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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bibliographisches Institut - Bibliothek
Hauptsachen der gesamten wissenschaftlichen Welt-
litteratur aufgeführt werden. Für Schweden bietet
ähnliches der "8v6riF68 0n"ent1i^3.Lid1i0tIio1i(8t0c^-
ti0ini, Ilpsala, I^unä, (^tedor^) ^.cc633i0N3^atHi0F
utZ. al icZI. Lidliotiieicet ßenom ^V. D^i^ren"
(Bd. 1-10, enthaltend 1886-95; Stockh. 1887-
96). - Für Ost erreich erschien ein "Österr. Kata-
log" Wien 1861-71, später als Beilage der "Österr.
Buchhandlerkorrcspondenz"), der aber 1888 einging;
für Frankreich besteht eine auch die nichtfranz. Er-
scheinungen berücksichtigende Zeitschrift in dem "?o-
i^didliOQ. Ü6VU6 I)id1i0F1'3^Iii^U6 Ulliv61'36ii6"
(Paris, seit 1868); für Amerika: "'Hie annulli^me-
ric^n (^talo^ue" (Neuyorkseit 1888). - Eine "Zeit-
schrift für hebräische V.", hg. von H. Vrody, er-
scheint seit 1896 in Berlin. Noch sind zu erwähnen
die Zusammenstellungen der von einzelnen Ver-
fassern geschriebenen oder von einzelnen Verlegern
oder Druckern veröffentlichten Schriften. Sind diese
inhaltlich von besonderm Interesse oder schwierig
zu ermitteln und geht die V. auf die nähern Um-
stände des Entstehens und des Drucks der einzelnen
Schriften ein, so ist sie eine wichtige Ergänzung der
Biographie, der Drucker- und Litteraturgeschichte.
Eine wichtige Probe solcher B. sind Zarnckes Gra-
phische Tafeln zur Statistik des deutschen Buchhan-
dels 1564-1765, nebst Erläuterungen (in Fr. Kapps
"Geschichte des deutschen Buchhandels", Bd. 1, Lpz.
1886, S. 786 sg.). In neuester Zeit wird die V.
mehrfach so behandelt; vgl. z. V. I. P. A. Madden,
"I^ttr68 ä'uQ llidlio^raplie" (6 Serien, Par. 1868
-86); "1liiii8Äcti0N3 ol t1i6 VidliOFi'. societ)'"
(Lond. 1893 fg.); "Lidlioßi'gMca", Bd. 1-3 (ebd.
1895 fg.); in Deutschland verschiedene Arbeiten von
Herm. Varnhagen, K. Schorbach u. a.
Bibliographisches Institut, internatio-
nales, s. Internationales Bibliographisches In-
stitut.
* Bibliothek. Gegenwärtig ist das Bibliotheks-
wesen allerorts, auch in Deutschland, in reger Ent-
wicklung begriffen. Die vom Britischen Mufeum in
England ausgegangene Bewegung auf größte Nutz-
barmachung der Bücherschätze, auf weiteste Verbrei-
tung und Popularisierung der Kenntnisse und des
Wissens durch V. hat uach und nach die andern
Länder, am lebhaftesten bis jetzt die Vereinigten
Staaten Amerikas, ergriffen. Die gelehrten B. för-
dern durch Erleichterung der Benutzung, Verlänge-
rung der Öffnungszeiten, Bau geräumiger Lesesä'le,
Anlage zweckmäßiger Kataloge diese Bewegung,
der besonders auch die Gründung zahlreicher?ud1ic
1idr^ri68 in England und Amerika dient. In
Deutschland machen sich ähnliche Bestrebungen gel-
tendes. Volksbibliotheken). - Neuerdings sind auch
die internationalen Beziehungen der V. engere ge-
worden durch einen regern Schriftenaustaufch und
direkte Verleihung von Handschriften und Büchern;
über die Möglichkeit und Wünschbarkeit weitcrn
Vorgehens in dieser Richtung handelt K. Dziatzko
im "Centralblatt für V.", Bd. 10 (1893), S. 457 fg.
(S.auch Internationales Bibliographisches Institut.)
Eine kurze Übersicht über alle größern V. der Welt
bietet P. E. Nichters "Verzeichnis der V. mit gegen
50 000 und mehr Bänden. I. Deutschland, Österreich-
Ungarn, Schweiz, England, Nordamerika. II. Bel-
gien, Frankreich, Griechenland, Holland, Italien,
Portugal, Rumänien, Rußland, Serbien, Skandi-
navien, Spanien, Afrika, Asien, Australien, Mexiko,
Süd- und Mittelamerika" (2 Bde., Lpz. 1890-92).
