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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Tsoakhaub - Tunis
Berlin" <Vcrl. 1888), gab die neue Auflage des
Meyer-Vodcschen "Beschreibenden Verzeichnisses der
Gemäldegalerie" heraus (1891) und bearbeitet in
dem Berliner Galeriewerk die Altniederländer. Er
war neben I. Meyer und H. Lücke Redacteur des
"Allgemeinen Künstlerlerikons" und leitet seit 1894
mit Thode das "Repertorium für Kunstwissenschaft".
Zahlreiche wichtige Abhandlungen T.s erschienen in
Fachzeitschriften.
Tfoakhaub, Tsoakhaubmouth, s. Swakop.
Tua, Teresina, Violinvirtuosin, geb. 22. Mai
1867 in Turin, ging studienhalber 1878 mit ihren
Eltern uach Paris, studierte unter Massart am
Konservatorium und verließ dasselbe, mit dem
ersten Preise gekrönt, in ihrem 13. Jahre; dann
folgten Konzertreisen in Frankreich, Holland, Belgien,
Spanien, Italien, später in Deutschland, England,
Dänemark, Schweden, Norwegen, Rußland, Amerika
mit größtem Erfolg. Nach ihrer Verheiratung 1889
mit dem Musikschriftsteller Grafen Franchi-Verney
della Valetta zog sie sich einige Jahre von ihrer
Virtuosenlaufbahn zurück. Im Winter 1895/96
machte sie wieder eine siebemnonatige erfolgreiche
Konzertreise in Rußland.
"Tuberkulin. Während das T. selbst zur Zeit
von Koch nur noch für diagnostische Zwecke ange-
wandt wird, sind für die therapeut. Anwendung
beim Menschen verschiedene Präparate aus dem
T. dargestellt worden, bei denen die entzündungs-
erregenden Eigenschaften bedeutend geringer sind.
Koch legte dem T. besondere narkotisierende Eigen-
schaften bei, es sollte den käsigen Zerfall der tuber-
kulösen Herde beschleunigen. Gerade hierin suchte
Koch die Heilwirkung, indem er meinte, daß die Ba-
cillen in diesen Zerfallscentren die Existenzbedingun-
gen nicht finden würden und daher schließlich ver-
schwinden müßten. Neben dieser sind verschiedene
Theorien für die Heilwirkung des T. aufgestellt wor-
den, doch keine ist bisher allgemein anerkannt, und
keine erklärt zwanglos alle Vorgänge. Wiederholt
ist behauptet worden, daß nach Injektionen von
T. Tuberkelbacillen ins Blut treten. Dadurch sollte
die Entstehung einer allgemeinen tuberkulösen In-
fektion, einer Miliartuberkulose, begünstigt werden;
allein auch darüber herrscht noch nicht vollkommene
Klarheit und Einigkeit.
^Tulln, Vezirkshauptmannschaft in Niederöster-
reich, ist gebildet aus den Gerichtsbezirken Azen-
drugg (früher zur Vezirkshauptmannschaft St. Polten
gehörig), Kirchberg am Wagram (früher zu Krems),
Klosterneuburg und T. (früher zu der jetzt aufge--
hobenen Vezirkshauptmannschaft Wa'hring gehörig),
hat 741,01 ^m und (1890) 59524 E.
^ Tunis. Im 1.1892 waren bebaut mit Weizen
464 050 da, Gerste 472 960 w, Reben 6559 lia (Er-
trag 94 859 Kl). Die Ernte an Olivenöl betrug
1893: 9 617 000 Kl. Der Viehstand zählte 31. De;.
1892: 51 644 Pferde, 119 606 Esel und Maultiere,
232 726 Rinder, 1223481 Schafe, 684 631 Ziegen,
122 694 Kamele und 10923 Schweine. Die Fische-
rei ergab 1894:6130561cF Sardinen (185 200 Frs.),
795 6211(3 Anchovis (541950 Frs.), 325 962 I(F
Allaches (48900 Frs.), außerdem 1749110 kx an-
dere Seefische und Meercsfrüchte (682 250 Frs.):
von den 403 Schiffen, die damit beschäftigt waren,
sührtcn 394 die ital. und nur 9 franz. Flagge. Mit
Schwamm- und Sepiafischcrei beschäftigten sich
1493 Fahrzeuge, die 199 620 K3 (1213640 Frs.)
ernteten.
Einfuhr und Ausfuhr 1894 (in Franken):
Länder
Einfuhr
Ausfuhr
Frankreich und Algerien.... Großbritannien und Malta . . Italien........... Belgien........... Qsterreich-Ungarn....... Andere............
24 897 020 7 651 601 4198 722 1 480 753 418 093 3 276 526
25 912 088 4 693 040 3163 454 1 293 646 197 239 1 673 299
Zusammen! 41922 715 j 36 932 766
Haupteinfuhrgegcnstände waren: Baumwollwa-
ren (5,6 Mill. Frs.), Gries (4,4 Mill.), Metallwaren
(2,8 Mill.), Zucker (1,8 Mill.), Weizen (1,8 Mill.),
Kleider (1,2 Mill.), Kaffee (1 Mill.); Hauptausfuhr-
gegenstände : Weizen (6,3 Mill.), Gerste (3,9 Mill.),
Olivenöl (6,9 Mill.), Rindvieh (5,2 Mill.), Halfa
(1,5 Mill.), Schwämme (1,2 Mill.), Gerberlohe (1,2
Mill.), Zinkerze (1,i Mill. Frs.) u. s. w. 1894 lie-
fen in den 15 Häfen von T. ein: 9088 Schiffe
(2010 689 t), darunter 1545 französische (1091795 t),
1845 italienische (705 353 y, 182 britische (112 496 t) -
Dampfer waren es 2411 mit 1903175 t. Die
73 Telegraphenämter erledigten 1894: 451037 De-
peschen, die 221 Postanstalten 2494620 innere und
7200180 crterne Sendungen.
Budget für 1896:
Einnahmen
Frs.
Ausgaben
Frs.
Direkte Steuern .
8 126 400
Hofhaltung . . .
1712 700
Zölle.....

