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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Maßsystem - Materialprüfungsmaschinen
die öffentlichen Schulen; die Zahl der männlichen
Lehrer war 1009, der weiblichen 10 705. Der Wert des
besteuerten Eigentums war 1893: 2428 Mill. Doll.
Die Bruttostaatsfchuld war Ende 1894:16739 766
Doll., die Nettofchuld 4907147 Doll.
Maßsystem, neues legales, s. Elektrifche
Einheiten.
Mastberechtigungen, s. Forstberechtigungen.
* Matabeleland, Hauptbestandteil des Gebietes
der Englisch-Südafrikanischen Gesellschaft (l^iiai-
t6i-6ä Oompüi^), hat seit der Eroberung durch die
Engländer (1893) bedeutend an europ. Einwande-
rung zugenommen; Mitte 1896 zählte man gegen
3000 Weiße. In Buluwajo, dem Sitz der obersten
Behörden, wohnen 2000, darunter 1100 wehrfähige
Männer. Als Iameson ls. d.) im Nov. 1895 mit dem
größten Teil der Schutztruppe aus M. gegen Süden
abmarschiert war, um in Transvaal einzufallen,
rüsteten sich die Matabele, aufgebracht durch die
von den Behörden angeordnete, sehr ungleiche Ver-
teilung der Viehherden Lobengulas unter die Weißen
und die Eingeborenen und durch den Zwang, in den
Minen den Lebensunterhalt sich zu verdienen, heim-
lich zu einem Aufstand, der, unterstützt durch den
übertritt der aus Eingeborenen zusammengesetzten
Polizeitruppe, Ende März 1896 in helle Flammen
QUsbrach. Die Weißen scharten sich in Vuluwajo
und Gwelo zusammen und sicherten sich in befestigten
Lagern. Von Mafeking rückten Ende April 1800
Manu Negierunastruppen unter Fred Carrington
und von Fort Ealisbury in Maschonaland die
Truppen der Odai-teröä lüoiupHn^ (600 Mann) unter
>C. Nhodes zur Unterstützung heran. Dadurch ge-
lang eö, Anfang Mai Buluwajo aus der bedrohten
Lage momentan zu befreien; als sich aber im Juni
auch Maschonaland (s. d.) erhob, entstammte der
Krieg von neuem in M. Bis Ende September wur-
den 275 Weiße ermordet oder in den Gefechten ge-
tötet und verwundet. Erst Mitte Oktober unter-
warf sich die größere Zahl der Häuptlinge, und galt
der Aufstand vorläufig als unterdrückt. Aber mehr
noch als die Nebellion bedroht die fast über ganz
Südafrika ausgebreitete Rinderpest die gedeihliche
Entwicklung der Kolonie. Ehe nicht die Bahn Ma-
-feking-Buluwajo (950 kin), von welcher im Okt.
1896 die Strecke bis Mochudi (208 Km) fertig ge-
stellt wurde, vollendet ist, wird die Zufuhr der not-
wendigsten Nahrungs- und Minenbetriebsmittel
nicht als gesichert betrachtet werden können. - Vgl.
Wills und Collingridge, ^iw äo^ntaii ol I^odkn-
Fula (Lond.1894)sNorris, N^deieliinä (ebd.1895).
Mataja, Emilie, unter dem Pseudonym Emil
Marriot bekannte Romanschriftstellerin, geb.
W. Nov. 1855 in Wien, wo sie ihren ständigen
Aufenthalt hat. Vei ihrem wiederholten Sommer-
aufenthalt in Tirol kam ihr der Gedanke, sich in
Hren Arbeiten mit dem kath.Klerns zu beschäftigen.
Von ihren Werken sind hervorzuheben: "Die Familie
Hartenberg" (3. Aufl., Verl. 1895), "Der geistliche
Tod" (5. Aufl., ebd. 1893), "Novellen" (2 Bde., ebd.
1887), "Die Unzufriedenen" (3. Aufl., ebd. 1890),
"Caritas" (ebd. 1895), "Seine Gottheit" (ebd. 1896).
