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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bayern
Armenlasten überbürdeten Gemeinden 243167 M.).
DasrentierendeVermögendergemeindlichen Armen-
pflege betrug 21224002 M., das der Distriktsarmen-
fonds 3592800 M., das aller (839) Wohlthätig-
keitsanstalten und (3355) Stiftungen 149514887 M.
Es bestanden287 Pfründen-und Armcnversorgungs- !
Häuser, 70 Waisen- und Findelhäuser und Anstalten '
zur Unterbringung armer und verwahrloster Kinder,
279 Klcinkinderbewahr-, Säuglings-, Krippen-,
Armcnbeschäftigungs-und Suppenanstalten, endlich
203 Krankenanstalten. Die erwähnten Stiftungen
aber gliedern sich in 155 Krankenstiftungen, 89 Wai-
senstiftungen, 825 Schul- und Stipendienstiftungen,
106 Aussteuerstiftungen und 2180 sonstige Wohl-
thätigkeitsstiftungen. Außerdem 295 Privatwohl-
thütigkeitsanstalten (am zahlreichsten ^177^ sind dar-
unter die Kleinkinderbewahr-, Krippen- und Säug-
anstalten (71) mit einem rentierenden Vermögen von
7115453 M. (in diesen wurden 57 771 Personen
mit einem Gesamtaufwand von 2589469 M. unter-
stützt) und 464 Privatwohlthätigkcitsvereine mit
einem rentierenden Vermögen von 5181726 M.;
in denselben wurden 56743 Personen mit einem
Aufwand von 1015 867 M. unterstützt.
Im I. 1895 bestanden 4092 Gcmeindekranken-
versicherungskassen, 52 Orts-, 497 Betriebs-, 9 Bau-
und 11 Innungskrankenkassen, 10 eingeschriebene
und 10 landesrcchtliche Hilfskassen mit einer Ge-
samtmitgliedcrzahlvon 645821 Personen. Die Ein-
nahmen betrugen 10176 922 M., die Ausgaben
9354804 M. 'Ausschließlich für B. gebildete Be-
rufsgenossenschaften und Ausführungsbehörden der
gewerblichen Unfallversicherung bestanden 7, näm-
lich die Baugewerbs- und die Holzindustric-Berufs-
genossenschaft, die Versicherungsanstalt der Bau-
gewerbs-Verufsgenossenschaft, die Gcncraldirektion
der königl. Staatseisenbahnen, die Direktion der
königl. Posten und Telegraphen, die Intendantur
des I. Armeekorps und die des II. Armeekorps. Die
Zahl der entschädigten Verletzten betrug an Bestand
aus den Vorjahren 4936 und an neuem Zugang
1622 mit einem Gesamtbetrag der Ausgaben von
1810392 M. An Vernfsgenosscnschaftcn für land-
nnd forstwirtschaftliche Unfallversicherung bestanden
in jedem der acht Regierungsbezirke je eine Verufs-
genossenschaft für landwirtschaftliche Unfallversiche-
rung und eine Ausführungsbchörde der königl.
Staatsforstverwaltung (38 557 versicherte Personen,
419 entschädigte Verletzte und 56171 M. Gesamt-
ausgaben). Von den 8 Versicherungsanstalten der
Invaliditäts- und Altersversicherung (in jedem
der acht Regierungsbezirke ist eine Versicherungs-
anstalt gebildet) wurden 1. Jan. 1894 gezahlt an
Personen mit Altersrenten (19 951) ein Jahres-
detrag von 1403 941M. und an solche mit Invaliden-
renten (7227) einJahresbetrag von 433949 M. Der
Kapitalwert der Nentenanteile der sämtlichen Ver-
sicherungsanstalten belief sich auf 11580 599 M.
Heerwesen. Die Etatsstärke des bavr. Heers für
das Etatsjahr 1896/97 beträgt: 2557 Offiziere, 8840 !
Unteroffiziere (138 Zahlmeisteraspiranten, 651 Spiel- !
leute, 218 Lazarettgehilfen, 7833 sonstige Unter- ^
offiziere), 54246 Gemeine (1818 Spielleute, 219
Unterlazarettgehilfen, 843 Okonomiehandwerkcr, !
51366 Kapitulanten, sonstige Gefreite und Gemeine),
247 Militärärzte, 124 Zahlmeister und Werkstätten-
vorsteher, 60 Nohärzte, 121 Büchsenmacher, lOSatt-
- ler; 10128 Dicnstpferde.
