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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fredericq - Freiburg
2729 E., darunter 130 Katholiken, Post, Telegraph,
evang. Kirche; Porzellanfabrikation.
Fredericq, Paul, vläm. Geschichtschreiber, geb.
12. Aug. 1850 zu Gent, war Lehrer zu Mecheln,
Arlon und Gent, sodann Professor an der Univer-
sität zu Lüttich und lebt jetzt in gleicher Eigenschaft
in Gent. Er kämpft mit den Führern der sog. Mi-
mischen Bewegung für die Eigentümlichkeiten der
Vlamingen in Belgien und für die Rechte ihrer
Sprache. Seine Werke zeichnen sich durch klaren
Stil und genane Quellenstudien aus. Zu den ge-
schätztesten gehören: "N^inix cii xi.jno Xeä"r1a,nä-
3c1i6 FeLcili-iktkii" (Gent 1881), "I)o ^oclLilHNlien
onä6i- Xoi?oi' Xartü" (Bd. 1, ebd. 1885), "Ver-
2HM6linZ vi^Q 8tu1(1(6u d6ti-Lik6iiäo äo pllliseli^kl)
ou di88od0pp6ii^0 lu^uisitio in d6 ^eäLiIanäen"
(im "00I-PU8 ä06um6nt0i'uin ilil^uiZitionig IiÄ6i'6ti-
c".6 pr2.viiati8 ^leei'iauäica". 1025-1520", Bd. 1
u. 2, Gent und Haag 1889-96), "0n^ liistoi-i^cliL
V0ik8ii6li6r611 VllN V001' äk 268ti"nä6 60U"') (ebd.
1894). In franz. Sprache fchrieb er: "^38^i 8ui- 1o
i'öle politil^ue 6t Locial äo8 äuc3 äo Lour^o^iio äa,n8
168 ?^8-Za8v (Gent 1875), "^rilvaux äu cour^pra.-
ticiuß ä'di8toir6 nationlilo. Dis^erwtiong 8ur 1'1ii8-
Wil6 ä63^78-La8 au XV1°8iöci6') (2Tle., ebd.1883
-84), "1^6Q86i<5N61N6Nt 8upöri6ur li" 1'ii18t0ir6 6Q
^116INÄZH6,6N I^r^uce, 6Q^n^i6t6rl6, on ^cc"88L ot
en HollHnäe" (ebd. 1882-85). 1^1894 in Bonn.
"Freeden, Wilh. Ihno Adolf von, starb 11. ^an.
^Freiberg in Sachsen, Stadt, ist Sitz emcs
Vezirtskommandos und zweier Eisenbahnbauinspek-
tionen und hat (1895) 29287 (14097 männl., 15190
weibl.) E., darunter 1002 Katholiken und 59 Israe-
liten, ferner 1054 bewohnte Wohnhäuser, 7109
.Haushaltungen und 11 Anstalten. 1895 wurde das
Bronzestandbild des Fürsten Bismarck, von A. Wolff-
Verlin nach Plänen von Albermann, 1897 der Markt-
brunnen mit dem Standbild Ottos des Reichen er-
richtet. Neue Bauten sind die Iakobikirche, 1892
an Stelle der abgebrochenen Klosterkirche gleichen
Namens erbaut, das Reichspostgebäudc (1889), die
Lehrgerberei (1892), der Innungs-Schlacht- und
Viehdof (1894) und das Schulgebäudc (1896) der
Deutschen Gerberschule. Die Bergakademie zählte
Sommer 1896: 18 Docenten und 147 Studierende,
die Bibliothek derselben 40400 Bände, 4630 Karten-
werke. Eine Versuchsanstalt für Lederindustrie soll
errichtet werden. In F. befindet sich die Allgemeine
Knappschaftspensionstasfe für das Königreich Sach-
sen. In 47 Gruben mit einer Belegschaft von 4859
Mann wurden 1895: 26847 t Er.se im Werte von
etwa 2,8 Mill. M. gefördert. - Vgl. Heydenreich,
Geschichte und Poesie des Freiberger Bergbaues
(Freiberg 1892)' Führer durch Sachsens Berghaupt-
stadt F. nebst seiner Umgebung (ebd. 1894).
