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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sudermann – Symbolismus

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Süderhastedt'

592, als Gemeinde 3259 E., Postagentur, Fernsprechverbindung, evang. Kirche; Spinnerei, Meierei, Windmühlen und Ziegeleien. Die zur Gemeinde gehörige Bauerschaft Hochdam hat einen Hafen am Kaiser-Wilhelm-Kanal.

*Sudermann, Hermann, ist seit 1891 mit der Schriftstellerin Klara Lauckner (geb. 14. Febr. 1861 in Königsberg) vermählt und lebt seit 1895 wieder in Berlin. Er schrieb neuerdings das Schauspiel «Das Glück im Winkel» (Stuttg.1896) und drei u.d.T. «Morituri» (ebd. 1896) zusammengefaßte Einakter.

Südermeldorf-Geest, Kirchspiel im Kreis Süderdithmarschen des preuß. Reg.-Bez. Schleswig, hat (1895) 3514 E.

*Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn, in Österreich belegene Privatbahn, deren Ankauf für den Staat zugleich mit der Österr. Nordwestbahn in Aussicht genommen ist.

*Südpolarländer. In dem Bestreben, dem Walfang am Südpol neue Jagdgründe zu eröffnen, entsandte die Dundee Whale Fishing Company im Herbst 1892 vier Dampfer zum Walfang in die antarktischen Gewässer, während die Hamburger Reederei «Oceana» die Dampfer Jason, Hertha und Castor zu gleichem Zwecke dorthin sandte. Da Pelzrobben und Bartenwale überhaupt nicht angetroffen wurden, waren die Fangergebnisse aller Schiffe gering, jedoch machte Kapitän Larsen auf dem Jason wichtige geogr. Entdeckungen; er gelangte östlich von Grahamland bis 68° 10' südl. Br., Evensen auf der Hertha westlich davon bis 69° 10' südl. Br. Es wurde hierbei von Larsen die Küste des Grahamlandes als bis mindestens zur genannten Breite sich erstreckend nachgewiesen und König-Oskar II.-Land und Foynland genannt sowie im Norden des König Oskar-Landes zwei thätige Inselvulkane entdeckt. Bei Victorialand südlich von Neuseeland erreichte im Winter 1894/95 das Fangschiff Antarktik des Norweger Reeders Svend Foyn den 74.° südl. Br., und der Naturforscher Borchgrevink, der als einfacher Matrose die Fahrt mitgemacht hatte, betrat als erster an zwei verschiedenen Stellen Victorialand; zuerst auf einer Insel der Gruppe der Possessioninseln und dann auf der Rückfahrt beim Kap Adare. Er machte hierbei hochinteressante Entdeckungen über Flora und Fauna des Landes und fand ausgedehnte Guanolager. Angeregt durch diese Entdeckungen beschloß der 11. Deutsche Geographentag 1895 in Bremen, eine deutsche Südpolarexpedition auszusenden, falls der 6. Internationale Geographenkongreß zu London 1895 ein internationales Vorgehen in dieser Angelegenheit ablehnen sollte. Da letzteres geschah, konstitutierte sich die auf dem Geographentag gewählte Kommission für Entsendung einer deutschen Südpolarexpedition unter dem Vorsitz des Geh. Admiralitätsrates Neumayer, die sich gegenwärtig der Aufbringung der auf 950000 M. veranschlagten Kosten der Expedition widmet. In England hat sich die British Antarctic Company mit einem Aktienkapital von 100000 Pfd. St. gebildet, um im Herbst 1896 eine Expedition nach dem Südpol auszusenden, die die neuentdeckten Guanolager am Kap Adare auf Südvictorialand ausbeuten und unter Borchgrevinks Leitung auch wissenschaftliche Forschungen anstellen soll; ebenfalls im Herbst 1896 sollte eine belg. Expedition unter Leitung des Schiffslieutenants de Gerlache nach dem Südpol zum Zweck wissenschaftlicher Forschungen abgehen; ↔ aber beide Expeditionen mußten auf 1897 verschoben werden. Auch in Frankreich ist von Bunge der Vorschlag gemacht worden, von den seit 1892 franz. Kergueleninseln aus sich an der Ausbeutung der Naturschätze der Antarktis zu beteiligen.

*Sueskanal. Der Schiffsverkehr in Registertons des Raumgehaltes:

Herkunftsländer18941895
England . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5 996 7966 062 587
Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . .626 361693 645
Frankreich . . . . . . . . . . . . . . . . . 467 365672 899
Andere Länder . . . . . . . . . . . . . .948 0781 019 252
Gesamtverkehr8 038 6008 448 383

Der deutsche Verkehr steht also nach wie vor an zweiter Stelle. Die Einnahmen der Gesellschaft betrugen (1895) 80702787 Frs., davon 78426110 Frs. an Schiffseinnahmen, die Ausgaben 25635307 Frs., der Überschuß also 55067480 Frs.

Sündersbühl, Gemeinde im Bezirksamt Nürnberg des bayr. Reg.-Bez. Mittelfranken, hat (1895) 3871 E. und Post.

Swakop, Tsoakhaub, Fluß in Deutsch-Südwestafrika, entspringt im Nordosten von Windhoek; sein den größten Teil des Jahres wasserloses Bett zieht sich etwa 400 km lang in südwestl. Richtung, zuletzt die Nordgrenze des engl. Gebietes der Walfischbai bildend, zum Atlantischen Ocean. 1 km nördlich von der Mündung befindet sich der neue deutsche Hafenplatz Swakopmund (Tsoakhaubmouth), welcher, was Dünen- und Trinkwasserverhältnisse betrifft, entschieden den Vorrang vor der engl. Walfischbai erringen dürfte, wenn einmal durch den Bau einer weit hinausragenden Mole ein Schutz gegen die heftige Brandung hergestellt sein wird. Es liegt hier ein Kommando der Schutztruppe. Der 1896 nach Swakopmund entsandte Marinebaumeister Mönch konnte die erwähnten Vorzüge bestätigen und empfahl den Bau einer etwa 100 m langen Mole im Norden der jetzigen Landungsstelle, an deren Ende Leichter ihre Last abgeben könnten. Die Verbindung mit Deutschland ist alle 14 Tage einmal durch die Woermannlinie hergestellt.

Swakopmund, s. Swakop.

Sylter Dampfspurbahn, schmalspurige Kleinbahn auf der Insel Sylt von Munkmarsch nach Westerland, gehört einem Unternehmer und wurde 8. Juli 1888 eröffnet. Die Kosten der 4,5 km langen Bahn betrugen 120000 M.

Symbolismus, in der Litteratur Bezeichnung einer Richtung innerhalb der modernen Litteratur, die besonders in Frankreich Anhänger gefunden hat. Die Symbolisten, vielfach von den Décadents (s. Décadence) kaum zu scheiden, sind wie die Psychologues in Frankreich in Gegensatz zu den Naturalisten getreten. Sie sind der Überzeugung, daß die rohe Katalogisierung der Natur die künstlerischen Aufgaben nicht erschöpfe, und fordern im direkten oder indirekten Anschluß an die deutsche Romantik ein Einfühlen in die Natur. Die naturalistische Kunst raubt den Geistern die köstliche Freude, sich schöpferisch zu fühlen: sie nennt die Dinge mit Namen, während die symbolistische Kunst sie suggerieren will. Diese verfährt nur andeutend, giebt gewisse Symbole, um dadurch nicht klare Begriffe zu wecken, sondern Seelenzustände hervorzurufen. Sie hat daher einen vorwiegend lyrischen Charakter und bewegt sich, wo sie in das epische und dramat. Gebiet übergreift, in

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 971.