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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Berlin (Rud.) - Berliner Handels-Gesellschaft
1894); Borrmann, Die Bau- und Kunstdenkmäler von B. (ebd. 1893); Lassar, Das künstlerische B. (ebd.1893); Das medizinische B. (2. Aufl., ebd. 1894); Baedeker, B. und Umgebungen (9. Aufl., Lpz. 1896); Fontanes Führer durch die Umgegend von B. (5 Hefte, Berl. 1893-95); Geiger, B. 1088-1840. Geschichte des geistigen Lebens der preuß. Hauptstadt (ebd. 1893 fg.); Statist. Jahrbuch der Stadt B. (20. Jahrg., ebd. 1896); Verwaltungsberichte des Magistrats; Handelskammerbericht (ebd. 1895); Die Wohlfahrtseinrichtungen B.s (ebd. 1896); Böckh, Die Bevölkerungs- und Wohnungsaufnahme vom 1. Dez. 1890 in der Stadt B. (ebd. 1896).
*Berlin, Rud., starb 12. Sept. 1897 in Linththal in der Schweiz.
*Berlin-Anhaltische Eisenbahn. Mit Ausnahme der seit 1. April 1895 der Eisenbahndirektion Berlin unterstellten Vorortstrecke Berlin-Groß-Lichterfelde wurde die B. E. mit demselben Tage der neuen Eisenbahndirektion Halle a. S. überwiesen.
*Berlin-Dresdener Eisenbahn. Die Preußen verbliebene Strecke Berlin-Elsterwerda ist, mit Ausnahme der der Eisenbahndirektion Berlin unterstellten Vorortstrecke Berlin-Zossen, seit 1. April 1895 der Eisenbahndirektion Halle a. S. zugeteilt, von der auch die zur Berlin-Anhaltischen Eisenbahn gehörende andere Verbindung zwischen Berlin und Dresden (mit Ausnahme der zum Eisenbahndirektionsbezirk Berlin gehörenden Vorortstrecke Berlin-Groß-Lichterfelde-Süd), soweit sie in Preußen liegt, verwaltet wird.
Berliner Gewerbeausstellung 1896. Die B. G. wurde 1. Mai 1896 in dem 917000 qm großen, im Osten Berlins unmittelbar an der Spree gelegenen Treptower Park eröffnet und dauerte bis zum 15. Okt. Es war ursprünglich eine Weltausstellung geplant, doch kam dieser Gedanke wegen der ablehnenden Haltung der Behörden nicht zur Ausführung, und auch die Idee einer allgemeinen deutschen Industrieausstellung scheiterte an der Abneigung der übrigen Industriestaaten und -Städte. Als die eigentlichen Veranstalter der B. G. sind anzusehen ein Verein, der sich aus den Leitern, Gruppenvorstehern und Ausstellern der B. G. von 1879 unter Leitung des Kommerzienrats Kühnemann gebildet hatte, und der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller, an dessen Spitze der Geh. Kommerzienrat Goldberger stand. Diese beiden Herren bildeten zusammen mit dem Baumeister und Landtagsabgeordneten Misch den Arbeitsausschuß: der geschäftsführende Ausschuß umfaßte 17, der Gesamtvorstand mehr als 100 Mitglieder, die alle einzelnen Interessenkreise der Ausstellung vertraten. Das Protektorat über die B. G. führte der Prinz Friedrich Leopold, das Ehrenpräsidium übernahm der frühere preuß. Handelsminister Freiherr von Berlepsch. Die B. G. zerfiel in 23 Gruppen: Textilindustrie, Bekleidungsindustrie, Bau- und Ingenieurwesen, Holzindustrie, Porzellan-, Chamotte- und Glasindustrie, Kurz- und Galanteriewaren, Metallindustrie, graphische und dekorative Künste, chem. Industrie, Nahrungs- und Genußmittel, wissenschaftliche Instrumente, Musikinstrumente, Maschinen- und Schiffbau und Transportwesen, Elektrotechnik, Leder- und Kautschukindustrie, Papierindustrie, Photographie, Gesundheitspflege und Wohlfahrtseinrichtungen, Unterricht und Erziehung, Fischerei, Sport, Gartenbau und endlich die deutsche Kolonialausstellung.
