Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

838
Worm - Worms (im Großherzogtum Hessen)
mit den Bildnissen der linsten von Anhalt und einer ^
antiken Granitsäule auf der Spitze, endlich der sog. ^
Stein, die Nachbildung eines Kraters. Im Park
liegt ein See, von welchen: aus Kanäle nach allen
Teilen führen. - Vgl. Gerlach, Wörlitzer Antiken
/.yeft 1 und 2, Zerbst 1862-63, in phothogr. Nach-
bilduugen); Hosäus, Die Wö'rlitzcr Antiken (Dessau
1873)sders., Wörlitz (2. Aufl., ebd. 1883); Fuchs,
Wegweiser durch Dessau, Umgebung und den (karten
zu W. (4. Aufl., ebd. 1885); Gielen/Die Nadelholzer
des Wo'rlitzer Gartens (ebd. 1878). .......
Worm, Fluß, s. Wurm.
Worm,Ole,dün. Altertumsforscher, geb. 28. Mai
1588 in Aarhus, studierte in Deutschlaud und Italien
Theologie ilnd Medizin, lebte eine ^eit lang in Paris
uud London und wnrde 1613 Professor erst der Pä- ^
dagogik, danll des Griechischen, dann der Physik!
und endlich der Medizin in Kopenhagen, wo er!
10. Sept. 1654 starb. W. verösfentlichte eine Reihe !
naturwissenschaftlicher und inediz. Schriften s"In8t!- ^
tntionuin M0(li(,",ruin lidii V", Kopenh. 1i>36-40; ^
<c('onti'0V6r8illi-nni uis;äi(^i'nni ex(!ici1ctti<"n03 1- !
XV1I1", ebd. 1624-53; "^Iu8t;nin ^Vornniuium", >
Leid. 1655), gründete in Kopenhagen ein Museum
für zoolog. und Patholog. Gegenstände, nordische und
iremde Altertümer und bildete einen Kreis gelehrter
Männer heran, die sich der nordischen Altertume
tuude widmeten. Auf letzterm Gebiete erschienen von
ihm selbst: "I'^ti ^nnn-i" ("Dän. Jahrbücher",
Kopenh. 1643), "Ivunic'a. "cni 1)l>ni< n 1it"i^tlN'l<. un-
liliui88ima" (ebd. 1636; 2. Aufl. 1652) und "1>mn-
coi'nin in0niiinoiit0iuni lidi i VI" lebd. 1643). Letz-
teres Werk ist lange das Wichtigsie für die Rnnen-
tunde gewesen. Die Bedeutung W.s für feine Zeit
heleuchtcn am besten die 1728 vou Gramnl Herans-
gegebenen "Olai ^Vttimii 0t äoctoi'um viroi-nm iid
<!nm ^pistolllL" (neue Aufl., Kopenh. 1751). Nach
ihm beiften in der inenfcl)lichen Anatomie die gele-
gentlich auftretenden Zwickelbeine an: Schädel "83N
oder 088icul^ ^Voiiuicina.
Woermann, Adolf, Kaufmaun uild Politiker,
geb. 10. Dez. 1847 zu Hamburg, befuchte das Johan-
neum dafelhst, ging, un: den überseeischen Handel
kennen zu lernen, 1868 naeb Singapur, 186l) nach
Batavia und kehrte 1870 über Vorderindien, China
und Japan und die Vereinigten Staaten nach Ham-
burg zurück. In den 1.1871 und 1872 unternahm W.
Reifen uach den Faktoreien seines Vaters im Staate
Liberia sowie nach Kamerun und Gabuu an der
afrik. Westküste und trat 1874 als Teilhaber in die
Firma C. Woermann, an deren spitze er seit 1880
steht. Den Verkehr mit Westasrita entwickelte er in
kurzer Zeit so, daß aus deu ersten Anfängen (1880)
die Afrikauifche Danipffchiff-Aktiengefellfchaft (Linie
Woermanu) entstand, welche (18l)7) nlit 17 großen
Dampfern eine regelmäßige Verbindung Hamburgs
nnt Westafrita unterhält. Im Sommer 1884 er-
warb die Firma (5. Woermann in: Verein mit den:
Hamburger Hause Iautzen <^ Thormählcn das Äcün'
dungsgebiet des Kamcrunflusses, Binlbia und ver-
schiedene Plätze an der Viafrabai als Echutzgebie.
für das Deutsche Reich. 1884-W gehörte W. den,
Reichstage an, wo er sich der national liberalen Partei
anschloß und als eisriger Anhänger der Kolonialpoli-
tit austrat. W. ist auch Mitglied des Kolonialrates.
