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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Youghal – Ypern

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Yosemite Valley'

bung und namentlich die überhängenden Felsmassen widerspiegelt. Das Thal wurde im Frühjahr 1851 von Kapitän Boling entdeckt. 1864 wurde es durch Kongreßbeschluß dem Staate Kalifornien unter der Bedingung geschenkt, daß es als öffentlicher Park erhalten bleiben sollte, und 1890 wurde es in einer Ausdehnung von 967680 Acres zum Yosemite National Park eingerichtet. Mit dem Besuch des Y. V. wird oft der der Riesenbäume in den Mariposa- und Calaveras-Hainen in der Nähe verbunden. – Vgl. The Yosemite guide-book (Boston 1882); Bunnell, Discovery of the Yosemite (Neuyork 1893).

Youghal (spr. jahl), Stadt in der Grafschaft Cork der irischen Provinz Munster, am Mündungsbusen des Blackwater, an der Linie Cork-Y. der Great-Southern-and-Western-Bahn, hat (1891) 4317 E., schöne St. Marykirche, ummauerte Altstadt und modernes Seebad an der Yougahl Bay; Getreidehandel und Schiffahrt.

Young (spr. jöng), Brigham, Präsident der Mormonen (s. d.), geb. 1. Juni 1801 zu Whitingham (im Staate Vermont), war Zimmermann und wurde erst 1830 durch die Lektüre des «Book of Mormon» auf seine Bekehrung (1831) vorbereitet. 1832 wurde er getauft und predigte in verschiedenen Städten der Vereinigten Staaten und Englands. 1846 wanderte er mit einer zahlreichen Gemeinde nach dem Westen aus und kam 1848 am Großen Salzsee an, woselbst 1850 das Territorium Utah gegründet wurde, dessen Gouverneur Y. 1851 wurde. 1852 proklamierte er das Dogma von der Polygamie. 1871 wurde Y. der Polygamie angeklagt, aber nicht verurteilt. Er starb 29. Aug. 1877 in Salt-Lake-City und hinterließ 17 Frauen, 16 Söhne und 28 Tochter und ein bedeutendes Vermögen. Y. hatte viele Verdienste um Ackerbau und Handel. Er baute Landstraßen, Brücken, Eisenbahnen und Telegraphen. – Vgl. Ch. Mackay, The Mormons (Lond. 1851); B. G. Ferris, Utah and the Mormons (1851); John Hyde, Mormonism, its leaders and designs (Neuyork 1857); W. H. Dixon, New America (8. Aufl. 1869); T. B. H. Stenhouse, The Rocky Mountain Saints (1873); J. W. Gunnison, The Mormons (Neuyork 1884); J. H. Kennedy, Early days of Mormonism (ebd. 1888).

Young (spr. jöng), Edward, engl. Dichter, geb. 1681 (oder 1684) zu Upham in Hampshire, erhielt seine Erziehung in der Westminsterschule und studierte zu Oxford die Rechte. Mit dem Herzog von Wharton ging er 1717 nach Irland, trat, über 40 J. alt, in den geistlichen Stand, wurde 1727 Kaplan Georgs II. und erhielt 1730 die Pfarrei zu Welwyn in Hertford. Er verheiratete sich hier, verlor aber Frau und beide Stiefkinder bald nacheinander, und dies veranlaßte ihn, die berühmten «Night-thoughts» (Lond. 1742–46 u.ö.) zu schreiben, ein Gedicht, auf das sich sein Ruf hauptsächlich gründet. Außerdem schrieb Y. einige unbedeutende Trauerspiele und die Satiren «The love of fame or the universal passion» (1725–28) und «The Centaur not fabulous» (1754), mehrere mehr schwungvolle als inhaltsreiche Dichtungen sowie den Prosatraktat «Conjectures on original composition» (1759), worin er in bewußtem Gegensatz zum Pseudoklassicismus die Nachahmung der Natur als wahre Originalität bezeichnete. Er starb 12. April 1765 zu Wetwyn (Hertford). Gesamtausgaben von Y.s Werken erschienen 1741 (2 Bde.), 1757 u.ö. in 4, später in 2 Bänden; Reed fügte nach Y.s Tode aus dem Nachlaß 2 Bände (1767–78) hinzu. ↔ In Deutschland fand Y. durch Eberts Übersetzung der «Nachtgedanken» (5 Bde., Braunschw. 1760–69; 2. Aufl., Lpz. 1790–95) Eingang und zahlreiche Verehrer. Neuere Übersetzungen besorgten Benzel-Sternau (Frankf. 1825), Schmidt (Dresd. 1825) und Elise von Hohenhausen (Cass. 1844).