Das Ausstellungsgelände, das von einer elektrischen Rundbahn umschlossen wurde, erhielt einen besondern Reiz durch die Vereinigung von anmutigen Parkanlagen mit weiten Wasserflächen. Unter den zahlreichen Gebäuden sind namentlich zu erwähnen das von dem Architekten Bruno Schmitz entworfene, von einer Kuppel und zwei mit Aluminium gedeckten Türmen geschmückte Hauptausstellungsgebäude, das eine Grundfläche von 56000 qm bedeckte und dessen Hauptfront sich in einem halbrunden Arkadenbau nach Osten zu öffnete. Dahinter lagen die eigentlichen Ausstellungshallen, in denen 14 Gruppen Platz gefunden hatten. Ihm gegenüber am andern Ende eines Sees lag das ebenfalls von Bruno Schmitz erbaute Hauptrestaurant mit dem mächtigen, über 60 m hohen Wasserturm. Der zweitgrößte Bau der B. G. war das von Karl Hoffacker errichtete Fischereigebäude, in dem auch die Gruppen Sport und Nahrungsmittel untergebracht waren, sodann sind zu nennen: das Gebäude für Chemie, Optik, Mechanik und Photographie, in dessen großem Hörsaal täglich wissenschaftliche Vorträge stattfanden, das Gebäude für Unterrichtswesen und Wohlfahrtseinrichtungen und das Gasindustriegebäude. Die Stadtgemeinde Berlin stellte in einem besondern Gebäude aus. Im Park verstreut lagen zahlreiche Pavillons einzelner Firmen, so daß die Gesamtzahl der auf dem Ausstellungsterrain errichteten Einzelbauten 200 überstieg. Verbunden waren außerdem mit der Ausstellung eine Nachbildung des alten Berlins zur Zeit des Großen Kurfürsten mit einem Theater, das jedoch bald seine Vorstellungen einstellte, die von etwa 500 Ägyptern bevölkerte Sonderausstellung Kairo mit der Nachbildung einer Pyramide, eines altägypt. Tempels, Moscheen, einer Arena u. a. und ein Vergnügungspark, in dem sich eine Stufenbahn (s. d., Bd. 15) und eine Turmbahn befanden. Erwähnt seien noch das von Rummelspacher gemalte Alpenpanorama, ein Schiff des Norddeutschen Lloyd und das Archenholdsche Riesenfernrohr. Die "Offiziellen Ausstellungsnachrichten" wurden täglich in einem Pavillon des "Berliner Lokalanzeigers" gedruckt.
Der Voranschlag ergab an Ausgaben etwa 6 1/2 Mill. M.; davon kamen auf die
Gebäude 2802000 M.
Park- und Wegeanlagen }
} 1195000
Be- und Entwässerung }
Elektrische Beleuchtung und Kraft 750000
Subventionierungen 510000
Personal, Uniformen, Möbel 400000
Propaganda 350000
Versicherungen 80000
Allgemeines 300000
In den vorstehenden Ziffern sind jedoch nur die Kosten der offiziellen Anlagen erhalten. Die in den Privatunternehmungen angelegten Beträge waren auf Grund der Feuerversicherungsabschätzungen auf weitere 10 Mill. zu beziffern.
Der Wert der ausgestellten Gegenstände belief sich auf mehr als 20 Mill. M. Bis Ende September war die Ausstellung von rund 6 1/2 Mill. Personen besucht. Der finanzielle Abschluß, der endgültig (Jan. 1897) noch nicht erfolgt ist, wird voraussichtlich ein beträchtliches Deficit ergeben.
Vgl. Amtlicher Führer der B. G. (Berl. 1896): Prachtalbum der B. G., hg. von P. Lindenberg (ebd. 1896); Offizieller Katalog, hg. von Rud. Mosse.
*Berliner Handels-Gesellschaft. Laut Beschluß der Generalversammlung vom 26. März 1896 wurde das Kommanditkapital um 15. Mill. M.