Woermann, Karl, Brüder des vorigeu, Knust-
Historiker, geb. 4. Juli 1844 zu Hainburg, studierte
nach einer Reise uach Java und Ostiudien in Heidel-
berg, Berlin, Kiel und Göttingen die Rechte, war
in Hamburg kurze Zeit als Rechtsanwalt thätig
unternahm Reisen nach Frankreich, England und
Amerika und widmete sich in Heidelberg und Mim-
chen kunstgeschichtlichen Studien. Er habilitierte sich
1871 in Heidelberg, bereiste Italien, Griechenland
und Kleinasien und wurde 1874 Professor der Kunst-
und Litteraturgefchichte in Düsseldorf, 1882 Direktor
der Gemäldegalerie und bis 1895 des Kupferstich-
kabinetts in Dresden. W. schrieb "über den landschafl-
lichen Natursinn der Griechen und Römer" (Münch.
1871), "Die Landschaft in der Kunst der alten Völker"
(ebd. 1877), "Kunst- und Naturfkizzen aus Nord- und
Eüdeuropa" (2 Bde., Düsseld. 1880), "Was uns
die Kunstgeschichte lehrt" (Dresd. 1893), den Anfanc;
und die größere zweite Hälfte von A. Woltmann^
"Geschichte der Malerei" (Lpz. 1878-88), deu wissen-
schaftlichen Katalog der Dresdener Gemäldegalerie-
(3. Aufl., Dresd. 1896) u. a. Auch gab er heraus
"Handzeichmmgen alter Meister im tö'nigl. Kupfcr-
stichkahmett zu Dresden" (Müncb. 1896 fg.). Als
Dichter trat W. auf in "Geharnischte Sonette aus
Norddeutschland" (anonym, Hamb. 1866), "Aus
der Natur und dem Geist" (ebd. 1870), "^iMtiiöm^
^it" (Sonette, Müuck. 1871), "Neapel. Elegien und
Oden" (ebd. 1877), "Neue Gedichte" (Düsseld. 1884),
"Zu Zwei'n im Süden" (Drcsd. 1892), "Deutsche
Herzen" (ebd. 1895; 2. Aufl. 1896).
Wormbecken, Normrcvier, s. Rheinisch-
Westfälisches Kohlenbecken.
Wormditt, Stadt im Kreis Braunsberg des
preus;. Reg.-Vez. Königsberg, an der rechts zur
Passarge gebenden Trewenz, den Nebenlinien Allen-
stein-Kobbelbude und W.-Mohrungen (29,i I^m) dcr
Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines AintZgerichtc^
(Landgericht Braunsberg), hat (1895) 5219 E.,
darnnter 609 Evangelische und 123 Israeliten,
Postamt zweiter Klasse, Wareudepot der Reichsbank,
gotische kath. Kirche (12. Jahrh.), ueue evang. Kirche,
Kloster der Katharinerinnen, altes Rathaus, Haus-
haltuugsschule, Waisenhaus, bischöfl. Krankenhaus
und Hospital, Schlachthans; ^chnupftabakfabri-
tation, Mühlen, Landwirtfchaft, Vieh- und Pferde^
markte. In der Nabe der Wallfahrtsort (5r osscn.
Worms, esthn. Worm^i-^alli' oder Hi0'iot8i-
"ll^i-, schwcd. Orm8(>, Insel in der Ostsee, zum Krcio
Hapsal des russ. Gouvernements Esthland gehörig,
nördlich am Eingang zum Hafen von Hapfal, zwi-
schen den Inseln Nukö und Dagö, 93,^ <ikm groß,
bewaldet, hat 12 Dörfer, 2060 E., ineist Schweden,
eine evang., eine rnss. Kirche, zwei schulen; Acker-
bau, Viehzucht, Schiffahrt, Fifcherei, Kalkbrennerei.
Worms. 1) Kreis in der Hess. Provinz Rhein-
hessen, hat (1895) 74163 E. in 4 Stadt- und 39>
Landgemeinden. - 2) Kreisstadt im Kreis W., ehe-
mals Freie Reichsstadt und Bischofssitz, am linken.
Ufer des Rheins, in fruchtbarer Gegeud, an den
Linien Mainz-W. (45,9 kin)^
W.-Alzev-Bingen (63,4 wn),
Mannheim - Lampertheim - W.
(30,2 wn), Bensheim-W. (24,i
I^m) und Viblis-W. (11 I^m)
derHesf. Ludwigsbahn, Weißen-
burg-W. (98 km) dcr Pfalz.
Eisenbahnen und der Nebenlinie
W.-Offstein (10,9 km) der Süd-
deutschen Eisenbahngesellschaft (3 Bahnhöfe), SW
des Kreisamtes und eines Amtsgerichts (Land-
gericht Mainz), einer Handelskammer, Reichsbank-
nebenstellc und eines Vezirkskommandos, hat (1395)