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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bruckner - Brunndöbra
Bei der Aufstellung von B. haben in letzter Zeit eigenartige Verfahren Anwendung gefunden. So wurde eine große Gerüstbrücke (Trestlework) in Holzbau, der Elkhornthal-Eisenbahnviadukt in Nordamerika, unter Verwendung vorher über das Thal gespannter Drahtseile montiert (s. umstehende Fig. 4). Eine eiserne Gerüstbrücke, der Panther-Creek-Viadukt, wurde mittels eines auf dem bereits fertig gestellten Viaduktteil stehenden, weitausladenden fahrbaren Krans errichtet, welcher zur Aufstellung der Pfeiler und Auflagerung der Eisenträger benutzt und dann allmählich vorgeschoben wurde. In diesem ^alle sind die Abmessungen ungewöhnlich groß. Schließlich sucht man vielfach bei der Aufstellung großer Brückenträger die.Herstellung fester Gerüste darunter ganz zu vermeiden, wie dies schon beim Ball der Mississippibrücke in St. Lonis und der Forthbrücke durchgeführt worden ist. Bei Aufstellung der Carolabrücke in Dresden ist die Aufstellungsart der Mississippibrücke auf Holz übertragen worden. Hier sind die eisernen Bogen ohne jede Unterstützung von unten her aufgestellt worden und zwar durch Aufhängung von Howeschen Holzträgern.
*Bruckner, Anton, starb 11. Okt. 1896 in Wien.
*Brückner, Alexander, Geschichtschreiber, starb im Nov. 1896 in Jena.
*Brückner, Benno Bruno, legte 1892 seine Ämter als Generalsuperintendent und Vicepräsident des Oberkirchenrates nieder. Er veröffentlichte noch: "Predigten in der St. Nikolaikirche in Berlin" (Berl. 1894).
*Brüdergemeine, evangelische. Nachdem seit 1857 die früher einheitliche Unität sich in drei koordinierte Provinzen, die deutsche, britische und amerikanische, gegliedert hat, ist damit ihre Verfassung wesentlich umgestaltet. Jede Provinz hat ihre eigene Provinzialsynode und ihre von dieser gewählte Provinzialältestenkonferenz. Die Unitätsältestenkonferenz schließt die deutsche Provinzialältestenkonferenz, seit 1894 deutsche Unitätsdirektion, und das Missionsdepartement als zwei koordinierte Teile in sich. Höchste Instanz für alle drei Provinzen ist die Generalsynode. Dadurch ist sowohl die Einheit des Ganzen als auch die geschichtlich überwiegende Bedeutung der deutschen Provinz gewahrt. Eine weitere Entwicklung der Verfassung, zunächst innerhalb Deutschlands, hat sich durch die Synoden von 1893 und 1894 vollzogen. Die deutsche Provinz nennt sich seitdem deutsche Unität, und ihre von der deutschen Synode gewählte Behörde deutsche Unitätsdirektion; die letztere gliedert sich in zwei Abteilungen: Kirchen- und Schulabteilung und Finanzabteilung. Zugleich sind die Besitzverhältnisse der Unität geordnet worden, und durch Verordnung der königlich sächs. Regierung vom 30. April 1895 hat die deutsche Unität, vertreten durch die deutsche Unitätsdirektion, für das Königreich Sachsen Korporationsrechte erhalten. Die Verfassung der einzelnen Gemeinen ist seit 1894 umgestaltet. Jede Gemeine steht unter einem Ältestenrat. Dieser besteht einesteils aus amtlichen Mitgliedern (dem Prediger, der als oberster Leiter der Gemeine den Vorsitz führt, und etlichen von der Unitätsdirektion ernannten Gemeinbeamten), andernteils aus Ältesten, die von der Gemeine gewählt werden. Die Zahl der letztern überwiegt. Dieser Ältestenrat leitet alle äußern und innern Angelegenheiten der Gemeine und vertritt dieselbe in vermögensrechtlicher Beziehung, ist aber der Unitätsdirektion verantwortlich.
