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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Korinthen - Korolenko
erfunden worden ist. Ihre Zeichen sind einem ind.
Alpbabet entlehnt, doch in jeder Vcziebung selb-
ständig entwickelt, während ihre Verbindung zur
Silbe (die Buchstaben werden untereinander geschrie-
ben und jede Silbe bildet annähernd ein Recbtcck) und
die Schreibung der Silben (in Vertikalreihen von
rechts nach links) die chines. Vorlage zeigt. Daneben
ist noch die chines. Schrift in allgemeinem Gebrauch.
Die höhere Litteratur der Koreaner ist, wenn
auch recht umfangreich, doch fast ganz unselbständig:
ihre Erzeugnisse sind häufig direkte Nachahmungen
chines. Vorbilder, stets aber von chincs. Anschauungs-
und Denkweise diktiert, wie sie denn zum überwie-
genden Teile in chines. Spracbc geschrieben sind.
Dies ist bei der langen Einwirkung der übermäch-
tigen chines. Kultur (die im 1. nachchristl. Jahrb.
in zweien von den damaligen drei Reichen Koreas
nnd im 6. Jahrh, im dritten Eingang gefunden bat)
schließlich kein Wunder. Immerhin findet man die-
jenigen Gattuugcn der chincs. Litteratur bevorzugt
und kultiviert, die sich mehr auf das Praktische und
Verstandesmäsiige beziehen, wie Medizin, Kriegs-
kunst, Sprachen der Nachbarvölker, und vor allen
Dingen die nüchtern-praktische Lehre des Confuciu^
irefp. ihre Erneuerung durch Tschu-Hi); der Eonfucia-
nismus hat in Korea fogar eine ganz eigenartige
Entwicklung genommen. Größere Selbständigkeit
findet sich nur in der Volkspoesie, und da "nur
in den (meist ungcdruckten) Liedern. Aber auch hier,
selbst in dem improvisierten Gesänge des Arbeiters,
stößt man bei jedem Schritt auf die Spuren der
chines. Kultur, und was den Roman betrifft, fo spielt
er wenigstens in China, wenn er nicht überhaupt
die (womöglich chinesisch geschriebene) Nachahmung
oder die Übersetzung einer chines. Vorlage ist. Die
Erzeugnisse der Volkspoesie und die Übersetzungen
einiger klassischer Werke Chinas (des "^iii-ivinZ",
"8cIin-1(inA)) und "8c1ii-Iiii^") sind die einzigen
Werke der Litteratur, die in korean. Sprache abge-
faßt sind. - Vgl. Maurice Courant, ^idiio^ra^Iiie
coi^niio (Bd. 1, Par. 1894-95).
* Korinthen oder kleine Rosinen. Ihre
Kultur hat in den letzten Jahren wegen des Sinkens
der Preise und der Verminderung der Nachfrage im
Auslande abgenommen. Zu den frühern Konfum-
ländern ist in der letzten Zeit Rußland hinzugetreten.
In Griechenland selbst hat man begonnen, aus K.
eine Art flüssigen Zuckers mit Namen S t a p hioinc
Kork, Marktflecken im Amtsbezirk Kehl des bad.
Kreises Tffcnburg, unweit der Kinzig, an der Linie
Appenweier - Straftburg der Elfaß - Lothr. Eifen-
bahnen, bat (1895) 1000 E., Post, Telegraph,
evang. Kirche; Essigfabrik, Acker-, Tabak- und Hanf-
bau sowie Viebzucht.
Körner, Emil, chilen. General, geb. 10. Okt.
1817 in^Wegwitz bei Merfeburg, trat 1866 in das
preuß. Feldartillerieregiment Nr. -1, wnrde 1868
Lieutenant und nahm 1870/71 in dem Kriege gegen
Frankreich an den Schlachten bei Beaumont und
Sedan sowie an der Beschießung von Paris teil.
