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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fob - Formosa
unreinigt wird, beginnt in demselben eine rasche
Entwicklung von Bakterien, deren Zahl hänfig allein
den Grad der Verunreinigung zrun Ausdruck bringt,
während die chem. Untersuchungsmethoden oft eine
Veränderung des Wassers nicht erkennen lassen.
Diese Bakterien zerlegen die organischen Substanzen
und führen sie in anorganische Verbindungen über.
Dies geschieht dnrch Spaltungs- und Oxydations-
prozesse. Diese Oxydation der organischen Stoffe
wird durch Einwirkung des Lichts begünstigt, wel-
ches gleichzeitig eine übermäßige Wucherung der
Bakterien verhindert. Außer den Bakterien beteili-
gen sich an der Verarbeitung der organischen Stoffe
zunächst chlorophylllofe und weiter abwärts cklor^
phyllhaltige Algen. Dieser Prozeß der Minerali-
sierung der organischen Stoffe geht im Waffer jedoch
bei weitem nicht so rasch vor sich wie im Boden; be-
günstigt wird er durch die Strömung des Flusses,
infolge deren eine Anreicherung des Wassers an
Sauerstoff stattfindet.
Vgl. König, Die Verunreinigung der Gewäfser
u. s. w. (Berl. 1887); Sammlung von Gutachten
über F. in den Arbeiten aus dem taiserl. Gesuno-
heitsamte von Bd. 5 an (ebd.).
I'od, Abkürzung für troo on doarä (engl.), frei
an Bord.
^Forbach, Sitz eines Vezirkskommandos, bat
i1895) ausschließlich der 1893 an Klein-Rösseln
abgetretenen Bevölkerung 786? E. In Garnison
liegt (1897) nnr das Trainbataillon Nr. 16. Das
Progymnasinm ist in der Umwandlung zur Real-
schule begriffen. Die Eisenwerke im benachbarten
Stieringen-Wendel gehen durch Vereinigung mit
den Hauptwerken zu Hayingcn ein, die Firma bant
jedoch neue Steinkoblenschächte ab. - Vgl. Ve^ler,
Geschichte des Schlosses, der Herrschaft und der
Stadt F. (Forbach 1895).
Forbonnais (spr.-näh), Francois Ve'ron de,
franz. Finanzmann, Mitglied des'Instituts, geb.
3. Okt. 1722 zu Le Mans, wurde 1756 General-
inspettor der Münze, 1759 ^i^inier- coinini3 des
Finanzministers Silhouette und zeigte sich auf die-
sem Posten ebenfo redlich als talentvoll. Da er
aber den Plan faßte, mehrere der drückendsten
Stenern durch eine einzige Anflage zu erfetzen,
wurde er heftig angegriffen und auf seine Güter
verbannt. 1790 zog ihn der Finanzausschuß der
Konstituierenden Versammlung bei der Reform des
Münzsyftcms oftmals zu Rate. Er starb 19. Sept.
1800. F.' hauptsächlichste Werke sind: "I^meuts
dll commei^s" (Par. 1754), "1<6cli6rc1i68 ot con-
kiä6rati0U8 8ur 168 ^nances äo I>3>nc6 äepuiZ
1595 .sti8^i'6n 1721" l2Vde., Bas. 1758; 6 Bde.,
Lüttich 1758), "1^incip68 6t od36i-vati0N8 ^couo-
,uiliuL3" (2Bde., Amsterd. 1767), "^nalvss äe8
1)iiucip68 8ui- 1a cii-cuwtioQ ä68 ä6ni-668)) (1800).
- Vgl. Delisle de Sales, Vis litteiaire äe 1''.
(Par. 1801). j^1894 in Kiel.
^Forchhammer, Peter Wilh., starb 9. Jan.
Forchtenau, ungar. ^rllknö, Klein-Gemeinde
im unciar. Komitat Üdcnburg, an der Grenze von
Niederösterreich, hat (1890) 887 E. In der Nabe
das feste Schloß Forchtenstein der fürstl. Esterbäzn-
icbenFamilie, mit reichem Familienfchatz und Waffen-
sammlung. Die Burg bestand schon im I. 1192.
Forclt (spr. forft-), ein Sprengstoff engl. Her-
kunft, der aus Nitroglycerin und gelatinierter Cel-
lulose, Schießbaumwolle und salpetersaurem Kalium
bestehen soll.