* Freiburg im Brei sgau, Stadt, ist Sitz
eines Vezirtstommandos und hat (1895) 53118
(20026 münnl., 27092 weibl.) E., darunter 14083
Evangelische und 989 Israeliten. Die Zahl der
Geburten betrug 1895: 1359, der Eheschließungen
371, der Stervefälle (einschließlich Totgeburten)
1203. Die kath. St. Martinokirche im frühgot. l^til
(13. Jahrh.), ehemals Franzi^kanerklostcrkirche, hat
einen schönen Seitenturm erbalten und ist, beson-
ders im Innern, renoviert. Die roman. Kirche mit
zwei Türmen in der Stühlinger Vorstadt wurde
1896 vollendet. Eine weitere roman. Kirche, eben-
falls mit zwei Türmen, in der Vorstadt Wichre,
ist (1897) im Bau begriffen. Endlich ist noch zu
erwähnen die neue engl. Kirche in Wiehre und
die luth. Kirche beim alten Friedhof. Zum Rat-
haus (1557) gehört jetzt die im Umbau begriffene
Alte Universität (1545-81). Die Universität, für
die ebenso wie für die Bibliothek an der Stelle der
jetzt geräumten Rempartkaferne ein Neubau ge-
plant ist, hatte Sommer 1897: 43 ord., 58 außer-
ord. Professoren und Privatdocenten sowie 1449
Studierende: die Bibliothek 180000 Bünde und
542 Manuskripte. Die Realschule ist in eine (neun-
klassigc) Oberrealschule umgewandeN' 1. Okt. 1896
wurden eine städtische Frauenarbcits- und eine.haus-
baltungsschule sür aus der Volksschule entlassene
Mädchen eröffnet. Die Stadt besitzt ferner ein
großes Krankenhaus, ein Zeiliggeistspital für Be-
mitteltere und eine Kreispflegeanstalt. 1895 wurde
die neue Erbgroßherzog-Friedrich-Kafernc im Norden
bezogen. Ein nenes Hochreferooir, auf der südl.
Treisamseite und einem Vorsprung des Stcrnen-
waldes gelegen, wurde 1896 vollendet. - Die
älteste Urknnde von dem Vorhandensein F.s bie-
tet der Stiftungsbrief von 1120, nach dem .herzog
Konrad von Zähringen noch unter der Regierung
seines Bruders Berthold 111. die Stadt gegründet
ilnd mit einer Verfassung nach dem Vorbild der von
Köln ausgestattet hat. Im Frühjahr 1896 wurde die
oberste Dreisambrüäe durch den stark angeschwolle-
nen Fluß weggerissen, wobei die beiden höchsten
Staatsbeamten der Stadt ihren Tod fanden. Eine
neue Vrüäe wurde sofort begonnen. - Vgl. Mayer,
Gefchichte der Universität F. in Baden in der ersten
Hälfte des 19. Jahrh. (3 Tle., Bonn 1893-95). -
DerLandcskommissariatsbezirk hat (1895)
481092 (234040 männl., 247052 weibl.) E.
Einwohnerzahl des Kreises und seiner Amts-
bezirke:
Amtsbezirke
Ortsanwesende
Bevölkerung
1895
1890
Breisach......... > 19 587
Emmendingen...... z 47 696
Ettenheim........ ! 17 8'.>6
Freiburg........ i 30 517
Neustadt......... ! 14 935
Staufen......... ! 18 092
Waldtirch . . . . . . . . ! 21540
19 436
46 495
17 868
76 321
15 182
18 404
21299
Zunahme(-j-)
Abnahme (-)
von 1890-95
in Proz.
^.0,78
^-2,58
- 0,24
-l-5,50
- 1,63
- 1,70
-^- 1,13
Kreis Freiburg > 220 193 I 21^ 005 j ^- 2,41
^ Freiburg. 1) Kanton, hatte 1888 eine Wohnbe-
völkerung von 119155 (59394männl., 59 761 weibl.)
E., darunter 37434 Deutsche und 337 Italiener.
Einwohnerzahl der Bezirke:
Bezirke
Einwohner
Evangelische
Katholiken
Israeliten
Andere
Broye ...... Gläne (Glane) . . Greierz (Gruyere) Saane (Sarine) . See (Lac) .... Sense (Singine) . Vivisbach (Veveyse)
14 820 13 864 21 342 27 963 15 152 18 224 7 790
1057 380 467 2 334 11216 3 366 105
13 761 13 470 20 844 25 552 3 904 14 854 7 682
13
23
2 1 3 3 17 4
KantUN j 119 155 l 18 925 > 100 067 > 125 I 38
Im 1.1895 wurden aus 50 Mill. K3 Milch un-
gefäbr 3,8 Mill. kF Käse im Werte von 4,5 Mill. Frs.
hergestellt; etwa 25 Mill. KZ werden jährlich kon-
densiert. Die Viehzählung 1896 ergab 8250 Pferde,
39 Maultiere, 72 Esel, 88200 Stück Rindvieb,
46969 Schweine, 15408 Schase, 21869 Ziegen und