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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Han-kou - Hannover
* Han-kou, Stadt in der chines. Provinz Hu pe.
Nach dem Abschlüsse des Friedensvertrags von Si-
monoseki (8. Mai 1895; s. China, Geschichte) er-
langten sowohl die Japaner als auch das Deutsche
Reich die Abtretung einer sog. Kronkonzession in
H. Die bereits dort bestehende fremde, ehemals engl.
Niederlassung wird von einem Stadtrat Municipal
(^ouneil) verwaltet.
-"Hannover, Provinz, hat (1895) 2422020
(1214789 männl., 1207 231 weibl.) E. (einschließ-
lich 25316 Militärpersonen), darunter 2088478
Evangelische, 311457 Katholiken, 6728 andere Chri-
sten, 15065 Israeliten und 292 Bekenner anderer
Religionen. Die Zunahme gegen 1890 beträgt
143672 Personen oder 6,31 Proz. 11524 Personen
sind Reichsausländer. Nach dem vorläufigen Er-
qebnis bestanden 326 768 bewohnte Wohnhäuser,
505127 Haushaltungen und 1372 Anstalten, und
es entfallen auf die 114 Städte 819 645 (427 600
männl.. 422045 weibl.) E., 74641 bewohnte Wohn-
häuser, 183217 Haushaltungen und 908 Anstalten:
auf die 4014 Landgemeinden 1558921 (780407
männl., 778514 weibl.) E., 250677 bewohnte Wohn-
hauser, 319317 Haushaltungen und 457 Anstalten,
und auf die 328 Gutsbezirke 13 608 (6857 männl.,
6751 weibl.) E., 1450 bewohnte Wohnhäuser, 2593
Haushaltungen und 7 Anstalten.
Land- und Forstwirtschaft. Von der Gesamt-
fläche entfielen 1893 auf Ackerland 1247 462,
Gartenland 25194, Wiesen 397 295, reicbe Weiden
129596, geringe Weiden und Hutungen 385460,
Forsten und Holzungen 634146, Haus- und Hof-
räume 33598, Öd-und Unland 800613, Wegeland,
Gewässer u. s. w. 194152 Iia. Die Erntefläche be-
trug 1895 von Roggen 403 221, Hafer 239 687,
Weizen 91345, Gerste 31599, Kartoffeln 121442 >lk;
der Ernteertrag 480479 t Roggen, 356384 Hafer,
159117 Weizen, 48001 Gerste, 3057 Menggetreide,
28570 Buchweizen, 11941 Erbsen, 70409 Acker-
bohnen, 2541 Wicken, 3104 Mischfrucht, 2029
Lupinen (Körner), 1262123 Kartoffeln, 228 765
Runkel-, 115956 Zucker-, 144 798 Weiße und
117 549 Kohlrüben, 26502 Mohren, 180366 Klee
(Heu), 5524 Lupinen (Heu), 9817 Luzerne, 4405
Esparsette, 2272 Serradelle, 1124 Mais, 32 201
Grassaat und 1222607 t Wiesenheu. 5067 Tabats-
pflanzer ernteten 1894/95 von 524 Kg. 1252 t ge-
trocknete Tabaksblätter im Werte von 541000 M.
(nach Abzug der Steiler). Der Viehbestand bezifferte
sich 1892 auf 222582 Pferde, 985279 Stück Rind-
vieh, 1177016 Schafe (Abnahme gegen 1883:
322 485 Stück ^ 21,6 Proz.), 1040 990 Schweine,
221343 Ziegen und 161815 Bienenstöcke.
Industrie, Handel und Verkehrswesen. Die
1^94/95 vorhandenen 325 Brennereien gewannen
aus 4000 t Kartoffeln, 35200 t Getreide, 11300 t
Melasse u. s. w. 117000 Iii Alkohol; 381 Brauereien
erzeugten aus 25329 t Getreide und 507 t Surro-
gaten 1352 000 kl Bier und 44 Zuckerfabriken aus
1430434 t Rüben 171387 t Rohzucker.
In der Provinz waren 1. Jan. 1895 beheimatet
753 Segelschiffe mit 46045 Registertons netto und
2581 Mann Besatzung und 61 Dampfer mit 22440
Registertons netto und 739 Mann Besatzung. Die
Länge der Kunststraßen in der Provinz betrug 1891
zusammen 12 698 km, darunter 6803 Kreis- und
2507 km Gemeindechausseen. Eisenbahnen waren
1894,95: 2334 km, darunter 117 km Privatbahnen,
vorhanden.
