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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Cavelier - Centralgenossenschaft
*Cavelier, Pierre Jules, starb 29. Jan. 1694
zu Paris.
Eederström(spr.se-),Thure,Freiherrvon,schwed.
Genremaler, geb. 25. Juni 1813, war anfangs Offizier
und widmete sich erst der Kunst, nachdem er 1871 die
militär. Laufbahn aufgegeben hatte. Er wurde aus-
gebildet unter Zugo Salmson in Paris, Baur in
Düsseldorf und in Weimar. Jetzt lebt er seit vielen
Jahren in München. Seine kleinen Bilder, die zu-
meist ihre Motive dem Mönchsleben entnehmen,
zeichnen sich durch köstlichen Humor und eine feine,
glatte Ausführung aus. Er ist im Nationalmuseum
zu Stockholm durch das Bild Lesende Dominikaner
(1885) vertreten. Von andern seiner Bilder sind
zu nennen: Ein frommes Lied, Ein lustiges Lied,
Quartett, Konzert im Kloster, Schlimme Gäste, Ta-
gesneuigkeiten.
*Celebes. Die Untersuchungen von P. und
F. Earasin ergaben 1895 die genaue Lage zweier
bisher nur dem Namen nach bekannter Seen auf der
südöstl. Halbinsel. Der Matanasee ist 480 m tief
und etwa 20 km lang, 5 kin breit. Der Towutisee
ist 120 m tief. Als.Hauptgipfel gilt jetzt der Lompo
Battang auf der Südspitze der südwestl. Halbinsel
mit 3070 in Höhe.
*Celle, ist Sitz der Landschaft und Ritterschaft
des Fürstentnms Lüneburg und eines Bezirkskom-
mandos und hat (1895) 19438 (10227 männl., 9211
weibl.) E., darunter 1310 Katholiken und 117 Is-
raeliten. Es besteht ein Gewerbegericht und neben
der Handelsschule eine gewerbliche Fortbildungs-
schule. Das Realgymnasium wird in eine Realschule
umgewandelt. Die Industrie erstreckt sich ferner auf
die Bereitung von Leder und Lederwaren, Stubl-
fabrikation und Holzschnitzereien; neuerdings ist eine
große Zwiebackfabrik errichtet.
Eelliten, Mönchsorden, s. Alerianer.
Eello't'dinpapier, auch Kollodiumpapier
genannt, ein photogr. Kopierpapier, dessen licht-
empsindliche Oberfläche aus in einer Pyrorylinsckickt
fein verteiltem Chlorsilber und falpeterfaurem Sil-
ber besteht. Von den verschiedenen Kopierpapier-
sorten ist das C. eines der gebräuchlichsten. Es giebt
C. mit glänzender und mit matter Oberfläche, letz-
tere sind verhältnismäßig sehr wenig im Gebrauch.
Die Celloidinpapierindustrie hat ihren Hauptsitz in
Deutschland, England und den Vereinigten Staa-
ten Nordamerikas; die bedeutendsten Fabriken des
Kontinents sind: Fabrik photogr. Papiere auf
Aktien, vormals Di-. A. Kurz, Wernigerode a. H.;
Vereinigte Fabriken photogr. Papiere, Dresden. -
Vgl. Hanneke, Das C., seine Herstellung und Ver-
arbeitung (Berl. 1897).