Die Gesamtzahl der Gemeinemitglieder beträgt (1895) 34600, in Europa allein 14600; davon entfallen auf die deutsche Provinz 8900. Missionen befinden sich in Australien noch in Nordqueensland (seit 1891), in Deutsch-Ostafrika (Njassa) seit 1891, im ganzen in 21 Provinzen. Es wurden Mitte 1895 gezählt: 130 Stationen, 175 Missionare, 1165 eingeborene Gehilfen, zu denen etwa 780 Frauen als Helferinnen kommen, 250 Schulen, etwa 87500 getaufte Heiden (im ganzen gegen 93700 Eingeborene in Pflege der Missionare). Die Gemeine besitzt seit 1869 in Niesky und seit 1892 in Königsfeld eine Missionsschule zur Ausbildung der Missionare und sendet jährlich etwa 15 bis 20 neue Missionare aus. Sie giebt ein "Missionsblatt" (60. Jahrgang 1896) heraus, das in Monatsheften erscheint und in welchem sie nur über ihre eigene Missionsarbeit berichtet, außerdem noch "Mitteilungen aus der B.", mit vielen Missionsberichten (vgl. auch Missionsatlas der B. 16 Karten mit Text, Herrnhut 1895). - Vgl. noch: Das Missionswerk der evangelischen B. (Gnadau 1881); Schultze, Die Missionsfelder der erneuerten Brüderkirche (ebd. 1890); Kirchenordnung der evang. Brüderunität in Deutschland vom J. 1894 (ebd.).
*Brüel, Ludw. Aug., wurde 1893 nicht wieder in den Reichstag gewählt. Er starb 29. Febr. 1896 in Berlin.
Brügge-Seekanal, eine direkte für Seeschiffe bis 6000 Registertons fahrbare Kanalverbindung von Brügge bis Heyst (12 km), wurde 1895 von der belg. Deputiertenkammer bewilligt und sofort in Angriff genommen. In Brügge sollen Docks, Werften und Warenhäuser errichtet, Heyst soll zum Vorhafen ausgebaut werden, zu welchem Zweck ein 3,3 km langer Wellenbrecher begonnen wurde. Die Kosten wurden auf 39 Mill. Frs. veranschlagt, wovon der Staat 27 Mill., Brügge 5 Mill. und den Rest von 7 Mill. eine Gesellschaft zu zahlen hat, der für 75 Jahre die Kontrolle über Hafen, Kanal und Docks zusteht.
*Brugsch, Heinr. Karl, starb 9. Sept. 1894 in Charlottenburg, nachdem er noch veröffentlicht hatte: "Die sieben Jahre der Hungersnot nach dem Wortlaut einer altägypt. Felseninschrift" (Lpz. 1891), "Aus dem Morgenlande. Altes und Neues" (mit einem Lebensbild des Verfassers von Pietsch, ebd. 1893), und die Selbstbiographie "Mein Leben und Wandern" (Berl. 1894).
*Brühl, Adelsgeschlecht. Graf Friedrich von B. (geb. 26. Dez. 1819) starb 5. April 1893 zu Pforten im Kreis Sorau. Ihm folgte als Besitzer der Majoratsherrschaften Pforten und Forsta sein Sohn GrafFriedrich Franz von B., geb.8.Aug. 1848, erbliches Mitglied des preuß. Herrenhauses.
*Brunetière, Ferdinand, wurde 1893 zum Mitglied der Französischen Akademie gewählt und zum Leiter der "Revue des Deux Mondes" berufen.
*Brunn, Heinr., starb 23. Juli 1894 zu Schliersee.
*Brünn. Die Bezirkshauptmannschaft B. (Umgebung) besteht seit der 1. Nov. 1896 erfolgten Abtrennung des Gerichtsbezirks Tischnowitz und Erhebung desselben zur Bezirkshauptmannschaft aus den Gerichtsbezirken B. (Umgebung) und Eibenschitz und hat 791,67 qkm und (1890) 114165 (54233 männl., 59932 weibl.) meist czech. E. (11124 Deutsche).
Brunndöbra, Dorf in der Amtshauptmannschaft Auerbach der sächs. Kreishauptmannschaft