Bilduugswescn. Die Provinz hat außer der Uni-
versität zu Göttingen und der Technischen Hoch-
schule zu H. 23 Gymnasien (in Hameln, H. 3, Lin-
den, Clausthal, Göttingen, Goslar, Hildesbeim 2,
Celle, Lüneburg, Stade, Verden, Lingen, M^.'?,
Osnabrück 2, Aurich, Emden, Leer, Norden, Wil-
belmskaven), 5 Progymnasien (inNienburg,Ilfeld,
Tuoerstadt, Münden, Geestemünde), 11 Realgym-
nasien (in Lüneburg, Hannover 2, Goslar, Hilden-
Heim, Osterode, Celle, Harburg, Osnabrück, Quaken-
brück, Leer), 9 Realprogymnasien (in Hameln, Nien-
burg, Dudcrstadt, Einbeck, Münden, Northeim,
ülzen, Vurtehude, Papenburg), 1 Oberrealschule in
H., 7 Realschulen (in H. 2, Göttingen, Lauterberg,
Geestemünde, Otterndorf, Emden), 1 höhere und 2
Handelsschulen (in H., Celle, Osnabrück), mehrere
höhere Privatlehranstalten, 35 höhere Mädchen-
schulen sowie 12 Lehrerseminare (in H., Wunstorf,
Alfeld, Hildesheim, Northeim, Lüneburg, Bederkesa,
Stadc, Verden, Osnabrück, Aurich und eins für
jüd. Lehrer in H.), 3 Lehrerinnenbildungsaustalteu
(in H., Osnabrück, Emden), 7 Prüparandenanstalten,
4 Taubstummenanstalten und 1 Blindenanstalt,
1 landwirtschaftliche Schule in Hildesheim.
^Hannover, Stadt, ist ferner Sitz der 82. In-
fanterie-, 19. Kavallerie-, 10. Gendarmeriebrigade
und eines Bezirkskommandos und hat (1895) ein-
schließlich der 1. Juli 1891 einverleibten Landge-
meinden Hainholz, Herrenhausen, List und Vahren-
wald 209535 E., darunter 19038 Katholiken und
415iIsraeliten,ferner10922bewohnteWohuhäuser,
45 401 Haushaltungen und 141 Anstalten, d.i. eine
Zunahme seit 1890 um 35080 Personen oder 20,12
Proz. Die Zahl der Geburten betrug 1895: 7164,
der Eheschließungen 1916, derSterbesälle(einschließ-
lich 268 Totgeburten) 4302. Rechnet man zu der
Einwohnerzahl von 1895 noch diejenigen Einwohner
der ringsum von städtischem Gebiet eingeschlossenen
selbständigen Gutsbezirke Königliches Schloß und
Gartenbezirk H. und Gutsbezirk Herrenhausen (154
E.), ferner der mit der Stadt H. in engster Inter-
esseugemeinschaft stehenden benachbarten Ortschaften
Stadtkreis Linden (35860 E.), Döhren (3361), Lim-
mer (3087) und Wülfel (2238), fo ergiebt sich für
Groß-Hannover eine Einwohnerzahl (1895) von
254106. In Garnison liegt ferner das 2. Bataillon
des Infanterieregiments Nr. 164. H. hat 15 Kirchen
und 5 Kapellen, davon 14 lutherisch, 3 katholisch und
je eine der Baptisten, der reform. und der engl. Ge-
meinde. Die neue roman. Garnisonkirche wurde
7. Juni 1896 eingeweiht. Der Haushaltplan 1895
-96 schließt ab m Einnahme mit 11312742 M.,
Ausgabe mit 11274023 M. Für Schulen werden
aufgewendet 1419 054, für Wohlthätigkeitsaustalten
26115, für Armen- und Krankcuwesen 691561, für
Straßenrciuigung und -Sprengung 240249, für
Wohlfahrtscinrichtunaen 28699, Feuerlöschwesen
131170, öffentliche Beleuchtung 145850 und sür
Sicherheitszwecke 216468 M. Der Stab der 1. Ar-
meeinspektion wurde 1. Okt. 1896 nach Berlin ver-
legt. Von Vereinen sind noch zu nennen: die König-
liche Landwirtschaftsgesellschaft und der Verein
Frauenbildungs-Reform, der feit 1893 feinen Sitz in
H. hat. Dieser Verein gründete das erste deutsche
Mädchengymuasium 1893 in Karlsruhe. Die Stadt
hatte Ende 1.^93: 16 Orts-, 35 Betriebs- und 3 In-
nungskrankenkassen mit 15400, 7427 und 1832 Mit-
gliedern. Die Gesamtausgaben sämtlicher Kassen
betrugen 1893 ausschließlich der Verwaltungskosten: