oder sich an andere Gewächshausbauteu,
oder am besten an die Wohnungen anschließen.
Die Gruppierung der Pflanzen ist meist eine land-
schaftliche, seltener sieht man eine regelmäßige An-