^ Materialprüfungsmaschinell gewinnen in
der Neuzeit eine immer steigende Bedeutung, ver-
anlaßt durch den stetigen Aufschwung des Bau-
wesens, besonders des Eiseubaues, der immer
kühnere Konstruktionen zeitigt, und durch die zu-
nehmende Verwendung künstlicher Baustoffe, deren
Festigkeitseigenschaften zu untersuchen sind. Die
technischen Hochschulen und mehrere technische
Mittelschulen sowie einige Privatprüfungsanstalten
beschäftigen sich ständig mit der Unterfuchung von
Baumaterialien. Größere Eisenwerke und Brücken-
bauanstalten besitzen ihre eigenen Maschinen zur
Prüfung der von ihnen erzeugten oder verarbeiteten
Materialien. Auch bei den Eisenbahnen, Artillerie-
werkstätten und Schiffswerften sind M. emgefthrt.
Eine wichtige Rolle in dem Haushalte großer
Städte spielen die Straßenbaumaterialien (s. Pflaste-
rung, Bd. 13), deren vorherige Prüfung für die
Beurteilung ihres technifchen und wirtschaftlichen
Wertes von großer Bedeutung ist. Das zuver-
lässigste Mittel zur Prüfung emes Straßenbau-
materials ist die Anlegung einer Versuchsstrecke.
Doch erfordert diese Methode eine jahrelange Be-
obachtung der Strecke, indem nur durch umständ-
liche Messung möglichst vieler Querprofile während
eines langen Zeitraums die Größe der Abnutzung
festgestellt werden kann. Daher ist die Prüfung
durch Maschinen besonders dann erforderlich, wenn
man einen rafchen Einblick in die Festigkeitseigen-
fchaften eines neu zu versuchenden Materials ge-
winnen will. Die dazu dienenden Maschinen sind
so konstruiert, daß sie das Material in derselben
Weise beanspruchen, wie es durch den Straßenver-
kehr beansprucht wird. Die Abnutzung einer Straßen-
bahn erfolgt hauptsächlich durch folgende Ursachen:
1) durch den Naddruck der Fuhrwerke; 2) durch das
Gleiten der Wagenräder, der Hufeifen der Zugtiere
und der Schuhsohlen der Passanten; 3) durch Stöße,
veranlaßt durch das Herabfallen der Wagenräder
von Erhöhungen und durch das Stampfen der Zug-
tiere. Von untergeordneter Bedeutung ist die Ab-
nutzung durch Verwitterung. Zur Messung der
Druckfestigkeit wird ein aus dem zu prüsmden Ma-
terial geformter Würfel einem stetig wachsenden
Druck solange ausgesetzt, bis er in Stücke zerfällt.
Der Enddruck, bei welchem diese Zerstörung erfolgt,
gilt als Maß für die Druckfestigkeit des Materials.
(Näheres über Druckversuche s. weiter unten.) Zur
Bestimmung der Widerstandsfähigkeit gegen das
durch gleitende Reibung hervorgerufene Abschleifen
dient Bauschingers Apparat (s. Tafel: Material-
prüfung, Fig. 1). Bei demselben werden zwei
Probestücke, das eine aus dem zu untersuchenden,
das andere aus einem bekannten Vergleichsmaterial,
unter einem, bestimmten Druck gegen eine horizontal
rotierende, mit Schmirgel bestrichene gußeiserne
Scheibe gepreßt, wodurch jeder Würfel nach einer
bestimmten Anzahl Umdrehungen einen Teil seines
Volumens durch die Schleifwirkung verliert. Das
Verhältnis der Volumenverluste beider Würfel giebt
ein Maß für die Widerstandsfähigkeit des zu prü-
fenden Materials gegen Abschleifen. Bei Devals
Apparat (Fig. 2), der besonders in Frankreich ge-
bräuchlich ist, werden abschleifende und stoßende
Wirtungen zugleich erzeugt, indem von jedem Ma-
terial (von dem zu untersuchenden und dem Ver-
gleichsmaterial) eine Anzahl Brocken in je zwei
Cylinder gebracht werden, deren Achse zur Nota-
tionsachse geneigt liegt, so daß bei der Drehung die
Brocken durcheinander geschüttelt und dabei schleifen-
den und stoßenden Beanspruchungen ausgesetzt wer-
den. Auch hier dient das Verhältnis der Material-
verluste beider Stoffe als Maß für die Abnutzbarteu
des Vcrsuchsmaterials. Stoßwirkung allein wird
bei einer von Siebcneicher konstruierten Maschine
erzeugt, bei welcher ein Bohrer, der durch ein Dau-