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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Roberts - Roell
Frankreich mit und ist Professor an der Kunstaka-
demie in Düsseldorf. Seine Hauptwerke sind: der
zweite Teil des Dombaufestzugs (Wandbilder im
Gürzenich zu Köln); ferner im Landeshause zu
Danzig Monumentalgemälde aus der Geschichte
Westpreußens: Einzug des Deutschen Ritterordens
in die Marienburg, Blüte der Hansa, Einbringung
eroberter burgund. Schiffe, die vier Kardinaltugen-
den; im Rathause zu Danzig Wandgemälde (Grün-
dung der Stadt, Maienfest in Danzig), in der Ruh-
meshalle in Berlin Wandgemälde (Prinz Friedrich
Karl beim Sturm auf die Düppeler Schanzen).
* Roberts, Alexander, Baron von, starb 9. Sept.
1896 in Schreiberhau.
sRoberts, Frederick Sleigh, wurde im Nov.
1895 zum Oberbefehlshaber der Truppen in Irland
ernannt. ^steter.
Robinson, Mary, Schriftstellerin, s. Darme-
Rochegroffe (spr. roschgross'), Georges, franz.
Maler, geb. 2. Aug. 1859 zu Versailles, besuchte die
Ncoi6 ä68 deaux-ai'tz zu Paris unter Leitung von
Lefebvre und Boulanger. Die Stoffe zu seinen Ge-
mälden entnimmt er zumeist der alten Geschichte. Zu
nennen sind: Kaiser Vitellius vom Pöbel in Rom
verhöhnt (1882), Andromache (1883), Salome vor
Herodes tanzend (1887), Das Ende Babylons (Ko-
lossalbild, 1891; auf der Internationalen Kunstaus-
stellung zu München 1892 mit der goldenen Me-
daille prämiiert), Plünderung einer gallo-roman.
Villa durch Hunnen (Salon 1893), 1.6 c1i6va1i6i-
aux Ü6U1-8 (ebd. 1894).
Rockinger, Ludw., Rechtshistoriker, geb. 29. Dez.
1824 zu Würzburg, studierte in München Rechts-
wissenschaft und war nach vorübergehender Thätig-
keit als Rechtspraktikant am allgemeinen Reich s-
archiv daselbst thätig. Er habilitierte sich 1856 an
der Universität, wurde in demselben Jahre außer-
ordentliches Mitglied der histor. Klasse der Mün-
chener Akademie der Wissenschaften, 1860 Assessor
an der Centralstelle der Landcsarchivverwaltung,
1873 Professor iionorariuZ für Paläographie, 1876
Geh. Haus- und Staatsarchivar, 1889 Direktor des
Reichsarchivs; 1894 trat er in den Ruhestand und
legte 1896 auch seine Professur nieder. Seine litterar.
Thätigkeit begann er mit einer geschichtlichen Ein-
leitung und einem Wörterbuch zu den von G. von
Lerchenfeld herausgegebenen "Altbayr. landständi-
schen Freibriefen mit den Landesfreiheitserklä-
rungcn" (Münch. 1853). Ferner veröffentlichte er:
"Über Formelbücher vom 13. bis zum 16. Jahrh, als
rechtsgeschichtliche Quellen" (Münch. 1855), "über
Briefsteller und Formelbücher in Deutschland wäh-
rend des Mittclalters" (ebd. 1861), "Zur äußern
Geschichte der ältern bayr. Landfrieden" (ebd. 1866),
"Vorarbeiten zur Tertausgabe von Kaifer Ludwigs
oberbayr. Landrechtcn" (cbd. 1868), "Die Folgen der
Teilungen Bayerns für seine Landesgesetzgebung im
Mittelalter" (ebd. 1869), "Magister Lorenz Fries
zum fränkisch-würzburgischen Rechts- und Gerichts-
wesen" (cbd. 1871), "Zum bayr. Schriftwesen im
Mittelalter" (2 Hälften, ebd. 1872-74), "Berthold
von Regensburg und Raimund von Pemafort im
sog. Schwabenspiegel" (ebd. 1877), "Über ältere
Arbeiten zur bayr. und pfälz. Geschichte im Gehei-
men Haus- und Staatsarchiv" (3 Abteil., ebd.1879
-80), "Die Pflege der Geschichte durch die Wittels-
bacher" (Festschrift, ebd. 1880), "Der Könige Buch
und der sog. Schwabenspiegel" (ebd. 1883), "über
die Abfassung des kaiserl. Land- und Lehnsrechts"
(2 Hälften, ebd. 1888). Von der Wiener Akademie
der Wissenschaften mit der Herstellung einer auf brei-
tester Handschriftengrundlage beruhenden Ausgabe
des Schwabenfpiegels betraut, veröffentlichte er in
den "Sitzungsberichten" der philolog.-histor. Klasse
der Akademie eine Reihe von Berichten über die
Untersuchung von Handschriften des Schwaben-
spiegels. Die Nummern 7-15 enthalten das alpha-
betische Verzeichnis und meist auch eine gedrängte
Beschreibungdernunmehrbekanntenetwa450Hand-
schriften des Rechtsbuchs und Bruchstücke vonsolchen.