*Ford, Sir Franeis Cläre, ist seit Nov. 1893
Botschafter in Rom.
Forenfäleinkommen, s. Toppelbesteuerung.
^ Formaldehyd. F. wird in der Farbentechnik
neuerdings zur Synthese von Anilinfarbstossm be-
nutzt. Er kondensiert sich nur Anilin zuerst zu Di-
amidodiphenvlmethan, das dann durch Oxydation
mit einem weitern Molekül Anilin leicht in Para-
rosanilin übergeführt werden kann. Da man hierbei
das Anilin durch Homologe desselben ersetzen kann,
so ist man in der Lage, auf diefem Wege eine große
Zahl äbnlicher Farbstoffe herzustellen. Auch auf
dem Gebiete der wissenschaftlichen Chemie wird F.
zu mannigfaltigen Synthesen benutzt, seit seine Dar-
stellung fabrikmäßig betrieben wird. Die wässerige
Lösung des F. wird unter dem Namen Formalin
(s. d.) als Antiseptitum benutzt.
Formalm, Formol, Handelsbezeichnungen
für die wässerige Lösung des Formaldebyds, die in
neuerer Zeit als antiseptisches Mittel Verwendung
findet. Namentlich zur Desinfektion von Wohn-
räumen, Möbeln, Kleidern, Verbandstoffen, ärzt-
lichen Instrumenten soll F. vorzügliche Dienste lei-
sten, da es dieselbe bakterientötende Kraft wie Su-
blimat obne dessen Giftigkeit besitzen soll. Als Des-
infektionskammer dient eine gut verschließbare sog.
Formalinkiste, in die außer den zu desinfizieren-
den Gegenständen einige Tafeln F o rm alith (mitF.
geträntte gepreßte Kiefelgurplatten) gebracht werden
und in der sich die Formaldehyddümpfe entwickeln
und alles dnrchdringen können. Auch als Konfer-
vierungsmittel für Nahrungs- und Genußmittel und
zu vielfacher Verwendnng in der Medizin wird F.
Formalith, s. Formalin. sempfohlen.
Formazzathal, im nördlichsten Teil der ital.
Provinz Novara in Piemont, die oberste Thalstufe
der Tosa sital. ^oc6), aus der man über den Griev-
paß l244(> m) ins obere Rbonethal gelangt. Der
oberste Teil entbält das Dorf Bettelmatt (1935 m),
weiter unten Ki'chrbäche und Auf der Fruth. Ab-
wärts steht eine Kapelle (1(i85 m) an einem Ab-
bange, von dem sich die Tosa 26 m breit in drei
Absätzen 200 in tief hinabstürzt, der berühmte Tosa-
fall lital. (^scltta äi I^rntn). Von hier ab heißt
das Thal aueb Pommatthal, nach dem Dorfe
Pommat (ital. Formazza, 589 E.). Dieser Ort zieht
sich lang binab bis zum prächtigen Engpaß von
Foppiano. Von Premia (1092 E.) ab heißt das
Thal Val Antigorio, welches bei Crodo in das Val
d'Osfola (mit Domo d'Offola) übergeht.
Formöl, f. Formalin.
^Formosa (f. die Nebenkarte zur Karte: Japan
und Korea, beim Artikel Japan) hat nach einer
nenen Berechnung Kirchboffs etwa 35000 ^ni.
Größte Stadt ift immernoch Thai-wan,ietztThai-nan
genannt. Doch wächst im Norden Thai-pe, der Sitz
der Regierung, sehr rasch, besonders wenn man noch
die in näckster Nähe gelegenen Städte Tna-ru-tia,
den Hanptthceplatz, und Mang-ka(Vang-ka), den Um-
ladeplatz von kleinern auf größere Schiffe, mit in
Rechnnng ziebt. Sintiam und Tokobam an den bei-
den gleichnamigen Quellflüffen des Tamsuistromes
sind die am weitesten vorgeschobenen Vorposten der
Kultur. Auch Su-ao an der Ostküste nimmt an Be-
> deutung rasch zu. Die Eisenbahn an der Westküste
i ist fetzt bis Tök-tscham fertig. Die Einfuhr betrng
! 1895: 7112589 Yen (15571000 M.), die Ausfuhr
! 10473548 Uen (22832000 M.). Schiffsverkehr in
. den 4 Verträgshäfen 1895: