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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Weferlingen; Wegele; Wegmesser; Wehen; Weidenau; Weierstraß; Wei-hai-wei; Wein

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Weferlingen - Wein

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Weende'

hat (1895) 1871 E., Postagentur, Fernsprechverbindung, evang. Kirche, ehemaliges Nonnenkloster; Wollspinnerei und -Weberei, Liqueurfabrikation, Brauerei und Branntweinbrennerei. In W. wurde der Göttinger Dichterbund (s. d., Bd. 8) gestiftet.

Weferlingen, Flecken im Kreis Gardelegen des preuß. Reg.-Bez. Magdeburg, an der Aller und der Nebenlinie Öbisfelde-Helmstedt (35,5 km) der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Stendal), hat (1895) 2810 E., Post, Telegraph, evang. Kirche, Schloß, Filiale der Ständischen Sparkasse der Altmark, Kreditbank: Zuckerfabrik und Kaltsteinbruch.

*Wegele, Franz Xaver, starb 16. Okt. 1897 in Würzburg.

*Wegmesser. Bei den Taxameterdroschken muß nach behördlichen Vorschriften der Zustand, in welchem sich das Fuhrwerk befindet, durch die Worte «frei» oder «besetzt» sichtbar für das Publikum angegeben werden. Die Worte sind auf einer Fahne angebracht, deren Welle mit dem Taxameter derart in Verbindung steht, daß mit der Fahne erst dann ein Wechsel ihrer Lage vorgenommen werden kann, wenn das Taxameter in Dienst gestellt ist. Sowie ein oder mehrere Fahrgäste in das Fuhrwerk einsteigen, stellt der Kutscher zunächst das Taxameter auf die Taxe, welche der Anzahl der einsteigenden Personen entspricht, und bringt die Fahne in diejenige Lage, welche besetzt anzeigt. Der Zeiger des Fahrpreisanzeigers zeigt dann auf die Grundtaxe, welche in Berlin 50 Pf. beträgt. Setzt sich nunmehr der Wagen in Bewegung, so wird das Taxameter erst dann weiter geschaltet, nachdem der Wagen eine der Grundtaxe entsprechende Strecke, beispielsweise 1 km, zurückgelegt hat. Der Fahrgast ist verpflichtet, sobald der Apparat eingestellt ist, mindestens den Betrag der Grundtaxe zu zahlen. Solange das Fuhrwerk mit normaler Geschwindigkeit fährt, wird der Fahrpreisanzeiger durch mechan. Mittel oder durch Luftdruck vom Rade ausgeschaltet. Fährt das Fuhrwerk aber im Schritt oder steht es still (Wartezeit), so erfolgt die Schaltung des Taxameters durch ein Uhrwerk. Die Zifferblätter geben auch Ausschluß über die Benutzungsdauer des Fuhrwerks und über die durchfahrene Kilometerzahl. Vielfach haben die Taxameter auch Summenzähler, welche die Gesamtdauer der Benutzung eines Fuhrwerks sowie die Kilometerzahl sämtlicher durchfahrenen Strecken während eines ganzen Tages oder einer Schicht angeben. Es giebt ferner auch Taxameter, welche die gewünschten Angaben auf Papierbändern oder Papierblättern verzeichnen. Hierbei werden die Registriertrommeln je nach der Gangart des Fuhrwerks von einem Uhrwerk oder von dem Rade aus geschaltet, und durch Niederdrücken der beweglichen Sitze werden Registrierstifte gegen das Papier gedrückt.