Einen sehr eingehenden Bericht über die wissenschaft-
lichen V. Deutschlands giebt das auf Grund amt-
lichen Materials von P. Schwenke in musterhafter
Weife ausgearbeitete "Adreßbuch der deutschen B."
(Lpz. 1893). Daneben vgl. man Dziatzko, "Ent-
wicklung und gegenwärtiger Stand der wissenschaft-
lichen B.Deutfchlands" (Lpz. 1893). Für die Schweiz
ist zu nennen: E. Heitz, "Die öffentlichen B. der
Schweiz im I. 1868" (Vaf. 1872), für Belgien:
P. Namur, "UiZwire äe3 didliot1i6(iu68 i)ud1i(iu68
ä6 1a Lel^ue" (3 Bde., Vrüss. 1840-42), für
Italien: Moti^ie 8toricli6) didlioFi'lriicke 6 Ltatis-
ticke Lulle didlioteclie ^overnative clei re^no
ä'IWIia" (Rom 1893), und O. PuyM, "1.6 didlio-
lecke ä'I^ÜH" (Mail. 1894), für Nordamerika:
WestonFlint, "8wti8tic8 ok pudlic 1idrari68 in tke
Uniteä 8wt68 anä (^n^äa" (Wafhingt. 1893),
William I.Fletcher, "?nl)1ic 1idraii68 in America"
(Lond. 1894). - Die Geschichte der V. im Mittel-
alter und in der Renaissance behandelt I. W. Clark,
"I^idi'Hi'ie8 in tko moäiNval and r6NlU88llnc6 pe-
ri0ä8" (Cambr. 1894); C. I. und M. A. Elton,
"liie Fi-eat dook-coliectoi^" (Lond. 1893); G. H.
Putnam, "V00l!8 llnä tkeir inakerg äui'in^ tke
miääle aF63" (ebd. 1896).
Die größten B. im Deutschen Reich weisen
1896 folgenden Bestand auf: Berlin (Königliche B.)
950000 Bände, 24000 Handschristen (jährlicher
Zuwachs 30000 Bände), München (Hof- und
Staatsbibliothek) 950000 Bände, 40000 Hand-
schriften (jährlicher Zuwachs 13000 Bände), Straß-
burg 670000 Bände, 3800 Handschriften (jähr-
licher Zuwachs 14000 Bände), Hamburg (Stadt-
bibliothek) 520000 Bände, 4000 Handfchriften (jähr-
licher Zuwachs 4700 Baude), Göttingen 475000
Bände, 5200 Handschriften (jährlicher Zuwachs 7000
Bände), Leipzig (Universitätsbibliothek) 470000
Bände, 4100 Handschriften (jährlicher Zuwachs 5800
Bünde), Dresden 430 000Vände,6000Handschriften
(jährlicherZuwachs4000Vände), Heidelberg 430000
Bände, 3300 Handschriften (jährlicher Zuwachs 6300
Bände), München (Universitätsbibliothek) 386000
Bünde, 2000 Handfchriften (jährlicher Zuwachs 3000
Bände), Würzburg 330000 Bände, 1500 Hand-
schriften (jährlicher Zuwachs 2600 Bände), Brcslcm
330000 Bände, 3700 Handschriften (jährlicher Zu-
wachs 6300 Bünde), Stuttgart 330000 Bände, 3800
Handschriften (jährlicher Zuwachs 5600 Bände),
Darmstadt 315 000 Bände, 3300 Handschriften
(jährlicher Zuwachs 3000 Bände), Tübingen 315 000
Bände, 3500 Handfchriften (jährlicher Zuwachs
6000 Bände), Vamberg 310000 Bände, 4100
Handschriften (jährlicher Zuwachs 1500 Bände),
Wolfenbüttel 300000 Bände, 8000 Handschriften,
Freiburg i. Vr. 270000 Bände, 600 Handschriften
(jährlicher Zuwachs 4000 Bände), Gießen 265000
Bände, 1400 Handfchriften (jährlicher Zuwachs
3600 Bände), Bonn 245 000 Bände, 1200 Hand-
schriften (jährlicher Zuwachs 5500 Bände), Königs-
berg i. Pr. 240000 Bände, 1100 Handschriften
(jährlicher Zuwachs 5600 Bände), Weimar 230000
Bände, 2000 Handschriften (jährlicher Zuwachs
1000 Bände), Jena 220000 Bände, 900 Hand-
fchriften (jährlicher Zuwachs 2300 Bände), Gotha
210000 Bände, 7000 Handschriften (jährlicher Zu-
wachs 2100 Baude), Augsburg 200000 Bände,
2000 Handschriften (jährlicher Zuwachs 450 Bände).
Indes sind nur die Bestände der preuß. Staats-
bibliotheken und einzelne andere nach einheitlichem