Rod, Edouard, franz. Schriftsteller, geb. 1857 in
Nyon,studierteinBonnund Berlin zweiJahrePhilo-
logie, ging dannnach Paris, wo er 1884 Chefredacteur
der "I^6vu6 contLniporainE" wurde. Nach demTode
Marc Monniers (1887) wurde er Professor der ver-
gleichenden Litteraturgeschichte an der Universität in
Genf. Nach Aufgabe dieser Stellung siedelte er wieder
nach Paris über. In seinen Romanen: "^öte-H-cätk"
(1882), worin er die Orthodoxie der reform. Kirche
bekämpft, und "I.N t'6niin6 äe Henri Vanii6aii"
(1883) zeigte er sich zunächst als Anhänger Zolas.
Selbständigen: Charakter behaupten seine spätern,
im Sinne einer idealistischen Reaktion gegen den Na-
turalismus geschriebenen, von Schopenhauer, Renan
und schließlich Tolstoj beeinflußten Werke: "1^ 00111-86
ü. 1a inort" (1885), "latianH I.6Ü0ss" (1886), "1.6
86N8 ä6 1a V16" (1889), "8C6N68 äe 1a V16 008N10-
P0iit6" (1889), "1.68 troi8 003111-8)) (1890), "^011-
V61168 roiuaiiä68" (1891), "1.3. V16 priv66 ä6 Nie1i6l
'16188161'" (1893), "I.H 86C0Iiä6 V16 ä6 Nicli6i
^6188161'" (1894), "1.68 roe1i68 d1aneti68" (1895),
"V61-N161' 1'6luZ6" (1895), "8C6N68 ä6 1a V16 8111886"
(1896). Von seinen kritischen Schriften sind zu
nennen: "^ pr0p08 ä6 1'^880imu0ii" (1879), "1.68
^U6iuanä8 9. I>ai-i8" (1880), "Hicli. ^Va.Fii6r 6t
1'68tIMihU6 aIi6MÄiiä6" (1886), "(^iacoiuo 1.60-
Mi'äi" (1888), "1.68 iä668 IU01'ai68 äli t6IUP8 pr6-
86Iit" (1891) u. s. w.
Rödding, Dorf im Kreis Hadersleben des preuh.
Reg.-Bez. Schleswig, Sitz eines Amtsgerichts (Land-
gericht Flensburg), hat (1895) 930 evang. E., Post,
Telegraph und evang. Kirche.
Nödelfee, Dorf im Bezirksamt Kitzingen des
bayr. Reg.-Bez. Unterfranken, hat (1895) 748 E.,
darunter 297 Katholiken und 55 Israeliten, evang.
und kath. Kirche; Faßbinderei, Obstbau, Viehzucht,
bedeutenden Weinbau und -Handel. Nahebei auf
einer Höhe des Steigerwaldes Schloß Schwam-
berg oder Schwanberg, seit kurzem Luftkurort.
Noden, Dorf im Kreis Saarlouis des preuß.
Reg.-Bez. Trier, unweit der Saar, hat (1895) 4671
E.,Postagentur, Fernsprechverbindung, kath. Kirche,
elektrische Centrale; 2 Emaillierfabriken, Schlacken-
steinfabrik und Ziegelei.
Noell, Ioan, niederländ. Staatsmann, geb.
21. Juli 1844 in Haarlem, wurde 1877 für Utrecht
in die Zweite Kammer der Generalstaaten gewählt,
wo er sich als gemäßigter Liberaler zeigte und bald
großes Ansehen erwarb. Im Mai 1883 wurde er
Mitglied einer Kommission für Vorbereitung einer
Verfassungsrevision. Bei den Wahlen im Juni 1886
fiel er durch, wurde aber im April 1887 vom Pro-
vinzialrat von Zeeland in die Erste Kammer ge-
wählt, bis ihn im März 1888 sein ehemaliger
Wahlkreis wieder in die Zweite Kammer brachte.
1888 wurde R. auch Mitglied des Vormundrats
der jungen Königin. Als einer der entschiedensten
Gegner Taks wurde er nach dessen Rücktritt im