* Celluloid. Eine besondere Bedeutung hat das
C. neuerdings im Dienste der Technik erlangt. Für
reisende Photographen sind Trockenplatten aus C.,
die in wasserbellcr Beschaffenheit bergestcllt werden,
ibrer Leichtigkeit und Unzerbrechlichkeit wegen un-
entbehrlich geworden, und die Elektrotechnik bedient
sich des Stoffes wegen der gleichen Eigenschaften und
großer Säurebeständigkeit in bedeutendem Umfange
als Isoliermaterial und zur Herstellung transpor-
tabler Accumulatorengefäße. Da (5. nicht hygrosko-
pisch ist, so findet es vielfach auch bei der Fabrika-
tion von Wassermessern u. dgl. an Stelle von Me-
tallen Verwendung, vor welchen der Stoff den Vor-
zug besitzt, nicht durch Oxydationen angegriffen zu
werden. Ohne erheblichen Erfolg sind dagegen dic
zahlreichen, seit langer Zeit immer wieder unter-
nommenen Versuche geblieben, Celluloidspiegel
herzustellen und in den Verkehr zu bringen. Trotz
ihrer Unzerbrecblichkeit haben diese Spiegel nur eine
kurze Gebrauchsdaucr, da dem Material die Härte
mangelt, welche der spiegelnden Oberfläche eine ge-
nügende Widerstandsfähigkeit gegen äußere Beschädi-
^ gungen zu geben geeignet ist. Selbst ein vorsichtiges
! Abwischen hinterläßt in der sehr empfindlichen Polj-
, tur sichtbare und nicht wieder zu beseitigende Spuren,
welche sich bei jeder Reinigung des Spiegels ver-
mehren und den letztern nach kurzem Gebrauch für
seinen Zweck unverwendbar machen.
^ Centralamerika. Die Erkenntnis von den mit
einer Wiedervereinigung der centralamerik. Staatm
verbundenen polit. und wirtschaftlichen Vorteilen
lieh diesen Gedanken immer wieder aufleben, und
zwar gab Salvador von neuem die Anregung dazu.
Eine Konferenz, von der sich allerdings Costa-Rica
fern hielt, trat Anfang 1892 in San Salvador zu-
sammen und einigte sich im Juni über einen Föde-
rativvertrag, der dem des Jahres 1889 fast völlig
entsprach. Da sich jedoch der im März 1892 in
Guatemala zur Regierung gekommene Präsident
Barrios weigerte, den Entwurf dem Kongreß seines
Landes vorzulegen, scheiterte der Plan auch diesmal,
und ebenso fruchtlos verliefen ueue Konferenzen, die
im April 1895 in Guatemala stattfanden. Dagegen
kam man bald darauf dem Ziel ein gutes Stück
näher, indem sich im Juli 1895 zunächst Nicaragua,
Honduras und Salvador in einem Präliminarver-
trage, der noch der Bestätigung der Kongresse be-
darf, zu einer Republica Mayor de Centro-
Amcrica vereinigten. Für die auswärtigen An-
gelegenbeiten wie für die Beziehungen der Mitglie-
der des Bundes untereinander soll ein Rat eingesetzt
werden, der aus den Ministern des Auswärtigen
und einigen andern Bevollmächtigten besteht; die
innern Angelegenheiten sollen von einem Reichstag
beraten werden, der aus auf drei Jahre gewählten
Abgeordneten besteht und abwechselnd in den ver-
schiedenen Hauptstädten tagt. Auch die beiden an-
dern ccntralamerik. Republiken, Guatemala und
Costa-Rica, traten im Lauf des 1.1897 noch bei.
Centralämter, internationale, s. Inter-
nationale Bureaus.
Centralasiatische Eisenbahn, zur Erschlie
ßung des centralasiat. Gebietes von Rußland an-
gestrebte Babnverbindung zwischen Taschkent und
Orenburg, welche durch eine Zweigbahn Orsk-Tschel-
jabinsk mit der Sibirischen Bahn verbunden wer-
den soll.
*Centralgenossenschaft. Die neuesten Aus-
weise für 1895 über die beiden bedeutendsten Groß-
bandelsgenossenschaften (^K0i689.l6 8oci6ti68) in
Großbritannien bieten folgende Zahlen:
Manchester
Glasgow
Pfd. St.
Pfd. St.
635 540
169 916
1 085 872
885 450
10 141917
3 449 461
974 899
606 790
30 897
8190
192132
145 092
Aktienkapital.......
Leihkapital.......
Umsatz.........
Eigene Produktion ....
Bezahlte Zinsen.....
Reingewinn.......
Die C. in Manchester besaß 5 Dampfer mit
3313 Tonnen; die Schiffsabteilung hatte aber einen
Verlust von 7772 Pfd. St. (1891: 3559 Pfd. St.).
Sie hat aucb eine besondere Bankabteilung, die
1895 cincn Umsatz in Einnahme und Ausgabe von
35345013 Pfd. St. ausweist.- Vgl. ^6 ^oopsiÄ-
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.