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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Zeyner – Zichy von Vásonykeö

Zeyner, Buchdrucker, s. Zainer.

Zeyst, Dorf in Holland, s. Zeist.

Zezen-Chan, s. Mongolei.

Zezschwitz, Gerhard von, prot. Theolog, geb. 2. Juli 1825 zu Bautzen, studierte in Leipzig, wurde 1652 Pfarrer zu Großzschocher bei Leipzig, 1856 zweiter Universitätsprediger in Leipzig, wo er sich 1857 habilitierte und außerord. Professor wurde. 1861 gab er diese Stellung auf, verweilte längere Zeit in Neuendettelsau und hielt im Auftrage des Komitees für Innere Mission in Frankfurt, Darmstadt und Basel apologetische Vortrüge. 1865 wurde Z. ord. Professor in Gießen, 1866 in Erlangen, wo er seit 1867 zugleich Universitätsprediger war und eine von ihm gegründete theol. Studienanstalt leitete; er starb 20. Juli 1886. Z. gehörte der streng-luth. Richtung an; er schrieb: «Zur Apologie des Christentums» (Lpz. 1864; 2. Aufl. 1866), «System der christl. kirchlichen Katechetik» (ebd. 1863–72; 2. Aufl., 2 Bde., 1872–74), «System der praktischen Theologie» (3 Tle., ebd. 1876–78), «Die Christenlehre im Zusammenhang» (ebd. 1880; 2.Aufl., 4Abteil., 1883–88), «Lehrbuch der Pädagogik» (ebd. 1882), «Der Hirt und seine Herde». Predigten (Erlangen 1891; hg. von Gerh. von Z.), «Der Kaisertraum des Mittelalters in seinen religiösen Motiven» (Lpz. 1877), «Vom röm. Kaisertum deutscher Nation. Ein mittelalterliches Drama» (ebd. 1877). – Vgl. Zur Erinnerung an Gerhard von Z. (Lpz. 1887).

Z. F., auf Kurszetteln Abkürzung für Zinsfuß.

Z. G., Abkürzung für Zollgewicht.

Zgierz, russ.-poln. Stadt, s. Sgersh.

Zhafâr, Orte in Arabien, s. Dhafâr.

Zikatse, Stadt in Tibet, soviel wie Schigatse (s. d.).

Zhö-ho, soviel wie Schö-ho, s. Schehol.

Ziani, edle venet. Familie; ihr gehören an: Sebastiano Z., Doge von Venedig 1173–79. Unter ihm wurde aus Anlaß der Ermordung seines Vorgängers Vitale Michieli II. die wichtige Verfassungsänderung durchgeführt, welche die Macht in die Hand der Aristokratie legte unter Beschränkung des Dogen und das Volk von entscheidendem Einfluß auf den Staat abdrängte. Venedig hatte unter Sebastiano Z. den Haß der Byzantiner zu erfahren, dagegen kämpfte Z. glücklich gegen Kaiser Friedrich I. im Bund mit den Lombardenstädten und vermittelte dann (1177) den Frieden zwischen dem Kaiser und Alexander III. Sein Sohn Pietro Z., Doge von Venedig 1205–29, wurde der Nachfolger des Enrico Dandolo (s. d.). Unter ihm gewann Venedig die Oberherrlichleit über Negroponte und Achaia, nahm Korfu, Malta, Candia (1207), vernichtete die Flotte Genuas, welches diesem Machtzuwachs seiner Nebenbuhlerin entgegengetreten war, beteiligte sich an dem Kreuzzug gegen Ägypten und erlangte von Andreas von Ungarn Abtretung seiner Rechte in Dalmatien.

Zibanbeule, s. Aleppobeule.

Zibbe, soviel wie Mutterschaf.

Zibeben (Cibeben), s. Rosinen.

Zibeth, die gelbbräunliche salbenförmige eigentümlich penetrant riechende Absonderung der Zibethkatzen, die dieselben in einem zwischen After und Geschlechtsteilen befindlichen taschenförmigen Organ absondern. Das Z. des Handels stammt von der afrik. Art, die in Abessynien, Nubien und Ägypten in Käfigen gehalten wird; von Zeit zu Zeit entnimmt man mittels eines Löffels das Sekret, füllt es in Büffelhörner und bringt es über Kairo in den Handel. Z. wurde früher medizinisch verwendet, ↔ wird jetzt nur noch als Zusatz zu Parfümerien und als Fischwitterung benutzt. Das Kilogramm kostet im Großhandel 450 M. (S. auch Zibethkatzen.)