Young (spr. jöng), Edward, Afrikareisender, geb. 23. Okt. 1831, war engl. Marineoffizier und befuhr 1862–63 mit Livingstone den Sambesi und Schirestrom. Im Dez. 1875 umschiffte er den ganzen Njassasee, gründete an dessen Ufer, am Kap Maclear, die Station Livingstonia und entdeckte das Livingstonegebirge; 1877 kehrte er nach England zurück. Er starb 4. Nov. 1896 in Hastings. Y. schrieb: «Nyassa, adventures in Central Africa» (Lond. 1877).

Young (spr. jöng), Thomas, engl. Gelehrter, geb. 13. Juni 1773 zu Milverton (Somerset), widmete sich zuerst den Naturwissenschaften, dann den orient. Sprachen. Später studierte er Medizin zu London und seit 1794 zu Edinburgh, wurde Mitglied der Royal Society und ging 1795 nach Göttingen, wo er mit «De corporis humani viribus conservatricibus» 1796 promovierte. Hierauf lebte er als Fellow in Cambridge, ließ sich jedoch bald als Arzt in London nieder, übernahm auch die Professur der Naturwissenschaften an der Royal Institution, die er jedoch 1804 wieder aufgab, um sich ganz der Arzneikunde zu widmen. Er starb 10. Mai 1829. Unter Y.s Schriften sind die vorzüglichsten: «A syllabus of course of lectures on natural and experimental philosophy» (Lond. 1802), worin er zuerst eine Erklärung der wichtigsten Phänomene des Sehens gab und das Gesetz von der Interferenz des Lichts aufstellte; «A course of lectures on natural philosophy and the mechanical arts» (2 Bde., ebd. 1807), das vollständigste engl. Werk über Physik in jener Zeit; «Elementary illustrations of the celestial mechanics of Laplace» (ebd. 1821), «Remarks on Egyptian papyri and on the inscription of Rosetta» (1815), «Account of some recent discoveries in hieroglyphical literature» (Lond. 1823) und «Egyptian dictionary» (ebd. 1829). Eine Sammlung seiner «Miscellaneous works» (3 Bde., Lond. 1855; mit Biographie) erschien von Peacock und Leitch lange nach seinem Tode. – Vgl. Memoirs of the life of Thomas Y. (Lond. 1831).

Young-Helmholtzsche Farbentheorie, s. Farbensinn.

Younghusband, Frank E., Kapitän im Indian-Staff Corps, s. Bd. 17.

Youngstown (spr. jöngstaun), Hauptort des County Mahoning im nordamerik. Staate Ohio, nahe der Ostgrenze, am Mahoning-Fluß, zählte 1880: 15435, 1890: 33320 E. Es liegt in einer reichen Ackerbaugegend, welche viel Kohlen, Eisen und natürliches Gas enthält; Röhrenleitungen von letzterm gehen nach Y. Es hat Hochöfen, Walzwerke, Eisengießerei, Waggon- und Kutschenfabrik, lebhaften Lokalhandel und ein ansehnliches Theater.

Ypern, frz. Ypres, vläm. Jeperen, früher befestigte Stadt in der belg. Provinz Westflandern, an der kanalisierten Yperlée, Station der Staatsbahnlinien Ostende-Y. und Y.-Armentières (29 km) sowie Kortrijk-Poperinghe und Rousselaere-Y. (23 km) der Flandr. Bahn, ferner durch Vicinalbahn mit Veurne (31 km) verbunden, in fruchtbarer Gegend, war einst der Sitz der ausgebreitetsten Tuchfabrikation, zählt aber (1897) nur noch

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite .