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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Staubfeuerung - Stauer
den Schalthebel des zugehörigen Zählwerks N in
Bewegung setzen. Die Kolben gehen nach Abheben
der Plattes durch Federwirkung selbstthätig wieder
zurück. Auch bei dieser Maschine ist möglich, be-
stimmte Angaben der Zählkarten miteinander zu
Fig. 4.
verknüpfen. Soll z. V. die Zahl der Ausländer
männlichen Geschlechts vom Zählwerk ^ angezeigt
werden, so wird in den Schlauch N, der dem Begriff
"Mann" entspricht, ein Absperrhahn ^ eingeschaltet,
der nur dann Druckluft zum Zählwert gelangen
läßt, wenn in die Schläuche 15 und Ii/ gleichzeitig
Druckluft eintritt. Alsdann wird am Ende des dem
Begriff "Ausländer" entsprechenden Schlauchs Ii/
ein Kolben o verschoben, welcher den Absperrhahn ^
öffnet. In den andern Fällen "Mann - Inländer"
und "Ausländer - weiblich" bleibt hiernach das
Zählwerk stehen. - Vgl. Nauchberg, Die elektrische
Zählmaschine (im "Allgemeinen Statistischen Ar-
chiv", 1891/92, 1. Zalbbd.).
^ Staubfeuerung. DieAllgemeineKohlenstaub-
feuerungs-Aktiengesellschaft (Patente Friedeberg) be-
nutzt zum Betriebe ihrer Apparate Preßluft, die von
Ventilatoren erzeugt wird. Die beistehende
Fig. 1 zeigt einen Friedebergschen Apparat
in schematiscker Darstellung. Die Preßluft,
die einen mittlern Druck von 15 cm Wasfer-
stand hat, wird mittels Rohres y, an wel-
chem der ganze Apparat zur Er-
möglichung der Freilegung der Ver-
brennungskammer Ii drehbar mon-
tiert ist, zum Apparat geleitet und
teilt sich vor diesem in zwei Ströme,
von welchen: der nach oben abzwei-
gende Strom, durch eine Klappe
reguliert, aus der Düse 6 gegen die
Oberfläche des in einem erweiterten
Raum d aus dem darüber befind-
lichen Trichter ii herabgesunkenen
Kohlenstaubes bläst und diesen auf-
wirbelt, um ihn als Kohlenstaubluftgemisch durch
Kanal o und Steigcrohr F weiter zu tragen, wo als-
dann der zweite, unterhalb abgezweigte Luftstrom
hinzutritt und das Gemisch über den Chamottekegel n
in die Vcrbrennungskammer Ii hineinführt.
DieKohlenstaubfeuerung, Patent W. Ruhl (Fig. 2),
führt das Brennmaterial mittels Transportschnecke
den sämtlichenFeuerstellen derAnlage zu, läßt es, durch
Schieber a reguliert, von jeder derselben durch breite,
übereinander greifende Kanäle c und Ci in einen Luft-
schacht ä gelangen, von wo es durch die vom Schorn-
steinzug eingesaugte Verbrennungsluft erfaßt und in
die Verbrennungskammer l getragen wird. Die Decke
des Luftschachtes ä kann mittels Stellvorrichtung F ge-
hoben und gesenkt
werden, wodurch
sich die eintretende
Luftmenge dem
Brennmaterial-
quantum anpassen
läßt. Nach einem
Senken der Decke
des Luftfchachtes ä
bis auf dessen Bo-
den giebt der Kanal
ci den Kanal c
frei, wodurch es er-
möglicht wird, die
Feuerthür Ii mit
den genannten Tei-
len des Apparates zur Seite
zu drehen, um die Verbren-
nungskammer l zugänglich
zu machen. In dem Schneckentrog d
bewegen sich zwei Schnecken in ent-
gegengesetzten Richtungen, um an
jeder Entnahmestelle stets genügende
Brennmaterialmengen zur Verfügung zu haben und
überflüssige Mengen nach der Füllstelle des Troges
zurückzuschaffen.
Außer den im Bd. 15 erwähnten Vorzügen bie-
ten die S. noch die folgenden: Leichte Anpassung der
Feuerung an die Vetriebsverhältmsse; Schonung
der Kessel; schnelle Beseitigung der Einwirkung des
Feuers im Falle der Gefahr. - Vgl. Mitteilungen
mg.
U
Fig. 1.
aus der Praxis der Dampfkessel- und
Dampfmasckinenbetriebe, Nr. 16-20
(Berl. und Bresl. 1895); Warlich, Die
Kohlenstaubfeuerung (Cass. 1896).
Stauer, auch St au erb aase (nie-
der! änd.ätu^er; engt. 8t0W6!'oder 8tsv6>
äore; frz. ^rrimkur; ital. Ztivatore), die
Unternehmer, an die von den Echisfs-
reedern das Löschen und Laden der Han-
delsschiffe vergeben wird. Die S. sind
vielfach frühere Schauerleute <s. Schauer-
mann), die sich durch Fleiß emporgearbeitet haben.
In kleinern Betrieben leiten die S. das Stauen der
Fracht, also die Arbeit ihrer Schauerleute, selbst, bei
größern besorgen die sog. Viceleut e das Stauen im
Auftrage der S., wobei aber diese für sachgemäßes
Stauen und richtige Behandlung der Ladung ver-
antwortlich bleiben. Obgleich schiffstechnifche Kennt-
nisse von den S. nicht gefordert werden, müssen sie