Die unter dem Namen Cyklometer bekannt gewordenen Instrumente, welche zur Angabe der von Fahrrädern zurückgelegten Wegstrecken dienen, werden in der Regel dadurch geschaltet, daß ein auf der Radachse angebrachter Daumen seine Bewegungen auf ein Sternrad oder einen schwingenden Hebel überträgt. Doch findet die Übertragung der Bewegungen der Radachse auch durch Zahnräder statt. Weniger gebräuchlich sind Friktionsräder, die durch Federdruck gegen das vordere oder hintere Rad des Velocipeds angepreßt werden. Der pneumat. Antrieb besteht darin, daß bei jeder Umdrehung eines Daumes die Luft in einem Behälter zusammengepreßt wird, deren Druck durch eine ↔ Rohrleitung und eine Membran auf die Schaltklinke übertragen wird. Auch das bei den Schrittzählern gebräuchliche Pendel hat hier Anwendung gefunden, indem dessen bei jeder Umdrehung der Radachse erfolgenden Ausschläge zur Schaltung benutzt werden. Ferner hat man in einem ringförmigen Drehkörper eine schwere Kugel angeordnet, welche dadurch auf das Zählwerk einwirkt, daß ein Schalthebel bei jeder Umdrehung des Drehkörpers an die an einer Stelle verbleibende Kugel anstößt und dadurch bewegt wird. Andere verwenden einen im Radkranz eingelassenen, unter Federdruck stehenden beweglichen Schuh, welcher bei jeder Umdrehung des Fahrrades eine Verschiebung erfährt. Die Einrichtung der Cyklometer selbst ist so mannigfaltig wie die der Antriebsvorrichtungen. Zuweilen ähneln sie andern Zählwerken, doch zeigen sie vorwiegend das Bestreben nach einer gedrängten Bauart. Aus diesem Grunde findet man Cyklometer, deren Zeiger auf konzentrisch angeordneten Rohren sitzen, und wendet zur Erreichung des angegebenen Ziels Differentialräderwerke an.

Wehen, Dorf im Untertaunuskreis des preuß. Reg.-Bez. Wiesbaden, an der Aar und der Nebenlinie Wiesbaden-Limburg der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Wiesbaden), hat (1895) 967 E., Post, Fernsprechverbindung, Vorschußverein; Wollspinnerei und Wollwarenfabrik.

Weidenau an der Sieg, Dorf im Kreis Siegen des preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, an der Sieg und der Linie Hagen-Siegen der Preuß. Staatsbahnen, hat (1895) 6212 E., Postamt zweiter Klasse, Telegraph, eine kath. und eine evang. Kirche, Rektoratsschule, Krankenhaus, Gasanstalt; Hochöfen, Puddlingswerke, Eisengießereien, Röhren-, Maschinen-, Dampfkessel-, Kistenfabriken, Ziegelei und Dampfsägewerke.

*Weierstraß, Karl Theod. Wilh., starb 19. Febr. 1897 in Berlin.

Wei-hai-wei, chines. Land- und Seefestung an der Nordküste der Provinz Schan-tung, von dem Vicekönig Li-hung-tschang in den achtziger Jahren zur Ergänzung von Port-Arthur (s. d.) als Kriegshafen angelegt, hat einen großen, durch vorgelagerte Inseln gut geschützten Hafen, der von einer Kette von 10 Forts rings umgeben ist. In W. befinden sich Werftanlagen für kleinere Reparaturen, ein Torpedodepot, Arsenal, Magazin für Munition und Kohlen, Schieß- und Seemannsschulen. Am 14. Febr. 1895 fiel W. nach mehrtägigem Bombardement mit einem Teil der chines. Flotte durch Kapitulation gegen freien Abzug in die Hände der Japaner, die es erst beim Friedensschluß wieder herausgaben. (S. Chinesisch-Japanischer Krieg.)

*Wein. Die Produktion der Hauptweinländer betrug 1895 nach einer allerdings hohen franz. Schätzung (im «Moniteur Vinicole»):

Länder1000 hlLänder1000 hl
Frankreich44 656Serbien1 100
Italien21 573Azoren u. Madeira320
Spanien17 830Algerien4 050
Rumänien7 500Tunesien95
Portugal3 280Kapkolonie90
Deutsches Reich3 110Persien82
Türkei und Zypern3 050Vereinigte Staaten680
Rußland2 900Mexiko70
Österreich2 500Chile1 730
Griechenland2 150Argentinien1 590
Ungarn1 650Brasilien475
Schweiz1 500Australien188
Bulgarien1 360Zusammen123 529

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 1020.