Die Ergebnisse der Musterung vom 1.1894 sind:
von 60693 Militärpflichtigen wurden 32 632 (55,5
Proz.) tauglich und 26016 im allgemeinen untaug-
lich befunden. B. besitzt noch eine Militärschieh-
schule in Augsburg, eine Militärtelegraphcnschule
in München, eine Luftfchisferabteilung in München,
eine Equitationsanstalt in München, eine Geschütz-
gießerei in Ingolstadt, eine Gewehrfabrik in Amberg,
eine Oberfeuerwcrkerschule in München, eine Ar-
beiterabteilung in Ingolstadt, eine Artillcnewcrk-
stätte und ein Meldcreiterdetachcment. Seit neuerer
Zeit ist bei den Iägerbataillonen der Tschako als
Kopfbedeckung eingeführt.
Geistige Kultur. Unterrichtswesen. B. be-
sitzt 3 Universitäten (München, Würzburg, Erlan-
gen, s. diese Artikel) mit 435 Lehrkräften und (Sommer
1894) 6262 Studierenden, 7 Lyceen für das philos.
und kath.-theol. Studium (Freising, Passau, Re-
gensburg, Bamberg, Eichstätt, Augsburg und Dil-
lingen) mit 739 Schülern, eine technische Hochschule
in München, eine Akademie der bildenden Künste
(München), eine Forstlehranstalt (Aschaffenburg),
eine tierärztliche Hochschule (München), eine Aka-
demie der Tonkunst (München); ferner (1893/94)
37 bumanistische Gymnasien und 49 isolierte Latein-
schulen, ein Kadettenkorps mit 24 Lehrkräften und
210 Schülern, 4 Realgymnasien mit 66 Lehrern und
551 Schülern, 58 Realschulen mit 929 Lehrern und
13 289 Schülern, 3 Industrieschulen und 5 Vau-
gewcrkenschulen mit 153 Lehrern und 2300 Schülern.
2 Kunstgewerbeschulen mit 44 Lehrkräften (2 davon
weibliche) und 417 Schülern (Schülerinnen), 8 Han-
delsschulen mit 110 Lehrern und 1234 Schülern,
44 Präparandcn(-innen)-Schulen mit 235 Lehrkräf-
ten und 1994 Schülerinnen), 22 Lehrer- und Lehrc-
rinnenscminarien mit 203 Lehrkräften und 1240Schü-
ler(-innen), ein Unterrichtskurs für Taubstummen-
und Spracbkrankenlehrer in München, eine Central-
turnlcbrerbildungsanstalt (München) mit 343 Schü-
lern (152 weibliche), 13 Musikschulen mit 603Schülern,
738 Schülerinnen und 557 Hospitanten, eine Akade-
mie für Landwirtschaft und Brauerei (Wcihcnstephan:
bis 1895 landwirtschaftliche Centralschule genannt)
und eine königl. landwirtschaftlickcSchule(Lichtenhof)
mit je einer Vrauerschule und 4 Kreisackerbauschulen
mit (einschließlich der vorgenannten Schulen) 67 Leh-
rern und 332 Schülern; 132 höhere Töchterschulen
mit 611 Lehrern, 1088 Lehrerinnen, 13 737 Schü-
lerinnen und 251 Hospitantinnen; 36Frauenarbeits-
schulen und 6 Arbeitslehrerinnenseminare mit zu-
sammen 30 Lehrern, 142 Lehrerinnen und 3272 Schü-
lerinnen. Fachschulen, welche nicht unter die Fort-
bildungsschulen fallen (wie Zeichen-, Sing- und
Geigenbauschulen, Töpferschule, Vaumwärterkurs,
mcchan. Lehrwerkstätte, Weberschule, Bezirksobst-
und Weinbauschule, höhere Kunstschule; Mal-,
Architektur- und Vrauerschulen, Kindergärtnerinnen-
seminare, Hufbeschlaglehranstaltcn, Haushaltungs-
schulen u. dgl.), bestehen 45 mit 113 Lehrkräften und
2682 Schülern, dann sonstige Privatlehrinstitute 3
mit 20 Lehrern und 133 Schülern. Die Volksschu-
len zerfallen in Werktags- und Feiertagsschulen.'
1893/94 bestanden Werktagsschulen 7253 (darunter
50 private) mit 24252 Lehrkräften (17 953 männ-
liche, 6299 weibliche) und 819565 Schulkindern
(402 082 männliche, 417 483 weibliche); am Sitze
jeder Werktagsschule ist auch eine Feiertagsschule
(297 245 Schüler, 131434 männliche und 165811
weibliche); an Fortbildungsschulen bestanden 257