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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kopiertelegraph - Korea
6 Proz. Die eigene Flotte zählte 1895: 491 Schiffe,
darunter 219 Dampfer mit 115875 und 272 Seg-
ler mit 18131 t, ferner 652 von unter 4 t Gehalt.
Vom Ausland und aus dän. Kolonien liefen 1892
ein 6151 Segler und 6527 Dampfer, aus Deutsch-
land 1895: 540 Schiffe mit 209027 Registertons;
letztere brachten Kohlen, Holz, Eifen, Cement, Raps,
Kleie und Getreide. Det forenede Dampfkibsselskab
hat jetzt 14 Mill. Kronen Kapital und 108 Schiffe
mit 79 000 Bruttotonnen.
Das Hafengebiet umfaßt die innere Reede mit
den .hafenanlagen außerhalb der nördl. Zollnieder-
lage auf Refshalen (Refshale Ö), den 9. Nov.
1894 für den .Handel geöffneten Freihafen, den
neuen Kalkbrennereihafen sowie den alten Hafen
innerhalb des Echlagbaums. Im Freihafen sind
Quaianlagcn mit 9,2, 8,i und 7,5 in Wasfertiefe, in
seiner Einfahrt ist sie 9,2 in; im alten Hafen im
Norden der Knippelsbrückc findet man an den Quais
stellenweise 8,i in Tiefe, südlich von der Knippels-
brücke bis zur Gasanstalt 6 und 5 in. Hafenabga-
ben, wie Tonnengeld'er und Leuchtfeuergebühren,
brauchen nirgends mehr gezahlt zu werden, nur
Quaigelder an einigen Quais; dadurch ist K. ein
sehr günstiger Hafen für Seeschiffe geworden. Am
Freihafen ist ein Silospeicher für Getreide sowie
Lagerhäuser und Schuppen sür jede Fracht. Die
Freihafenaktiengesellschaft besorgt das Löschen und
Laden mit elektrischer Kraft. Im neuen Kaltbren-
nereihafen (ganz im Norden der Stadt) ist 2,8 in
Wassertiefe. Der Wasserstand in K. ist ziemlich
gleichmäßig, kann aber durch westl. bis nordwestl.
Stürme um 1 in erhöht und durch östliche bis süd-
liche um 0,6in vermindert werden. Die Strömung im
Hasen ist vom Winde abhängig. Quarantäneanstalt
mit Desinfektionsanstalt ist beim Nordbafen in der
Nähe des Hauptzollamtes. Das Freihafengebiet
reicht bis zum Hauptzollamt und ist durch mehrere
Vahngleise mit dem binnenländischen Vahnnetz
verbunden. Ein Vergungsdampfer ist in K. statio-
niert. Auf Refshale 5 ist ein 140 in langes und
6,9 in tiefes Trockendock fowie eine Schiffswerft
(Burmeister & Wams Maschinen - und Schisfbau-
gefellschaft). Mehrere große Petroleumbehälter
(Tanks) sind im Norden von der Werft auf Nefs-
hale O. Auf Trekroner brennen drei Leuchtfeuer,
auf den Molenköpfen der Freihasenanlagen fünf
und im innern Hafen zwei. Die Freihafenanlagen
deckt ein Wellenbrecher von 400 in Länge; außer-
dem ist im Norden der Hafcnanlagen, etwa 1500 in
nördlich von Trckroner vom Strande ab, ein unter
Wasser liegender Damm in Ost-Wcstrichtung auf-
geschüttet, der 1720 in lang ist und ungefähr in der
Mitte eine 5 in tiefe und 180 in breite Durchfahrt
hat. Der Kricgshafen mit der Kriegswerft liegt an
der Westseite der Insel Nyholm und ist gegen den
innern Handelshafen durch Bollwerk und Schwimm-
brücken abgesperrt; sein Trockendock ist 80 in lang,
18,2 in breit und hat 6,2 in Wasfertiefe. Ein Schwimm-
dock von 32,5 in Länge kann Fahrzeuge von 140 t
tragen.
Befestigung. K. war früher durch 25 Bastionen
nach Vaubanschem System befestigt; ein Teil der
Werke ist mit Rücksicht auf die Stadtvergrößerung
niedergelegt, derNest hat nur noch geringe Bedeutung.
Die Seeselte ist besonders stark befestigt durch eine An-
zahl vollständig vom Wasser umgebener Forts. Das
wichtigste der alten Seeforts ist das vor der Ein-
fahrt auf einer künstlich aufgeschütteten Insel 1786
erbaute Fort Trekroner (der Name Dreikronenfort
soll an die Zeit erinnern, als die drei nordischen
Königreiche unter dän. Herrschern vereinigt waren).