Nach dem Kriege besuchte er die Vereinigte Artillerie-
und Ingenieurschule in Berlin sowie später die
Kriegsakademie, machte 1877-79 größere Reisen
nach Italien, der Balkanhalbinsel, Nordafrika und
Spanien fowie nach Frankreich und Rußland und
wurde 1880 als Lehrer für Taktik und Kriegsgeschichte
an die Vereinigte Artillerie- und Ingenieurfchule
kommandiert. 1881 wurde er zum Hauptmann be-
fördert, und als 1885 Chile an Preußeu das Gefuch
stellte, ihm einen Offizier zur Reorganisierung seiner
Armee zu bezeichnen, wurde K. empfohlen, der fich
noch in demselben Jahre nach Chile begab und sich
dort ganz der genannten Aufgabe widmete. Als
1891 die Revolution gegen den Präsidenten Balma-
eeda ansbrach, trat K. auf die Seite der Kongreß-
partei und wurde als erster Adjutant des Kriegs-
ministers und Sekretär des Generalstabes der eigent-
liche Organisator des Kongrehheers und der Nrheber
des Organisationsplanes, der den Sieg der Auf-
ständischen herbeiführte.
^ Korneuburg, Vezirkshauptmannfchaft, um-
faßt seit der 1890 erfolgten Abtrennung einzelner
Gemeinden zur neuen Bezirkshanptmannfchaft Flo-
ridsdorf die Gerichtsbezirke K., Stockerau und Wol-
kersdorf mit 787,n (ikni und (1890) 03377 E.
Kornwestheim, Dorf im Oberamt Ludwigsburg
des württemb. Neckarkreises, an der Linie Stuttgart-
Bruchsal und der Nebenlinie K. - Untertürkheim
(11,5i ^m) der Württemb. Staatsbahnen, hat (1895)
2100 E., Post, Telegraph, evang. Kirche; Schwefel-
qnelle und Lettcntohlensandsteinbrüche. Nahebei
Karls höhe, eine Erziehungsanstalt nach dem
Muster des Rauhen Haufes in Damburg, und
^alon, Asvl für alte oder kranke Männer.
Korolenko, Wladimir Galaktionowitfch, russ.
Novellist, geb. 27. (15.) Juli 1853 zu Schitomir
im Gouvernement Volhynien aus kleinruss. Familie,
venet. Pfund im Werte von 22,54 Mill. Frs., 1895:
309130 364 venet. Pfund im Werte von 21,80
Mill. Frs. - 1894 betrng die Ausfubr nach den
hauptfächlichsten Konsumländern:
zu verfertigen, dessen Konsum noch tlein ist; er wird
besonders zu Konserven gebraucht. 1893 betrug die z besuchte das Technologische Institut in Petersburg,
Ausfuhr der K. 295372874 vcnet. Pfund (Ü.477F) ! dann die Land- und Forstwirtfchaftliche Akademie
im Werte von 46,2? Mill. Frs., 1894: 322127000 ! in Moskau. Infolge seiner Beteiligung an Stu-
dentennnruhcn 1875 wurde er verbannt und kam
zuletzt in polizeiliche Aufsicht nach Kronstadt. Von
hier wurde K. mit mchrern Mitgliedern seiner Fa-
milie 1879 abermals verbannt; man brachte ihn ins
Gouvernement Wjatka, dann Perm, zuletzt nach
Ostsibirien; hier verlebte er drei Jahre unter den
Jakuten, mit Handwerk und Ackerban beschäftigt.
Nach der Rückkehr 1885 nahm er seinen Wohnsitz in
Nishnij Nowgorod. K. schrieb: "Skizzen eines sibir.
Touristen", "sokoliiiLc", "8011 ^la^arlv) ("Makars
Traum"); ferner Erzählungen aus dem südwestl.
Rußland: "In schlechter Gesellschaft", "Der Wald
rauscht", "Der blinde Musikant", "Im Hnnger-
jahr" (1893) u. s. w. Sie sind zum Teil gesammelt
in "Ocei-Ki i i^ska^" (Mosk. 1887; 5. Aufl.
1892), viele davon auch ins Deutsche, Französische
Länder
England
Frankreich
Rußland .
Amerika .
Niederlande
Deutschland
Gewicht i
Okas
Wert in Frs.
164 509 937
43 337 236
39 642 810
26 683 093
19 811180
18 972 728
11515 695
3 033 606
2 774 997
1367 816
1 386 783
1 328 091
Zur Geschichte der K. vgl. De Viasis, 'I^Q^x^
iv ^7.^/iK> <Mdcr Zeitschrift "II(7.?')5,.552;") 15 ^1893^1
und 16 s1^94j).
n. s. w. übersetzt.
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