4 066 700
Pensionen . . .
129 200
Monopole . . .

4 702 100
Finanzverwaltung
3 322 080
Accise und vcr


Schuld.....
6 349 920
schicdene indirekt


Postu.Telegrapheu
975 000
Steuern . . .

3 295 700
Allg. Verwaltung
3 276 960
Hafenabgabcn .

81500
Civilkontrolle uno

Postu.Telegraphel

85? 200
Ackerbau ....
1194 698
Domänen,Forste u


Offeutl. Unterricht
843 216
Vergwerke . .

1 113400
Armee.....
614 979
Verschiedene . .

606 000
Qffcutl. Arbeiten .
4 069 500

Unvorhergesehenes
360 001
Zusammeu > 22 849 000j
Zusammen j 22 848 254
Am 17. Nov. 1895 wurde die Linie Tunis-
Hammamet-Nabeul, welche die .Halbinsel des Kap
Bon an ihrer Grundlinie durchschneidet und den
Busen von Hammamet sowie das interessante Städt-
chen Nabeul mit T. verbindet, eröffnet.
Der neue H afcn, amtlich Tunis - Goletta ge-
nannt, ist seit 1893 in Gebrauch. Der Seekanal,
der T. mit dem Meere verbindet, wurde 1893 er-
öffnet', er ist in der Einfahrt 1750 ni lang und
von der Sohle 100 m breit, daran schließt sich der
innere Kanal von 8900 m Länge und 30 m Sohlen-
breite. Die Wassertiefe beträgt 6,5 m, soll aber
durch Vaggerarbeiten noch vergrößert werden. Das
Hafenbecken von T. ist ebenso tief, 400 m lang
und 300 in breit. Die Einfahrt in den Kanal wird
bei Goletta durch zwei etwas gekrümmte Molen ge-
schützt, deren Köpfe Leuchtfeuer tragen. Goletta hat
ebenfalls ein kleines, aber flaches Hafenbecken sowie
ein Trockendock, das 43 in lang, 6 in breit und 3,5 m
tief ist. Die Schiffe liegen im Hafen mit Ankern
und mit Tauen am Lande; für Postdampfer sind
drei Landungsbrücken fertig. Größere Quaianlagcn
sind im Bau, deren Mauern bis 8^/2 in nnter dein
Wasserspiegel reichen sollen. Ein Kohlenhafen soll
noch erbaut werden. 1894 liefen in T. 748 Dampfer
mit 562 645 Negistertons und 617 Segelschiffe mit
31550 Registcrtons ein. - Vgl. Clarin de la Nive,
lli8toii-6 F6nerai6 (16 1a. 1?iiiii8i6 (2. Aufl., Par.
1895); Fitzner, Die Regentschaft T. (Berl. 1896).