Nelson gelang es 1801 nicht, die Durchfahrt bei
dem Fort zu forcieren. Bei dem Umban 1865-67
hat das Fort Trekroner 64 Geschütze bekommen.
Der Innenraum des Forts bildet einen Schutz-
und Landungshafen für Schiffe bis zu 3 in Tief-
gang. Etwa 700 in im Süden von Trekroner liegt
das Seesort Lynetten mit 14 Kanonen; das Fort
ist kürzlich durch einen 600 m langen Wellenbrecher
mit Trckroner fast ganz verbunden, so daß zwischen
beiden Forts nur zwei schmale, leicht gegen Torpedo-
boots- u. s. w. Angriffe zu sperrende Durchfahrten
frei geblieben sind. Dann folgt nach Süden das
Mellemfort (Mittelfort) von 1863, mit 22 Kanonen,
dann das Fort Prövestenvon 1863, mit 56 Kanonen;
beide stehen ebenfalls im Wasser auf künstlichen In-
seln und bestreichen, wie die beiden ersten, das Kö-
nigstief (Kongedyb) zwischen dem gefährlichen gro-
ßen Mittelgrund und der Insel Ämager. Daran
schließt sich die Strickers-Vatterie an der Küste bei
Christianshavn. In neuester Zeit sind zur Seefront
noch drei wichtige Außenwerke hinzugekommen,
nämlich die Küstenbatterien Charlottenluno, 6 kin
im Norden von K., und Kastrnp, 4 kin im Süden,
mit je vier 30,5 cin-Geschützen sowie mehrern 15 cin-
und leichtern Schncllfeuerkanonen, und als wichtig-
stes Werk das Fort Middelgrund, das auf einem
Pfahlrost aus Granit erbaut ist und mehrere Pan-
zertürme trügt (Kosten etwa 10 Mill. M.). Der
fünfeckige Hauptteil des Forts ist von einem Wellen-
brecher umgeben und hat an feiner Rückseite einen
kleinen Hafen. Das erst kürzlich erbaute Fort
Middelgrund liegt 4 kin im Nordosten von Trekro-
ner; es ist mit etwa 30 Geschützen bewaffnet, dar-
unter 10 von 30,5 ein in 3 Türmen, 7 andere schwere
Geschütze und 13 Schnellfeuergeschütze in kleinen
Drehtürmen. Außerdem dienen zum Schutze der
Seeseite die 1882 erbaute Kalkbrennereibatterie
beim neuen Kalkbrennereihafen sowie die Citadelle
Frederikshavn an der Einfahrt in den alten Hafen
und die Batterien Christian VI. und V. im nördl.
Teile von Christianshavn. Die Landbefestigungen
bedecken eine Linie von 25 kin, 11 kin Nord- und
Nordwestfront, 14 kin Westfront; letztere besteht
aus einem ununterbrochenen Ringwall, der von
Husum in südl. Richtung bis an die Küste läuft.
Von den detachierten Forts der Nord - und Nord-
westfront sind erwähnenswert: die Batterie von
Christiansholm (mit Panzerkuppeln für 15 ein-
Schnellfeuerkanonen); zwei Kasemattbatterien mit
je 4 Schnellfeuergeschützen bei Ordrups; das Fort
Garderhöj mit9 Panzerkuppeltürmen für 15 ein-und
7,5 cin-Schnellfeuergefchütze; die Batterien Vcrn-
storff, Gjentofte, Vangede (2 Verschwindtürme), Vud-
dinge und Tinghoj (2 Verschwindtürme). Wichtig
ist das Lynglyfort (früher Gammclmosegaardsfort
genannt) nut 6 Panzerkuppeln für 15 und 7,5 cin-
Schnellfeuerkanonen. Ein großer Teil des Geländes
zw'ifchen diefen Batterien kann zur Verteidigung
unter Wasser gesetzt werden.
* Kopiertelegraph, s. Elektrische Telegraphen.
*Korea. 1896 lebten in K. 12901 Ausländer,
nämlich 11752 Japaner, 878 Chinesen und 271
Weiße (darunter 31 Deutsche). Trotz des Chinesisch-
Japanischen Krieges hat sich der Handel 1894 und
1895 gehoben; es betrug die Einfuhr 5831563 und
8 088 213, dio Ausfuhr 2 311215 und 2 481808
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