Zibethbaum, ein zur Familie der Malvaceen (s. d.) gehörender, auf Malaka und ind. Inseln heimischer Baum (Durio zibethinus L.), so genannt, weil die Zibethkatzen sehr lüstern nach seinen Früchten sind. Diese erreichen die Größe eines Menschenkopfes, schmecken sehr angenehm rahmartig, riechen aber ekelhaft nach faulen Zwiebeln.

Zibethbeutler, s. Beutelmarder und Tafel: Beuteltiere I, Fig. 3.

Zibethbiber, s. Bisamratte.

Zibethhyäne, der Erdwolf (s. d. und Tafel: Wilde Hunde und Hyänen II, Fig. 4, beim Artikel Hunde).

Zibethkatzen, Zibethtiere oder Viverren (Viverrae), eine Untergruppe der Schleichkatzen (s. d.), deren Vertreter namentlich Afrika und Ostindien bewohnen und sich durch den Besitz von Zibeth (s. d.) absondernden Analdrüsen auszeichnen. Die asiatische Zibethkatze (Viverra zibetha L.), ein bis 70 cm langes schlankes Tier mit spitzem Kopf, kurzen Beinen, dunklen Streifen, Bändern und Flecken auf dem bräunlichgelben Körper und ebensolchen Ringen auf dem Schwanze, wird auf den Sunda-Inseln und in Ostindien sehr häufig in größerer Zahl gezüchtet. Ebenso wurde die afrikanische Zibethkatze, Civette (Viverra Civetta Schreb., s. Tafel: Schleichkatzen, Fig. 6), ein der vorigen ähnliches Tier, in früherer Zeit selbst in europ. Städten zu Hunderten gehalten, um Zibeth zu gewinnen; jetzt geschieht dies nur noch in Abessinien, das Handel damit treibt. Eine dritte Art ist die Genette oder Ginsterkatze (Viverra Genetta L., Fig. 3), die im südl. Frankreich und Spanien und ganz Afrika vorkommt. Ihre Drüsenabsonderung ist geringer als bei den echten Z.; sie wird leicht gezähmt und häufig an Stelle der Katze gehalten. Alle drei Arten gelangen regelmäßig in die europ. Tiergärten und halten sich, mit rohem und gekochtem Fleisch, Geflügel, Früchten und Brot gefüttert, jahrelang.

Zibethratte, soviel wie Bisamratte (s. d.).

Zibethtiere, s. Zibethkatzen.

Zichorie, soviel wie Cichorie (s. Cichorium).

Zichy, Michael, ungar. Historienmaler, s. Bd. 17.

Zichykanal (spr. sitschi), s. Kapos.

Zichyland (spr. sitschi-), s. Franz-Joseph-Land.

Zichy von Vásonykeö (spr. sitschi, wahschonjkö), ungar. Familie, die seit 1210 vielfach in der Landesgeschichte genannt wird und 1679 in den Grafenstand erhoben wurde. Im 18. Jahrh. teilte sich das Haus in zwei Linien: die zu Palota und die zu Karlburg. Zu erwähnen sind von ihren Mitgliedern:

Graf Karl Z. v. V., geb. 4. März 1753 zu Preßburg, wurde 1786 Obergespan im Komitat Raab, Präsident der ungar. Hofkammer, 1788 Judex curiae, in welcher Stellung er sich große Verdienste um die Beruhigung Ungarns erwarb, und erhielt 1802 das Präsidium der allgemeinen Hofkammer und damit zugleich die Leitung der Finanzen. Hierauf wurde er 1808 Staats- und Konferenzminister und 1809 Kriegsminister. Während der Kriegsjahre von 1813 und 1814 war er mit der Leitung der innern Staatsangelegenheiten beauftragt. Auf den ungar. Landtagen galt er als eins der ausgezeichnetsten Mitglieder. Er starb 18. Sept. 1826 zu Wien. – Sein Sohn Ferdinand Z. v. V., geb. 13. Mai 1783, Feldmarschalllieutenant und Festungskommandant

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 963.